Klage des Umweltforums Kiesabbau: Grüne begrüßen Urteil

Meine Nachrichten

Um das Thema Bohmte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Blick auf das neue Kieswerk in Hunteburg-Schwegermoor. Die Arbeiten sind gestoppt. Foto: Oliver KratoBlick auf das neue Kieswerk in Hunteburg-Schwegermoor. Die Arbeiten sind gestoppt. Foto: Oliver Krato

pm/orf Hunteburg. Die Grünen in der Gemeinde Bohmte sind erfreut über die erfolgreiche Klage des Umweltforums gegen den Kiesabbau in Hunteburg. Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts sehen sie ihren langjährigen Einsatz zum Schutz der Natur bestätigt.

Das Umweltforum will den Kiesabbau unter anderem verhindern, „weil er eine erhebliche Störung geschützter Vogelarten wie Baumpieper, Kiebitz und Neuntöter zur Folge hat.“ Die Methodik der Bestandserhebung in dem vom Landkreis vorgelegten Gutachten sei ungeeignet. Die Aufhebung des angefochtenen Planfeststellungsbeschlusses auf den im Wege von Planänderungen versuchten Nachbesserungen bedeute eine schwere Schlappe für den Landkreis Osnabrück. Der ist nach Auffassung der Grünen aufgefordert, seine „Durchwink- Genehmigungspraxis“ endlich den Anforderungen des Umweltrechtes anzupassen.

Dr. Matthias Schreiber vom Umweltforum sei es mit dem versiertem Anwalt Professor Martin Beckmann überzeugend gelungen, die Fehler im Planfeststellungsverfahren zum Kiesabbau in Hunteburg-Schwege aufzudecken und somit den Kiesabbau zu stoppen.

Ein schwerer Schlag

Für die Hunteburger Kies- und Sandwerke GmbH möge das Urteil zwar einen schweren Schlag bedeuten, so die Grünen, aber es bleibe festzuhalten, dass dieses Unternehmen bisher ohne Rechtskraft des Planfeststellungsbeschlusses und in Kenntnis der Klage eindeutig auf eigenes Risiko gehandelt habe.

Sofern das Urteil Rechtskraft erlange, werde es Aufgabe der Kommunalpolitik sein, sich Gedanken über die zukünftige Nutzung des Geländes zu machen. Ob der Landkreis in die Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht gehen wird, ist übrigens noch offen. Der Eingang des schriftlichen Urteils wird zunächst abgewartet. Dann werden die Juristen des Kreises prüfen, wie weiter verfahren wird.

Die Grünen wollen sich in Abstimmung mit den Hunteburger Bürgerinnen und Bürgern für eine naturverträgliche Verwendung der Fläche einsetzen.

Sitzung am Donnerstag

Das Urteil wird auch ein Thema auf der nächsten Sitzung des Ortsrats Hunteburg sein. Die Sitzung findet am Donnerstag, 12. November, ab 19 Uhr im Gasthaus Trentmann statt.


Die rund 60 Hektar große Abbaufläche, um die es geht, liegt östlich der Landesstraße 80 Hunteburg–Damme, südwestlich des Dümmers. Sie ist seit 2004 in der Landesraumordnung als Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung ausgewiesen. Diese generelle Einstufung ersetzt allerdings nicht die Einzelfallprüfung durch die Genehmigungsbehörde.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN