Kreisposaunenfest 2015 Unüberhörbar schön erklingt Gotteslob in Hunteburg


Hunteburg. „War das ein schöner Festgottesdienst“, schwärmte eine Besucherin, die damit sicher vielen anderen aus dem Herzen sprach. Gemeint war das diesjährige Kreisposaunenfest, das in der Sporthalle der Wilhelm-Busch-Schule in Hunteburg ausgerichtet wurde.

An dem nahmen nicht nur zahlreiche Besucher von nah und fern teil, sondern auch über 200 Posaunisten der Posaunenchöre der Kirchenkreise Melle-Georgsmarienhütte und Bramsche unter der Leitung von Kreiskantor Andreas Opp.

„Reichlich, schön und unüberhörbar soll heute unser Gotteslob erklingen. Denn eine unüberschaubare Menge an Bläserinnen und Bläsern geben diesem Raum eine wohltuende Atmosphäre“, betonte Pastor Hans Jürgen Milchner, der die liturgische Gestaltung übernahm. Der frühere Bischof habe einmal gesagt: „Unsere Posaunenchöre sind das wertvollste Blech, was wir in unserer Landeskirche haben!“ Ganz besonders freue er sich über die Festpredigt des früheren Landessuperintendenten Dr. Burghard Krause. „Mich erfüllt es mit Stolz, dass Sie heute Morgen hier sind“, bekannte Milchner.

„Haben Sie schon einmal Urlaub am Meer gemacht?“, warf Burghard Krause zu Beginn seiner Predigt als Frage auf, der als Grundlage das Lied „Nun jauchzt dem Herren, alle Welt“ nahm. Am Meer höre man nicht nur das Rauschen der Brandung, sondern auch das Schreien der Möwen. „Das nennt man Jauchzen. Und auf Englisch heißt dieser Möwenschrei übrigens ‚Trumpetercall‘ (Trompeterruf)“, erklärte Krause, der diese Erkenntnis überraschenderweise bei Wikipedia gewonnen hatte.

Seine Erklärung: „Beim Kreisposaunenfest haben wir es ganz offensichtlich mit sitzenden Vögeln zu tun. Sogar mit einem ganzen Schwarm von mehreren Hundert“, sorgte für ein herzhaftes Lachen. Auch sie würden ‚Jauchzen‘, meinte der Ruheständler, der dem Jauchzen nachspürte, „das eine Tendenz zum Ausflippen haben kann.“

Gottesdienste hätten selten etwas Ekstatisches, so Krause, der sich wünschte, die liturgische Steifheit abzulegen. Denn: „Gott mit Lust und Liebe entdecken – das ist allemal ein Jauchzen wert!“

Der Obmann der Posaunenchöre, Pastor Matthias Hasselblatt aus Bennien, verglich Hunteburg in seinem Grußwort mit ‚High Nine‘. „Wofür stehen diese neun Buchstaben?“ „Heute unüberhörbar natürlich tönen evangelische Bläser unserer Regionen gemeinsam“, definierte Hasselblatt, was ihm einen ersten lang anhaltenden Applaus einbrachte.

An die Hunteburger Posaunisten gewandt: „Ihr habt die Arbeit, wir haben das Vergnügen. Danke für allen Einsatz beim Vorbereiten, beim Durchführen. Danke im Namen aller Posaunenchöre.“ Und: „Glückwunsch zum 115. Geburtstag. Dafür seid ihr noch außerordentlich rüstig. Alle Achtung!“, sagte der Pastor mit Blick an die Hunteburger, die in diesem Jahr dieses ‚Alter‘ erreichen.

„Musik ist offensichtlich ein Jungbrunnen“, bemerkte der Obmann, der am Schluss seines Grußwortes besonders Andreas Opp, „der mit viel Herzblut dabei ist“, dankte. Opp vertrat Martin Stindt aus Bad Essen krankheitsbedingt mit.

Landesposaunenwart Christian Fuchs aus Wimmer nutzte sein Grußwort, um vielen einfach „Danke“ zu sagen. „Vielen Dank für die tolle Predigt“, wandte er sich an Burghard Krause. „Euch Bläsern allen ein herzliches Dankeschön, dass ihr alle dieses möglich macht durch eure Dienste in den Posaunenchören. Ihr seid der größte Kreisverband in unserer Landeskirche, und ihr lasst diesen in der Welt auch immer klingen. Das ist etwas ganz Großartiges und Tolles“, betonte Fuchs, der ebenfalls Andreas Opp, den Posaunenchorleitern und denjenigen dankte, die die Jungbläser ausbilden. „Die haben die größte Arbeit“, unterstrich der Landesposaunenwart, der stellvertretend für alle Posaunenchorleiter im Kirchenkreis Hunteburgs Chorleiter Martin Kröger ehrte. „Der hat dieses Jahr 40-jähriges Bläserjubiläum.“

Nach diesem Festgottesdienst warteten ein leckeres Mittagessen, ein gemütliches Kaffeetrinken sowie in einem Klassenraum der Schule eine Instrumentenausstellung der Blechblasinstrumentenfirma Peter Meyer aus Hagenburg auf die Besucher. 2016 findet das nächste Kreisposaunenfest übrigens in Buer statt.