Schnuppertag des Vereins Wenn in Bohmte der Steuerknüppel „gerührt“ wird

Von Friedrich Lüke

Schnuppern erlaubt und gefragt: Viele Interessierte konnte der Luftsportverein in Bohmte begrüßen. Foto: Friedrich LükeSchnuppern erlaubt und gefragt: Viele Interessierte konnte der Luftsportverein in Bohmte begrüßen. Foto: Friedrich Lüke

Bohmte. „Da ist ja einfacher, als ich dachte, ich durfte selber steuern, geil, wie das alles von oben aussieht!“ Das sind oft gehörte Bemerkungen, die von Neulingen im Luftsport geäußert wurden. Um einen Tag hatte der Luftsportverein Wittlage den Schnuppertag verschieben müssen, das Wetter spielte nicht mit.

Bei bedecktem Himmel ohne Regen konnten die Luftsportler viele Schnupperflieger begrüßen, die im Segelflugzeug oder Ultraleicht einmal selbst den Steuerknüppel „rühren“ durften. Nach ein wenig Theorie und Verhaltensregeln auf dem Gelände und Vorstellung der Fluglehrer wurden die Flugzeuge an die Startstelle gebracht. Ein wenig „Bammel“ hatten viele Interessierte vor dem steilen Windenstart. Diese Skepsis war allerdings unbegründet, denn mit eigenen Händen und Füßen an den Steuerorganen und Fluglehrer im Rücken entpuppte sich diese Startart als harmlos.

Bevor vom Übungsdoppelsitzer „Delta 0149 startklar“ an den Segelflugstartleiter per Funk gemeldet wurde, musste im Flugzeug sitzend die Checkliste abgearbeitet werden. Die Neulinge im Cockpit lasen diese Liste laut vor, und mit Unterstützung von Fluglehrer und Helfern des Vereins wurde diese Aufgabe gemeistert. „Das wird im Airbus-Cockpit übrigens genauso gemacht“, war von fachkundigen Helfern zu hören. „Ist man erst mal in der Luft, ist es zu spät, noch etwas Wichtiges am Flugzeug oder Besatzung zu regeln.“

Danach wurden das Flugzeug und Besatzung startklar an den Startleiter gemeldet, der umgehend den Windenfahrer am anderen, über einen Kilometer entfernten Ende des Flugplatzes über den bevorstehenden Start informiert. Mit 300 PS ging es dann gefühlvoll in den Himmel, das die Flugschüler mit „raketenmäßig“ kommentierten.

Nach der Landung dann der sportliche Teil, die doppelsitzigen Segelflieger mussten zu den Startstellen zurückgeschoben werden. Neidische Blicke zu den Ultraleichtfliegern, denn da wird mit Motorkraft gerollt. Wer diese Schnuppersparte gewählt hatte, konnte 30 Minuten am Stück mit Fluglehrerbegleitung das Ultraleicht ausprobieren. „Überhaupt nicht so schwierig, wie ich mir das vorgestellt habe“, war der Kommentar eines zukünftigen Flugschülers, der weitermachen möchte.

Nach dem Essen ging es gestärkt in die zweite Halbzeit. Maximilian Gärtner, 14-jähriger Schüler des Wittekindgymnasiums in Lübbecke, musste auf die Waage. Der vordere Sitz eines Segelflugdoppelsitzers braucht eine Mindestzuladung, die bei ihm nur mit zusätzlichen Bleigewichten zu erfüllen ist. Das hat natürlich auch Grenzen, zu sehr „untergewichtige“ Jugendliche werden auf die nächste Saison vertröstet. Geschnuppert hat auch Christiane Lögering aus GMHütte. Die 34-jährige Kauffrau und Mutter zweier Kinder hat das Segelfliegen ausprobiert und meinte: „Geht richtig schnell hoch, interessant, wie der Flieger auf Steuereingaben reagiert.“ Das empfand auch Sandra Fischer aus Melle, die sich auch für den Segelflug gemeldet hatte. Die 35-Jährige hat schon öfter an Rundflügen teilgenommen, doch jetzt selbst ein Flugzeug steuern ist eine bessere Erfahrung.

Der Tag der offenen Tür am 1. Mai und Zeitungsartikel über die Vereinsaktivitäten waren übrigens die meistgenannten Gründe, nach Bohmte zu kommen. Am Ende dieses erfolgreichen Schnuppertages haben die Wittlager Luftsportler neue Freundinnen und Freunde für ihre Sache gewonnen.