Lachmöwen sind keine Angsthasen Ist der Nachwuchs in Gefahr, greift die Lachmöwe an

Die kleine Lachmöwe greift den großen Seeadler an. Foto: Martin NobbeDie kleine Lachmöwe greift den großen Seeadler an. Foto: Martin Nobbe

nokem Hüde. Wenn es um ihren Nachwuchs geht, dann kennen viele Tiere kein Pardon. Wehe dem, der sich den Kleinen nähert...

Das ist bei den Lachmöwen nicht anders. Eigentlich sind Lachmöwen scheue Moor- und Wiesenbewohner. Auch am Dümmersee.

Rücken zum Beispiel zweibeinige Naturfreunde den Wasservögeln zu dicht auf ihr Federkleid, dann fliegen sie sofort auf und verduften in Richtung nirgendwo.

Anders verhält es sich jedoch bei Fressfeinden wie den Greifvögeln oder den Weißstörchen. Da kann der Gegner noch so groß sein, da fliegen die Lachmöwen sofort Scheinangriffe gegen Eindringlinge, die ihrem Nachwuchs gefährlich werden könnten.

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Auf der Suche nach Beute hatte sich ein junger Seeadler in das Revier der Lachmöwen am Dümmer gewagt und die Rechnung ohne die mutigen Möwen gemacht. Immer wieder wurde der Seeadler in der Luft von wendigen Möwen attackiert und letztlich in die Flucht geschlagen. Auch die Jungstörche, die bereits flügge sind und auf den abgeernteten Feldern nach Nahrung suchen, würden einen noch flugunfähigen Jungvogel in ihren Speiseplan aufnehmen.

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Auch hier sorgen die Altvögel durch Scheinangriffe dafür, dass die Störche ihrem Nachwuchs nicht zu nahe kommen. Bei Lachmöwen handelt es sich um Teilzieher, die in Kürze ihre Brutgebiete in Richtung Süden verlassen. Der Nachwuchs ist aber noch nicht flugfähig und muss noch rund um die Uhr versorgt werden. Es ist Erntezeit, und auf den Feldern im Naturschutzgebiet zwischen Wiehengebirge und Dümmer finden die Tiere Nahrung in Hülle und Fülle.


Rastgebiet:

Der Dümmer ist Niedersachsens zweitgrößter Binnensee im Westen des norddeutschen Tieflandes und liegt vor den Toren des Altkreises Wittlage. Die Wassertiefe des 13 Quadratkilometer großen Gewässers beträgt im Mittel nur gut einen Meter. Große Bedeutung hat der Dümmer als Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel. Mehr als 50.000 Enten und Gänse halten sich im Winter am See auf.