Wirtschaftswegekonzept Bei Wittlager Straßen und Brücken ist viel zu tun

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pm/as Altkreis Wittlage. Die Unterhaltung von Straßen und Brücken ist und bleibt ein teures Pflaster. Die Gemeinden des Wittlager Landes spüren das vor allem bei den langen Wirtschaftswegenetzen.

Die Zeiten großflächiger Deckensanierungen gehören der Vergangenheit an. Mit einem Wirtschaftswegekonzept will sich die ILE-Region Wittlager Land (Integrierte Ländliche Entwicklung) deshalb für die Zukunft rüsten und die kommunalen Außenbereiche stärken.

820 Kilometer

Im Wittlager Land gibt es etwa 820 Kilometer Wirtschaftswege, in die mittelfristig viel Geld investiert werden müsste – so stellen die Anforderungen moderner Nutzfahrzeuge der Landwirtschaft heute gänzlich andere Anforderungen an Fahrbahn, Seitenstreifen und Brücken als zur Entstehung des Wegenetzes. Angesichts begrenzter Finanzmittel und der gleichzeitigen Verpflichtung der Kommunen, die Verkehrssicherung zu gewährleisten, hat sich die ILE-Region Wittlager Land dazu entschieden, die Wirtschaftswege zunächst einer näheren Betrachtung zu unterziehen und ein Konzept zu erarbeiten. Dabei gilt es, die Wege entsprechend ihrer Bedeutung und Funktion zu klassifizieren: Welche Wege und Brückenbauwerke sind unverzichtbar und müssen weiter instand gehalten oder ausgebaut werden? Welche Wege könnten eventuell privatisiert werden? Und welche Wege könnten im Standard gesenkt oder sogar gänzlich aufgegeben werden? Solche Entscheidungen können nicht leichtfertig getroffen werden und setzen einen differenzierten Abwägungsprozess voraus: Es gilt, die Interessen der Landwirte genauso wie die der Rad- und Autofahrer zu berücksichtigen. Deshalb erarbeiten Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln im Rahmen eines gemeinsamen ILE-Projektes drei einzelne Wirtschaftswegekonzepte, die sich ergänzen werden.

Rückbau ?

Begleitet werden die Gemeinden bei der Erarbeitung der kommunalen Wirtschaftswegekonzepte von der Ge-Komm GmbH – Gesellschaft für kommunale Infrastruktur – aus Melle. Gestartet wird im März mit der Bestandsaufnahme des gesamten Wegenetzes. Hierzu findet eine Vor-Ort-Bereisung statt, um alle relevanten Daten und Informationen zu erheben. In diesem Rahmen werden auch Fotos gefertigt. Im Anschluss werden die Daten in Karten verortet und bilden so die Grundlage für die weitere Erarbeitung des Konzeptes. Dieses wird aufzeigen, welche Wege es in Zukunft zu erhalten gilt, aber auch, wo es punktuell und langfristig zu Rückbau und Aufgabe von Wegen kommen kann. Ziel ist es, ein bedarfsgerechtes und finanzierbares Wegenetz zu schaffen.

Im Laufe des Jahres wird es Informations- und Austauschabende geben, sodass alle Interessierten die Chance haben, sich zu beteiligen und Ideen einzubringen.


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