Wohnungsmarktbeobachtung Nachfrage nach kleineren Einheiten in Wittlage

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Altkreis Wittlage. Die Wohnungsmarktbeobachtung ist eines der Projekte, die durch Ilek – das integrierte ländliche Entwicklungskonzept für das Wittager Land – umgesetzt werden. Die kommunale Wohnungsmarktbeobachtung ist ein Instrument, um aktuelle Sachverhalte, Entwicklungen und Veränderungen zu erfassen. Mittlerweile liegt der zweite Marktbericht vor.

Der Wohnungsmarkt unterliegt einem stetigen Wandel. Das hat auch mit der demografischen Entwicklung zu tun. Das Instrument Wohnungsmarktbeobachtung liefert daher auch interessante Fakten über die Bevölkerungsstruktur in den drei Altkreisgemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln.

Der erste Bericht, der 2011 erschien, basiert auf den Daten des Jahres 2009. Der neue Bericht hat die Zahlen der Jahre 2011 und 2012 ausgewertet. Wie hat sich die Einwohnerzahl in diesem Zeitraum entwickelt?

In der Gemeinde Bad Essen waren 2009 insgesamt 15899 Bürger gemeldet, in Bohmte waren es 13444 und in Ostercappeln 9546. Drei Jahre später waren es in Bad Essen 15722, in Bohmte 13196 und in der Gemeinde Ostercapplen 9501. „Es zeigen sich relativ konstante Bevölkerungszahlen bis 2014 mit minimalen Rückgängen“, stellen die Verfasser fest. Aber: Der demografische Wandel hat begonnen. „Die Progonosezahlen für die Jahre 2020 und 2030 zeigen einen deutlichen Rückgang der Gesamtbevölkerung in der Region“. Beim Blick auf die Daten der Jahrtausendwende ist festzustellen, dass Bad Essen und Bohmte im Jahr 2014 den Bevölkerungsstand aus dem Jahr 2000 minimal unterschritten haben. In Ostercappeln zeigt sich der Bevölkerungsrückgang nicht ganz so stark.

Der demografische Wandelt zeigt sich bereits heute in der veränderten Einwohnerstruktur. Die Gesamteinwohnerzahl ist zwar relativ konstant, aber der Anteil der älteren Bürger nimmt stetig zu.

Wohnten 2009 insgesamt 3823 über 60-Jährige in der Gemeinde Bad Essen, waren es 2012 bereits 3965. In Bohmte stieg diese Zahl in dieser Altersgruppe von 3018 auf 3124 und in Ostercappeln von 2192 auf 2268. Innerhalb der Gemeinden gibt es unterschiedliche Tendenzen.

So ist zum Beispiel in Bad Essen eine Zuzugsbewegung Richtung Zentrum festzustellen. Der Ortsteil Bad Essen hatte 2012 mehr Einwohner als 2009. Das Gleiche gilt für Wittlage. Dagegen hat Dahlinghausen Einwohner verloren.

Was heißt das für den Wohnungsmarkt? Eine Konsequenz ist nahe liegend. „Der Anstieg der älteren Bevölkerung bedeutet erhöhte Nachfrage nach barrierefreien und kleineren Wohnungen“, so die Autoren. Verfasser des Wohnungsmarktberichtes ist das Ilek-Regionalmanagement Wittlager Land. Die Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln sowie das Amt für Landesentwicklung (ArL), Regionaldirektion Osnabrück, und der Landkreis Osnabrück, Fachdienst Planen und Bauen, haben ebenfalls mitgewirkt.

So zeigt die Statistik, dass die Haushaltsgrößen in allen drei Gemeinden von Ein- und Zwei-Personen-Haushalten dominiert werden. „Seit 2009 gab es in allen drei Gemeinden einen Anstieg der kleinen Haushalte“, heißt es im Bericht, Was wiederum Auswirkungen auf die Nachfrage hat. Zumal die Prognosen bis 2030 einen weiterer Anstieg der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte sowie damit verbunden ein deutlichen Rückgang der größeren Haushaltsstrukturen aufweist.

Fazit: „Größere Wohneinheiten verlieren auf dem Wohnungsmarkt weiterhin an Bedeutung“, so der Bericht.

Der Wohnungsmarkt hat auf diesen Wandel reagiert. In Bad Essen liegt der Anteil der Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen derzeit bei 20,3 Prozent, in Bohmte bei 14,2 und Ostercappeln bei 16,1 Prozent. Somit dominieren im Wittlager Land große Wohneinheiten mit mehr als vier Räumen. „Im Vergleich zum Jahr 2009 hat der prozentuale Anteil der kleineren Wohnungen in allen drei Gemeinden zugenommen“, stellen die Autoren fest.

Stärkere Bautätigkeit

Insgesamt hat die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren wieder angezogen. Nach wie vor dominieren allerdings Wohnungen in Einfamilienhäusern. Bei den genehmigten Wohnungen lässt sich eine Anpassung an die sich ändernden Rahmenbedingungen wahrnehmen. „Hier müssen die Entwicklungen in den nächsten Jahren beobachtet werden, ob sich der Markt an die gesteigerte Nachfrage bei kleineren Wohnungen anpasst.“ In der Gemeinde Ostercappeln zeigte sich 2012 etwa ein rückläufiger Trend bei den Einfamilienhäusern. Nur 50 Prozent der Baugenehmigungen waren in diesem Bereich einzuordnen.

Wie sieht es mit Neuausweisungen für Wohnbauland aus? Voraussetzung dafür sind natürlich entsprechende Flächen. Bei der Betrachtung der sogenannten Wohnbaulandreserven falle auf, dass die Reserven in allen drei Gemeinden rückläufig seien. Was die zum Teil schwierige Suche nach potenziellen Flächen erklärt.

Wie teuer ist das Bauland im Altkreis? Ebenso wie schon 2009 behält Bad Essen im Jahr 2012 die höchsten Bodenrichtwerte, nämlich 110 Euro je Quadratmeter. Die Tendez ist leicht steigend. In den Gemeinden Bohmte und Osterrcappeln liegt der Wert seit 2005 konstant bei 60 beziehungsweise 70 Euro je Quadratmeter.

Der Wohnungsmarktbericht im Internet unter www.wittlager-land.eu


Der erste Wohnungsmarktbericht für das Wittlager Land ist im Jahr 2011 veröffentlicht worden.

Die Idee: Eine belastbare Datengrundlage sollte erstellt werden, um Veränderungen und Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt frühzeitig zu erkennen.

Die Wohnungsmarktbeobachtung ist also kein einmaliger Vorgang, sondern sie wird im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungs-Konzeptes (Ilek) in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden, um Strategien, Planungen und Entscheidungen an den aktuellen Entwicklungen auszurichten.

Mit dem Analyseinstrument „Kommunale Wohnungsmarktbeobachtung“ hatte die Ilek-Region Wittlager Land wie berichtet sogar einen ersten Preis gewonnen und wurde dafür auf der Grünen Woche 2012 in Berlin ausgezeichnet.

Die damalige Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner überreichte die Siegerurkunde.

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