Weitere Friedhofsplanungen Bohmte: Sorge um die Grabpflege im Vordergrund

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Bohmte. Rund um den Friedhof der Gemeinde Bohmte wird sich einiges tun. Die ersten Schritte, nämlich die exakte Vermessung und der Abgleich der Unterlagen zusammen mit dem Friedhofsgärtner, sind erfolgt. Die nun folgende Planung soll neue Bestattungsformen ermöglichen.

Eine Art Zwischenbescheid zur Friedhofsentwicklungskonzeption trug Heinrich Kettler, Planer der Cemterra GmbH, in der jüngsten Ortsratssitzung in der Aula der Oberschule vor. Mit den Perspektiven konnten sich die Ortsratsmitglieder anfreunden. Entsprechend erging einstimmig die Empfehlung an den Verwaltungsausschuss, den Auftrag für die weitergehende Planung für die Erweiterungsfläche auf dem Friedhof der Firma Cemterra zu erteilen. Dazu gehört, Urnengemeinschaftsgräber und Urnengräber im Friedhofsbestand zu planen.

Eingangs hatte der Planer für die Bohmter ein Lob parat: „Es ist ein gutes Zeichen für das Funktionieren der Dorfgemeinschaft, dass es kaum ungepflegte Gräber gibt.“ Grundsätzliche Probleme sah er rund um den Bohmter Friedhof nicht, sehr wohl aber Planungsbedarf – nicht nur, aber auch im Hinblick auf neue Bestattungsarten.

Der Planer machte deutlich, dass grundsätzlich die Frage im Vordergrund stehe: „Wer pflegt mein Grab.“ Die Betroffenen wollten in erster Linie niemandem zur Last fallen, aber eigentlich auch nicht anonym bestattet werden. Kettler: „In dieser Richtung gibt es viele gute Ideen.“ Eine Urnengemeinschaftsanlage gehört ebenso dazu wie Baumgräber oder eine Sarggemeinschaftsanlage.

Und über neue Bestattungsarten sollten sich die Verantwortlichen heute Gedanken machen – und nicht, wenn es zu spät sei. Zwischenzeitlich hat ein gemeinsames Gespräch mit den Kirchengemeinden, Bestattern, der Politik und der Verwaltung zur Friedhofsentwicklungsplanung stattgefunden.

Kettler unterstrich, dass die Zahl der Urnenbestattungen überall zunehme, während die Erdbestattungen zurückgingen. Das wiederum bringe den Kommunen Entlastung im Hinblick auf den Flächenbedarf.

Erweiterungsfläche

In Bohmte befindet sich eine Erweiterungsfläche von rund 20000 Quadratmetern im Eigentum der Gemeinde. Der bestehende Friedhof umfasst rund 22000 Quadratmeter, von denen derzeit 57 Prozent als Grabflächen genutzt werden. Der Experte: „Das ist ein relativ hoher Wert.“ Aktuell erfolgten die meisten Beerdigungen auf Familienstellen – im Bestand auf dem „alten“ Friedhof.

Aber die Nachfrage im Hinblick auf Alternativen nehme zu. Für den Friedhofsträger gelte es vorzusorgen. Bei einer Sarg- oder Urnengemeinschaftsanlage erfolge die Pflege durch den Friedhofsgärtner und sei in die Gebühren eingerechnet. Dafür werde die Erweiterungsfläche von rund 7000 Quadratmetern überplant. Kettler warnte davor, Platten in Grabflächen zuzulassen. „Dort werden dann Blumen oder Schmuck abgelegt, es kann nicht ohne Abräumen gemäht werden.“ Besser sei es, einzelne Grabsteine in einer schmalen gepflasterten Reihe vorzusehen. Die Botschaft lautete: „Es gibt viele Möglichkeiten, es muss aber passen und bezahlbar bleiben.“ Es gelte, Grabarten zu entwickeln, die den Wünschen der Bürger entsprechen. Was funktioniere, bleibe. Das gelte genauso für die bislang gewohnten Bestattungsarten, zu denen auch die Wahlgräber (mit der Möglichkeit, die Liegezeit zu verlängern) zählten. Es müssten Grabarten angeboten werden, die den Bedürfnissen der Bürger entgegenkämen, damit sie sagen könnten: „Genau das wollte ich.“ Und seine Erfahrung zeige, dass die Menschen überwiegend die Frage belaste, wer ein Grab auf Sicht pflege.

Angedacht ist zudem die Möglichkeit, größere Grabstätten teilweise zurückgeben zu können, sprich zu verkleinern. Wie das konkret aussehen und geregelt werden könnte, dazu soll von der Verwaltung eine Kostenlösung erarbeitet werden.

Einigkeit herrschte im Ortsrat, dass die nicht benötigte Erweiterungsfläche im Besitz der Kommune bleiben soll. Winfrid Buchsbaum und Willi Ladner meinten: „Wir können uns alles vorstellen, nur nicht den Verkauf.“

Und auch die Friedhofshalle war in den Blick des Planers geraten. Er regte an, den Absatz am Eingang ebenso zu überdenken wie die Beleuchtung im Inneren. Und er stellte die Frage: „Warum sollte in der Halle nicht einmal eine Lesung oder ein Konzert stattfinden?“


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