Akademie Ländlicher Raum Kritik: Fehlende Polizeipräsenz im Wittlager Land

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Die Polizeistation an der Leverner Straße in Bohmte. Foto: Oliver KratoDie Polizeistation an der Leverner Straße in Bohmte. Foto: Oliver Krato

Bohmte. Wie geht es weiter in Sachen Polizeipräsenz im Wittlager Land? In einer Arbeitstagung in Sulingen der Niedersächsischen Akademie Ländlicher Raum mit Sitz in Hannover referierten Bohmtes Bürgermeister Klaus Goedejohann und Gemeindedirektor a.D. Ernst Busse zur Polizeisituation im Altkreis Wittlage.

Das Ergebnis hieraus fasst die Akademie wie folgt zusammen: Bereits im Zusammenhang mit der Polizeireform 2004 forderten die Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln gemeinsam unter anderem die Präsenz durch Verstärkung der Polizei in der Fläche und hierzu auch die Stärkung der Funktionalität und Eigenständigkeit der Polizei. Für diesen Polizeidienst im Altkreis Wittlage stehen die Beamten in der Polizeistation Bohmte (bisher Kommissariat B) mit den Polizeidienststellen Bad Essen und Ostercappeln zur Verfügung.

Mit der Polizeireform 2004 wurden Polizeistärke vor Ort und Streifendienst verringert, verbunden mit den in Aussicht gestellten Verstärkungen aus Bramsche oder Osnabrück (oder gar erst aus NRW oder sonstigen Polizeistandorten) und den sich damit ergebenden Wartezeiten.

Die Bürgerinitiative „Pro-Polizei“ aus den drei Wittlager Gemeinden, die sich eindeutig zur Polizei und zum Dienst der Beamten vor Ort bekennt, verweist auf fehlende Polizeipräsenz mit der im Ergebnis mittlerweile auch fehlenden Prävention. Es ist nur noch „reagieren“ möglich. Die Bevölkerung ist verunsichert, betont die Initiative.

Gespräche und Diskussion mit Polizeidienststellen und letztlich dem Polizeipräsidenten in Osnabrück sind, bedingt durch die starke Bindung an die Entscheidungen des Innenministeriums, bislang ergebnislos.

Die Verwaltungsausschüsse der drei Gemeinden Bohmte, Bad Essen und Ostercappeln begrüßen ausdrücklich die Initiative „Pro Polizei“, sind bereit zu einer konzertierten Aktion, um Gespräche mit den Landtagsabgeordneten und der Landesregierung bei Einbindung der politischen Akteure vor Ort zu erreichen.

Hoffnung lässt hierbei die vom Niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius vorgestellte „Strategie 2020“ zu, nach der die Polizei in Niedersachsen sich neu aufstellen und dabei ihre Präsenz sowohl auf der Straße als auch in sozialen Medien erhöhen will.

Hierbei soll es verstärkte Einfluss- und Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort geben. „Gerade jede Möglichkeit dieses Einflusses sollte genutzt werden, indem Erkenntnisse zur fehlenden Polizeipräsenz in ländlichen Bereichen Niedersachsens erkundet, in Gesprächen und Seminaren vertieft und Ergebnisse daraus im politischen Raum fordernd vorgetragen werden“, heißt es dazu in einer Erklärung für die Medien.


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