Für 3,12 Millionen Bohmter Bahnhof soll barrierefrei werden

Seit vier Jahren steht das Bahnhofsgebäude in Bohmte leer und wird von den Reisenden nur noch als Zugang zu den Bahnsteigen genutzt. Foto: Oliver KratoSeit vier Jahren steht das Bahnhofsgebäude in Bohmte leer und wird von den Reisenden nur noch als Zugang zu den Bahnsteigen genutzt. Foto: Oliver Krato

Bohmte. Der Bohmter Bahnhof soll für rund 3,12 Millionen Euro modernisiert werden. Die Baumaßnahmen sind Teil des 150 Millionen teuren Sanierungsprogramms, das die Deutsche Bahn und die niedersächsische Landesregierung am Donnerstag in Hannover beschlossen haben.

Bis 2025 sollen 44 Bahnstationen in Niedersachsen ausgebaut werden, darunter zum ersten Mal auch kleinere Bahnhöfe, die täglich weniger als 1000 Ein- und Ausstiege verzeichnen. Die Kosten für die Umbaumaßnahmen teilen sich das Land Niedersachsen und die Bahn. Zu den Bahnhöfen im Osnabrücker Raum, in die investiert wird, gehören neben Bohmte der Osnabrücker Hauptbahnhof, Natrup-Hagen, Melle, Hasbergen und Bruchmühlen.

Die Stationen barrierefrei zu gestalten ist ein besonderer Schwerpunkt des Modernisierungsprogramms. Mobilitätseingeschränkte Reisende sollen künftig Bahnsteige und Züge problemlos erreichen können. Aus diesem Grund werden am Bohmter Bahnhof zwei neue Aufzüge installiert. Bislang sind Rollstuhlfahrer, gehbehinderte Reisende und Mütter mit Kinderwagen dort auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen, da die Bahnsteige nur über Treppen zu erreichen sind.

Neben dem Einbau von Aufzügen gehört zum Modernisierungskonzept auch die Erneuerung der Unterführung sowie eine verbesserte Beleuchtung des Bohmter Bahnhofgeländes. Außerdem werden der Mittelbahnsteig und der Hausbahnsteig auf 220 Meter ausgebaut.

Die Nachricht über die Sanierungspläne stieß bei den Politikern von Gemeinde und Landkreis auf positive Reaktionen. Besonders Bohmtes Bürgermeister Klaus Goedejohann freute sich über die zugesagten Investitionen von mehr als drei Millionen Euro. Wichtig sei vor allem die barrierefreie Gestaltung des Bahnhofes, so Goedejohann. Auch die Landtagsabgeordnete Filiz Polat (Grüne) aus Bramsche lobte den geplanten Einbau von fehlenden Aufzügen an mehreren Bahnhöfen der Region: „Endlich haben wir das nötige Geld, um weitere Hürden abzubauen, damit mehr Menschen barrierefrei die Bahn nutzen können“, sagte sie.

SPD-Bundestagsabgeordneter Rainer Spiering betonte, dass durch die Infrastrukturmaßnahmen das Bahnfahren für die Reisenden komfortabler werde: „Ich freue mich sehr, dass durch die Sanierung zahlreicher Bahnhöfe in Osnabrück Land und Stadt die Qualität für die Bahnbenutzer verbessert wird und somit auch ein Beitrag zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Nahverkehrs geleistet wird. Besonders beachtlich finde ich die Umbaumaßnahmen zur barrierefreien Erreichbarkeit der Bahnhöfe“.

Unabhängig von den am Donnerstag verkündeten Modernisierungsplänen denkt die Gemeinde Bohmte über einen Kauf des leer stehenden Bahnhofsgebäudes nach. Ende 2010 hatten der damalige Pächter des denkmalgeschützten Hauses und die Deutsche Bahn ihr Vertragsverhältnis beendet. Eine Nachnutzung seit der Schließung der Bahnhofsgaststätte gab es nicht. Ein Kauf des Gebäudes mache durchaus Sinn, so Goedejohann. „Die Bahn hat an einer Vermietung kein Interesse, und solange das Gebäude leer steht, wird es nicht besser“, sagte der Bürgermeister. Ein Planungsbüro soll deshalb eine Kostenschätzung erstellen. Neben dem Kaufpreis müssen auch nötige Innen- und Außensanierungsmaßnahmen miteinkalkuliert werden. „Es geht darum, dass ein Kostenrahmen ermittelt wird, damit man überhaupt weiß, worüber man redet“, erklärte Goedejohann. Auch über verschiedene Nutzungskonzepte soll diskutiert werden. Das Thema Bahnhofsgebäude stehe kommendes Jahr definitiv auf der Agenda, betonte der Bürgermeister.


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