Was liegt 2014 im Trend? Weniger Böller, mehr Großbatterien im Wittlager Land

Von Steffen Meyer



Altkreis Wittlage. Feuerwerk ist teuer, sein Glanz schnell verpufft und der Umgang damit nicht gerade ungefährlich. Trotzdem gehört es für viele zum heutigen Jahreswechsel einfach dazu. Montag in den frühen Morgenstunden begann der Verkauf für die diesjährigen Silvesterfeiern. Erste Trends sind erkennbar.

„Und sie unterscheiden sich nicht wesentlich im Vergleich zu den Vorjahren“, berichtete Petra Janwlecke aus den Reihen der Geschäftsleitung von Hoffmeister. Bereits am ersten Verkaufstag zeichnete sich ab, dass Feuerwerksbatterien in allen Größen erneut im Fokus des Kundeninteresses stehen, gefolgt von Raketen im Paket.

Ein Trend, der vorwiegend in dem Hunteburger Fachmarkt zu finden ist, sind Signalpistolen, die echten Schusswaffen auf den ersten Blick täuschend ähnlich sehen, die aber durch einen Aufsatz ausschließlich Pistolenfeuerwerk verschießen können. Investiert werden muss hierbei insbesondere in die Grundausstattung.

„Das fängt mit einer kleinen Damenpistole für rund 80 Euro an und kann raufgehen bis zu 300 oder 500 Euro. Die Mittelklasse liegt bei circa 150 Euro“, erläuterte Janwlecke. Wer eine Signalwaffe benutzen will, sollte sich damit auskennen und nie auf Menschen zielen, ist oberstes Gebot. „Macht euch mit dem Umgang zuvor vertraut“ rät sie daher zwei Käufern. Zuvor hatte sie sich das Alter bestätigen lassen.

„Feuerwerk darf grundsätzlich nur an Volljährige über 18 Jahren verkauft werden“, unterstrich auch Karsten Gröne. Bei ihm ist der Feuerwerksverkauf zwischen den Feiertagen allerdings kein zentrales Geschäft und seine Auswahl ist deutlich überschaubarer als bei Hoffmeister.

„Wir gehen damit nicht groß in die Werbung und bieten es vorwiegend unseren Stammkunden an“, fügte der Betriebsleiter des Hagebaumarktes in Bad Essen hinzu. Zu ihm kommen die Kunden vielmehr, um Dinge für den Haushalt und Baubedarf zu kaufen. Großen Aufwand angesichts der geringen Verkaufsmengen muss er nicht betreiben. „Wir haben auch keine Sonderverkaufsflächen dafür“, so Gröne. Angeboten wird das Feuerwerk unter Aufsicht im Sichtbereich der Information. Die Auswahl beschränkt sich auf das niedrige bis mittlere Preissegment und liegt stets unter 40 Euro. Bei Hoffmeister dagegen sind sogar 217 Schuss als Kombi-Batterie für 99 Euro zu haben.

Die Zahlen dokumentieren, weshalb jährlich bundesweit so horrende Summen für den lautstarken Lichterglanz in der Silvesternacht ausgegeben werden. Nicht viel Geld kosten nur die kleinen Gimmicks wie Tischfeuerwerk, Kinderspaß oder Utensilien zum Bleigießen. Ein ansehnliches Brillantspektakel am nachtschwarzen Himmel ist jedoch nicht für ein paar Euro zu haben.

„Genaue Zahlen liegen mir jetzt natürlich noch nicht vor, doch grundsätzlich ist der Verkauf bei uns auf dem Lande nicht so spektakulär groß wie in Städten“, urteilte Anneliese Sander. Ihr Edeka-Markt in Venne bietet ebenfalls Feuerwerksraketen und -batterien in großer Auswahl an. An Kunden verkauft wird ihrer Einschätzung nach aber seltener im dreistelligen Bereich.

Wie die übrigen Verkaufsstellen sind auch bei Edeka Sander ausschließlich Qualitätsprodukte zu finden. „Wichtig ist, dass immer die CE-Norm ausgewiesen wird. Sie ist durch eine Prüfziffer gekennzeichnet und garantiert, dass die Feuerwerksbatterien, -raketen sowie -böller vorschriftsmäßig hergestellt worden sind“, ergänzte die Inhaberin.

Nachfrage besteht bei ihr vorwiegend im Hinblick auf Raketen und Batterien. „Was in den letzten Jahren spürbar rückläufig war, ist das Interesse an Chinaböllern und kleineren Krachern. Die verkaufen wir kaum noch“, so Sander abschließend. Auch ein Blick auf die Auslagen in anderen Geschäften bestätigte diese Einschätzung. Auch dort waren sie selten zu finden.


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