Zwischen Bohmte und Holzhausen Fördergelder für Sanierung der Wittlager Kreisbahn


Bohmte. Die Bahnstrecke der Wittlager Kreisbahn zwischen Bohmte und Bad Holzhausen wird saniert. Auf mehreren Abschnitten sollen die Gleiskörper verstärkt und modernisiert werden. Rund 1,1 Millionen Euro stehen für die Ertüchtigung des Oberbaus der Strecke bereit. Der Anteil des Bundes liegt bei gut 450000 Euro, der des Landes Niedersachsen bei 363000 Euro.

Die Baumaßnahmen auf der Strecke der Wittlager Kreisbahn gehören zu einem Gesamtpaket in Niedersachsen. „Das Land Niedersachsen legt erstmals ein Förderprogramm für nichtbundeseigene Eisenbahnen in Höhe von 9,3 Millionen Euro auf“, so die SPD-Abgeordnete Kathrin Wahlmann. „Damit können jetzt insgesamt zwölf Projektanträge von Privatbahnunternehmen in Niedersachsen realisiert werden.“ „Die Förderung löst ein Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von 23,3 Millionen Euro für die Schieneninfrastruktur in Niedersachsen aus. Mit der Förderung des Privatbahnnetzes steigert Niedersachsen die Effizienz des Eisenbahnnetzes und trägt damit dazu bei, dass die Verlagerung von Gütern auf die Schiene nachhaltig attraktiv bleibt“, ergänzt der Abgeordnete Frank Henning.

Fördergelder

Grundlage, das Bundesgelder fließen können, ist das Schienengüterfernverkehrsnetzförderungsgesetz (SGFFG). Dieses Gesetz regelt die Förderung von Ersatzinvestitionen in Schienenwege der nichtbundeseigenen Eisenbahnen, die dem öffentlichen Schienengüterfernverkehr dienen. Dazu gehört die Strecke der Wittlager Kreisbahn. Die Gelder dieses Topfes sind übrigens aufgestockt worden.

Welche Vorhaben können nun auf dem Abschnitt zwischen Bohmte und Bad Holzhausen bei Pr. Oldendorf realisiert werden? Es handelt sich um viele kleinere Bereiche. Die Abschnittslänge variiere zwischen sieben und 250 Metern, erläutert Frank Bühning, Betriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) in Bohmte. Die VLO macht im Grunde genommen das, was sie schon immer gemacht hat. Sie hält die Strecke instand und investiert in die Infrastruktur. Jetzt kann allerdings mehr Geld ausgegeben werden als in den Vorjahren – dank der Fördermittel von Land und Bund.

Ausschreibung läuft

„Im Moment läuft die Ausschreibung“, so Bühning. Danach werden die Aufträge vergeben, und die Arbeiten an der Strecke können im Herbst beginnen. Zu den Maßnahmen zählt die Erneuerung von Gleisen und Schwellen am Bahnhof Bohmte. Außerdem wird der Bahnübergang Wehrendorfer Straße Höhe des Wasserwerks in Bohmte saniert. Weitere Arbeiten sind im Bereich des Bahnhofs Pr. Oldendorf vorgesehen. Hinzu kommen Gleisbett- und Schwellensanierungen an mehreren Stellen auf der Strecke der Wittlager Kreisbahn.

Bühning vergleicht das Gesamtvorhaben mit der Reparatur von Straßen. Hier werden in der Regel ja auch kleinere Stellen und Abschnitte ausgebessert. Insgesamt sieht er die Förderzusage aus Hannover natürlich positiv. „Eine tolle Geschichte“, so der VLO-Betriebsleiter. Die aber nicht ganz überraschend komme. Auf den Gleisen unterwegs sind heute Güterzüge, die Firmen im Wittlager Land mit Material beliefern und die Museumsbahn. Dabei wird es mittelfristig auch bleiben. Die Initiative Wittlager Kreisbahn macht sich wie berichtet dafür stark, dass im südlichen Abschnitt der alten Wittlager Kreisbahn – also zwischen Bohmte und Bad Holzhausen – bald auch wieder Personenzüge fahren. Mit den nun anstehenden Investitionen könne dieses Ziel noch nicht erreicht werden, darauf weist Bühning hin.

Mit Tempo 30

Derzeit rollen die Züge mit Tempo 30 durch das Wittlager Land. Für die reguläre Personenbeförderung im Rahmen des ÖPNV müssten es 80 Stundenkilometer sein. Dafür wiederum seien erhebliche Investitionen erforderlich, das betrifft Schiene und Gleisbett, aber auch Bahnübergänge und die Lichtzeichenanlagen. Am Erreichen dieses Ziels wird weiter gearbeitet. VLO und Kommunalpolitik sind auf jeden Fall froh, dass in den Streckenabschnitt investiert wird. „Das hält die Sache am Laufen“, so Bohmtes Bürgermeister Klaus Goedejohann mit Blick auf die Reaktivierung der Strecke für den Personenverkehr. „Die Gemeinde Bad Essen begrüßt die Förderzusage natürlich“, sagt Carsten Meyer, Erster Gemeinderat.


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