Einheitlich – nicht namenlos Neues Grabfeld am Friedhofin Hunteburg

Würdevoller Ort der Trauer: Franz Egon Tombrägel und Hans Wübker am neuen Grabfeld. Foto: Kerstin BalksWürdevoller Ort der Trauer: Franz Egon Tombrägel und Hans Wübker am neuen Grabfeld. Foto: Kerstin Balks

Hunteburg. Dem Wandel in der Bestattungskultur trägt die katholische Kirche in Hunteburg Rechnung. Hier wurde ein Grabfeld für einheitlich gestaltete Grabstätten eingerichtet.

Die moderne Arbeitswelt verlangt den Menschen ein hohes Maß an Mobilität ab. Oft haben die Kinder durch eigene Familie, Ausbildung und Beruf ihren Lebensmittelpunkt über Hunderte von Kilometern fern der Heimat gefunden. Ein Umstand, der auch die Bestattungskultur zunehmend verändert, denn die Grabpflege kann dabei nicht mehr in dem Umfang betrieben werden, wie es in vielen Familien bislang üblich war.

Die katholische Kirchengemeinde Heilige Dreifaltigkeit in Hunteburg trägt dem Rechnung, indem sie auf dem dortigen Friedhof ein Grabfeld realisiert hat, das weitgehend ohne Pflegeaufwand für die Angehörigen auskommt. Der Wunsch nach einer solchen Möglichkeit sei an die katholische Kirche als Friedhofsträger herangetragen worden, berichtet Hans Wübker vom Friedhofsausschuss des Kirchenvorstandes. „Unser Ziel war es, einen würdigen Ort der Bestattung für Menschen zu finden, die entweder keine Angehörigen mehr haben oder deren Angehörige sich nicht um das Grab kümmern können – entweder weil sie zu weit entfernt wohnen oder auch weil sie vielleicht selbst schon gebrechlich sind“, ergänzt Rendant Franz Egon Tombrägel. „Wir haben uns mehrere Lösungen in der Region angesehen, und ein ähnlicher Entwurf in Neuenkirchen bei Bramsche hat uns am besten gefallen“, so Tombrägel weiter. Eine Fläche mit namenlosen Gräbern sei keine Option gewesen, „weil Menschen doch einen Ort der Trauer brauchen“, ist er sich sicher.

Das Grabfeld schließt sich unmittelbar an den neuen Teil des Friedhofs an. Es besteht aus zwei Rasenflächen, die durch eine eingefasste und mit Edelsplitt befüllte Fläche getrennt werden. Auf dieser Fläche werden die einheitlich gestalteten Tafeln mit Namen und Daten der Verstorbenen angebracht, und hier ist zudem Platz für Grablichte und Blumenschmuck in Schalen oder Vasen. Eine weitere Bepflanzung durch die Angehörigen ist nicht vorgesehen; die Rasenpflege übernimmt die Firma Hengelsberg Garten- und Landschaftsbau aus Hunteburg, die auch in Zusammenarbeit mit der Firma Tschörner-Grabmale aus Bramsche das Grabfeld angelegt hat.

Es bietet auf jeder Seite Platz für etwa 23 Grabstätten. Die Gräber werden gegen eine einmalige Gebühr für 25 Jahre im Auftrag der Kirchengemeinde gepflegt. „Dabei besteht die Möglichkeit, auch zwei Grabstätten nebeneinander, etwa bei Eheleuten, zu erwerben“, sagt Tombrägel. Das gilt für Erdbestattungen, bei Feuerbestattungen kann eine Grabstätte zwei Urnen aufnehmen.

Die Einrichtung des neuen Grabfeldes machte eine Änderung der Friedhofsordnung und der Friedhofsgebührenordnung erforderlich. Der volle Wortlaut der Satzungen liegt von Montag, 29. September, bis Donnerstag, 30. Oktober, im Pfarrbüro und in der katholischen Kirche aus. Außerdem wird ein Auszug der Satzungen im Schaukasten an der Friedhofskapelle zum Aushang gebracht. – Nähere Informationen zum neuen Grabfeld sind im Pfarrbüro erhältlich, Telefon 05475/256.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN