Kammermusik mit Blockflöte Werkstatt-Konzert in Lemförder Diakonissen-Mutterhaus


Lemförde. „Es sind diesmal viele große Blockflöten, wie beispielsweise die Subbassflöte, dabei. Was es früher gar nicht gab, aber das bringt auch erst den richtigen Sound“, schwärmte Danielle Zenker aus Bückeburg. Zum neunten Mal gab sie im Diakonissen-Mutterhaus „Altvandsburg“ das schon traditionelle fünftägige Seminar „Kammermusik mit Blockflöten“. Höhepunkt war am Samstagabend in der Kapelle des Mutterhauses ein Werkstatt-Konzert.

Knapp 40 Teilnehmer waren erneut aus ganz Nord- und Westdeutschland angereist, um an diesem Seminar teilzunehmen. An Instrumenten waren in diesem Jahr Block- und Querflöten, aber auch Posaune, zwei Celli, Geige, Orgel oder Cembalo vertreten.

„Es ist schön, dass Sie wieder gekommen sind“, betonte Oberin Schwester Heidemarie Jäckel in ihrer Begrüßung, die der Zuhörerschaft signalisierte: „Wir können uns wieder freuen auf einen schönen, besinnlichen, genussvollen Abend.“ „Uns ist es ein Anliegen, Ihnen zu zeigen, was wir in den letzten Tagen gemacht haben“, unterstrich der Ehemann der Seminar-Leiterin, Bernhard Zenker, der weiter herausstellte: „Es wird vieles durchprobiert, aber es kann nicht das Ziel sein, Perfektion in einer kurzen Zeit herzustellen. Der Tag müsste dann 48 Stunden haben.“

In diesem Jahr seien es 30 Jahre, „dass dieser Kreis besteht“, ging Zenker auf die Anfänge ein. Gebildet habe sich die „Zelle“ an der Musikakademie Trossingen. Heute gehören noch vier „Stammzellen“ dazu, doch: „Es hat eine wunderbare Zellvermehrung gegeben“, freute er sich mit Blick auf das große Ensemble im Altarraum. Neue sind übrigens jederzeit willkommen, so der Bückeburger. Die Arbeit sei stets ein möglichst großes Kennenlernen von neuen Werken. So hörte das Publikum musikalische Kostbarkeiten, teilweise von Komponisten, deren Namen man noch nie gehört hat oder kaum kennt. Durch das Programm führte Danielle Zenker.

Im Tutti eröffnete das Ensemble das Konzert mit „Musica, die ganz lieblich Kunst“ von Johann Jeep mit Gesang und Instrumenten. Getragen, festlich, lieblich – Musik, die sofort die Herzen des Auditoriums erreichte. In kleiner Besetzung folgte von Georg Philipp Telemann eine „Gigue“ aus der Konzertsuite D-Dur. „Es ist sehr selten, dass man so überhaupt spielen kann“, kündigte Danielle Zenker eine ungewöhnliche Instrumentierung mit Bassflöte, Groß- und Subbass an. Mit sehr schönem Klang, begleitet von der Sopranistin Erika Nagel, hörten die Besucher „Draw on, sweet night“ von dem Engländer John Wilbye. Johann Gottlieb Janitsch schrieb interessante, aber nicht ganz einfache Musik. Von ihm ließ ein fünfköpfiges Ensemble aus dem Quadro F-Dur den dritten Satz „Allegretto“ erklingen.

Mit barocker Pracht schloss sich – wieder im Tutti – von William Brade, der zeitweise sogar in Bückeburg lebte, „Aus neun Maskentänzen“ der achte „Der dritte Mascharade“ sowie der siebte „Hennen sein Tanz“ an. Erfrischend und im kongruenten Zusammenspiel brachten nun neun Musiker aus dem Concerto F-Dur Nr. IV von Joseph Haydn den dritten Satz zu Gehör. Wunderbar korrespondierten hier zeitweise im Dialog die Flöten mit den Streichern. Bereits adventlich wurde es mit dem Satz „Tauet, Himmel, den Gerechten“ von Johann Crüger, bei dem Bernhard Zenker als Sänger bestach.

Fulminantes Schlusslicht des Konzerts waren „Gloria“ und „Graduale“ aus der Böhmischen Hirtenmesse des tschechischen Kantors und Kompositionslehrers Jan Jakub Ryba. „Jetzt weiß man auch, warum der Engel kundtat: Siehe, ich verkündige euch frohe Botschaft“, sagte eine begeisterte Oberin, die das Ensemble nicht ohne Zugabe entließ.