Kindergarten erstellt Flyer Sicher durch den Shared-Space-Bereich in Bohmte

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In der Bohmter Ortsmitte, direkt an der Kirche St. Johannes und dem Kindergarten St. Johann, befindet sich der Shared-Space-Bereich mit seiner speziellen Verkehrssituation. Ein Flyer des Kindergartens soll helfen, dass sich alle Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll verhalten. Foto: Oliver KratoIn der Bohmter Ortsmitte, direkt an der Kirche St. Johannes und dem Kindergarten St. Johann, befindet sich der Shared-Space-Bereich mit seiner speziellen Verkehrssituation. Ein Flyer des Kindergartens soll helfen, dass sich alle Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoll verhalten. Foto: Oliver Krato

Bohmte. „Ich zeige euch wie‘s geht“, verrät ein Mädchen in einer Sprechblase auf dem Flyer, den der Kindergarten St. Johannes herausgibt. Im Mittelpunkt steht dabei das richtige (und sichere) Verhalten im Bohmter Shared-Space-Bereich, der sich in unmittelbarer Nähe des Kindergartens befindet.

Dieser Flyer, das unterstreicht Angelika Bockrath, die Leiterin der Einrichtung, wurde in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat erstellt. Ausgangspunkt war die Erfahrung, dass sich die Erwachsenen im Shared-Space-Bereich eher unwohl fühlen – jedenfalls wenn sie als Fußgänger mit ihren Kindern dort unterwegs sind. Umgekehrt, so Bockrath weiter, seien sie als Autofahrer selbst an der Situation als dann stärkerer Verkehrsteilnehmer beteiligt. So entstand die Frage: „Was kann man machen?“ Dazu gehörte, in Worte zu fassen, was denn überhaupt Auslöser der Sorgen ist.

Richtig verhalten

Die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung des Shared-Space-Bereichs in der Bohmter Ortsmitte, wo für Kraftfahrer die Regelung Rechts-vor-links gilt und jeder auf anderer Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen soll, haben Eltern von Kindergartenkindern, die neu nach Bohmte gezogen sind, nicht begleitet. Für sie (aber garantiert nicht nur für Neubürger) stellt sich immer wieder die Frage: „Wie muss ich mich verhalten?“

Die Kindergartenleiterin betont: „Wir wollen alle an das erinnern, was Shared Space bedeutet.“ Auf jeden Fall sei es wichtig, dass Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit der Situation anpassen. Die allgemeine Verunsicherung, so Hans Mondermann, der das System erdacht hat, habe das Ziel, dass alle Verkehrsteilnehmer aufmerksam sind und so (langsam) fahren, dass nicht passiert.

Vorbildfunktion

Den Eltern kommt auf jeden Fall eine Vorbildfunktion zu. Informationen wurden den Erwachsenen bei Treffen mit Bürgermeister Klaus Goedejohann und bei einem Infoabend mit einer Polizistin der Verkehrswacht vermittelt. Der Flyer, der im Anschluss daran erstanden ist, zeigt dem Nachwuchs anhand von Bildern, wie das Überqueren der Straße funktioniert. Die geeignete Stelle ist dabei ebenso wichtig wie der Blickkontakt zum Autofahrer und das deutliche Anzeigen „Ich möchte die Fahrbahn überqueren.“

Erwachsene (und dazu zählen auch die Eltern) sorgten sich einerseits im Hinblick auf mögliche Gefahren für Fußgänger, seien aber gleichzeitig meist selbst Autofahrer. Wer einen schwächeren Verkehrsteilnehmer passieren lasse und entsprechend stoppe, könne durchaus in die Situation geraten, dass hinter ihm gehupt werden, so Bockrath. Dazu gehört die Überzeugung: „Das halte ich dann eben aus.“

Fest steht, dass Verkehrssituationen bei geringem Tempo für alle Beteiligten besser überschaubar sind. Die Kindergartenkinder üben übrigens bei gemeinsamen Spaziergängen, wie sie sich im Shared-Space-Bereich zurechtfinden. Und für alle, die dort unterwegs sind, gilt, aufeinander zu achten.

Informationen für alle

Und der neue Flyer hat noch einen zusätzlichen Hintergrund: Es wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass sich in untermittelbarer Nähe ein Kindergarten befindet. Wenn es gelinge, Ängste aufzubrechen und Bewusstsein zu schaffen, so Bockrath, sei ein entscheidendes Ziel erreicht. Insgesamt, das betont die Kindergartenleiterin, habe es den Eltern Spaß gemacht, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen. Zu den Überlegungen gehört, den Flyer Eltern bei der Anmeldung der Kindergartenkinder mitzugeben, in den Grundschulen und im Familienbüro auszulegen. Und zu dem Bemühen, den Mädchen und Jungen die besondere Situation im Shared-Space-Bereich zu erklären, gehört, dass die Großen ihrer eigenes Verhalten hinterfragen.


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