Netzbau startet im Dezember Bürger Wärme Bohmte: Lieferung ab Sommer 2015

Von Karin Kemper


Bohmte. Die gute Nachricht vorweg. Im Sommer 2015 soll das Netz der Bürger Wärme Bohmte eG den Betrieb aufnehmen. Die notwenigen Ausschreibungen sind abgeschlossen, Mitglieder der Genossenschaft beigetreten. Der Baubeginn ist für Dezember vorgesehen.

Im Gasthaus Bunselmeyer fand am Mittwochabend eine Informationsveranstaltung für Mitglieder und weitere Interessierte statt. Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Buhl sagte bei der Begrüßung: „Viele von denen sind da, die bereits beigetreten sind, aber auch Gäste, die sich informieren wollen.“ Informationen zur Technik und zum Zeitplan lieferte Christian Leugers von Teutoburger Energie Netzwerk (TEN), das von der Bürger Wärme Bohmte den Auftrag erhalten hat, das benötigte Netz zu realisieren.

Den Hauptteil der Wärme liefert das Blockheizkraft am Klärwerk, das über eine Biogasanlage betrieben wird – mit 250 KW thermischer Leistung. In einer ersten Ausbaustufe werden Häuser an Maschweg, Auf der Masch, Ovelgönne, Dr. Weymann-Straße (Verbrauchermärkte) und in der Tappenwiese angeschlossen. Ein Problem gibt es dabei allerdings. Ein erheblicher Teil der Blumenstraße bleibt ausgeklammert. Leugers: „Mit einem Interessenten ist die Anschlussdichte dort nicht ausreichend groß.“ Die weitere Erschließung hängt somit von zusätzlichen Interessenten ab.

Zum Wärmenetz gehört auch ein Wärmespeicher mit 25 Kubikmetern Kapazität, der hilft, eine hohe Auslastung der Biogaswärme zu generieren. Dieser befindet sich in einem Verbrauchermarkt, ebenso ein (bereits bestehender) Erdgaskessel mit 400 KW zur Abdeckung von Spitzenlasten und zur Absicherung der Versorgung.

Derzeit führt der Wasserverband in der Tappenwiese Arbeiten durch. Buhl unterstrich: „Die Abstimmung mit dem Wasserverband läuft regelmäßig.“ In wieweit komplett parallel gearbeitet werden könne, müsse sich herausstellen – etwa im Frühjahr im Bereich der oberen Blumenstraße. Auf jeden Fall, so Buhl, soll die Umstellung der Heizungsanlagen im Verlauf der Sommerperiode erfolgen.

Augenzwinkern warf einer der Teilnehmer ein: „Dann weiß ich ja, wann ich anfangen muss, meinen Keller aufzuräumen.“ Bürgermeister Klaus Goedejohann (Vorstand der Bürger Wärme Bohmte) verwies darauf, dass der Netzbau im April oder Mai abgeschlossen sein soll, dann genügend Zeit für die Umklemmphase bleibt. Jeder Nutzer der Fernwärme sollte beim Öleinkauf gut planen beziehungsweise sich die Gaslieferverträge anschauen.

Dazu hatte Buhl einen wichtigen Hinweis: „Abrechnungstag ist der Tag, an dem der Heizungsbauer den Zähler zu Westnetz zurückschickt.“ Er räumte gleichzeitig ein, dass die endgültige Abrechnung dann durchaus einige Monate dauert. Gleichzeitig starteten aber die Zahlungen an die Bürger Wärme Bohmte. Buhls Tipp: „Wenden Sie sich dann an Ihren Energielieferanten, dann der Abschlag reduziert wird.“

Durch die vom Bohmter Gemeinderat beschlossene Bürgschaft für die Genossenschaft hilft bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Derzeit umfasst die Zahl deren, die den Beitritt zur Bürger Wärme Bohmte erklärt haben, bei 32 Häusern und 29 Eigentümern. Sobald der Bau des Netzes anläuft, wird das Eintrittsgeld der Genossenschaftsmitglieder in Höhe von 2000 Euro fällig, plus 100 Euro für einen Genossenschaftsanteil. Das heißt, die Mitglieder sind gleichermaßen Genossen und Kunden. Das Eintrittsgeld deckt die Anschlusskosten und Hausstationen ab. Wer nachträglich beitritt, das unterstrichen die Verantwortlichen, muss mit deutlich höheren Kosten rechnen.

Buhl weiter: „Derzeit erfolgen keine zusätzlichen Abfragen nach Interessenten. Das kommt vielleicht im Sommer 2017 – nach einer erfolgreich verlaufenen Heizperiode.“ Dazu gehörte der Hinweis: „Wir wollen und müssen nachweisen, dass alles gut läuft.“ Reaktion aus dem Publikum: „Das will ich doch hoffen. Ich werfe meine Heizung raus...“

Beantwortet wurde am Mittwoch auch die Frage, wie viele Stunden das Jahr hat. Nämlich reichlich 8700 Stunden. Und genau diese Zeit läuft die Netzpumpe mit einer Vorlauftemperatur in den Leitungsrohren von 80 bis 85 Grad Celsius. Buhl: „Sonst könnten wir die Wärmelieferung nicht garantieren.“