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Interaktionspunkte aufspüren Mit Pokémon Go auf Monsterjagd in Bohmte

Von David Hausfeld


Bohmte. Mit Pokémon Go durch das Wittlager Land: Auch in Bohmte gibt es die virtuellen Monster zu fangen, „Pokéstops“ zu besuchen und Arenen zu erobern. Mancher dieser Suchpunkte liegen jedoch an fragwürdigen Orten.

Den Blick auf ihr Handy gesenkt, laufen Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz in Bohmte umher. Bleiben kurz stehen und ziehen wieder von dannen. Andere sind mit dem Fahrrad dort, fahren im Kreis und haben den Blick auf den Bildschirm gebannt. Ein Phänomen, das manch einem Bewohner auch an anderen Punkten im Ortsgebiet begegnet sein dürfte. Pokémon Go ist des Rätsels Lösung.Das Smartphone-Spiel bedient seine Fans auch im Wittlager Land mit Monstern, Pokéstops und Arenen.

Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten

Arenen als Kampforte für die Monster und „Pokéstops“ als Fundorte spielrelevanter, virtueller Gegenstände sind meist markante Orte oder Gebäude in der Umgebung. Auch Wahrzeichen und Sehenswürdigkeiten fungieren als solche Anlaufpunkte für die Zocker. Der Bahnhof ist eine von drei solcher Arenen in Bohmte. Weitere Arenen nahe dem Ortskern sind der Stein vor der Sparkassenfiliale in der Bremer Straße sowie die evangelische Kirche St. Thomas.

Suchpunkte an der Bremer Straße

„Pokéstops“ sind hingegen öfter zu finden. Allein drei solcher Stopps befinden sich an den markanten Varus-Masken der Aktion „Feldzeichen zu Friedenszeichen“. Drei dieser Standarten stehen laut Karte in der Bremer Straße, zwei weitere an der Kreuzung Bremer-/Osnabrücker-/ Wehrendorfer Straße. Auch die Kirche St. Johannes der Täufer, die Eiche vor dem Landgasthaus Gieseke-Asshorn, die 1994 von der Gemeinde Bohmte gestiftet wurde, sowie die Ring-Skulptur nahe des Bahnhofs sind als Interaktionspunkte markiert.

Ehrenmal und Friedhof werden teil des Spiels

Nicht alle Landmarken sind jedoch aktuell. Manche Wahrzeichen, wie etwa einige Varus-Masken, lassen sich nicht mehr real am angezeigten Ort finden. Für viel Kritik sorgten derweil Anlaufpunkte im Spiel, die an Orten gelegen sind, die nicht zu einem solchen Spiel passen – darunter KZ-Gedenkstätten,Friedhöfe oder aber auch Kirchen . Auch in Bohmte liegen „Pokéstops“ an solchen Orten. Neben den Kirchen werden so das Ehrenmal am Friedhof in der Haldemer Straße und auch der dortige kommunale Friedhof zum Teil des Spiels.

Nicht einverstanden

Bisher scheinen sich die Bohmter Zocker rücksichtsvoll zu verhalten. Der Gemeinde Bohmte war der „Pokéstop“ auf dem Friedhofsgelände bis zur Nachfrage unserer Redaktion nicht bekannt. Berichte oder Beschwerden über dortige Pokémon-Spieler habe es bisher nicht gegeben, einverstanden sei man mit der Situation jedoch nicht. Im Gegenteil: Die Gemeinde werde sich jetzt an den Entwickler wenden, um den Interaktionspunkt von diesem sensiblen Ort löschen zu lassen.

Betreten nicht immer nötig

Ein direktes Betreten von Geländen oder Gebäuden ist letztendlich nicht immer nötig. Spieler müssen lediglich eine räumliche Nähe zum Ziel erreichen, um mit den Wegpunkten interagieren zu können.


Was ist Pokémon Go?

Das Smartphone-Spiel Pokémon Go basiert auf der japanischen Zeichentrickserie Pokémon, die um die Jahrtausendwende auch in Deutschland erschienen ist. Nach diversen Adaptionen für Spielekonsolen ist das Franchise nun auf dem Smartphone gelandet. Auf einer Google Maps ähnlichen Karte, zieht der Spieler dank GPS mit seinem Handy durch die reale Welt und sammelt kleine „Pocket Monsters“ (Taschen-Monster) in seiner Umgebung. Sehenswürdigkeiten, Wahrzeichen und andere markante Orte werden als „Pokéstops“ auf der Karte markiert. Hier finden Zocker nützliche virtuelle Gegenstände für den weiteren Spielverlauf. Das Ziel: so viele verschiedene Tierchen fangen, wie möglich. Dazu können sich die „Pokémon-Trainer“ ab einem Punkt im Spiel einem Team (Blau, Rot oder Gelb) anschließen. Für sein jeweiliges Team kann der Spieler Arenen erobern, in dem er seine Monster im Kampf gegen die Monster anderer Spieler antreten lässt. Pokémon Go fällt in die Kategorie „augmented reality“ (erweiterte Realität): Die reale, mit der Handykamera eingefangene Umgebung wird durch visuelle Einblendungen von virtuellen Objekten auf dem Smartphone-Bildschirm ergänzt. (dah)