Ulrich-Roski-Programm Bad Essener Erinnerungen an Berliner Liedermacher

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Konrad Lohrmann (links) und Hartwig Ventker begeisterten mit einem Ulrich-Roski-Abend, Foto: Christa BechtelKonrad Lohrmann (links) und Hartwig Ventker begeisterten mit einem Ulrich-Roski-Abend, Foto: Christa Bechtel

cb Hüde. Der alltägliche Irrsinn wurde bei ihm zum Ereignis, seine Lieder schrieb und sang er mit Witz und Ironie, Vorbehalte brachte er auf den Punkt, schilderte aber auch humorvoll, provokant und makaber Situationen: der Berliner Liedermacher Ulrich Roski. Am 20. Februar 2003 erlag er den Folgen seiner Krebserkrankung.

Konrad Lohrmann, Liedersänger aus Bad Essen-Linne, und Hartwig Ventker, Musiker und Instrumentallehrer an der Universität Osnabrück und wohnhaft in Bad Essen-Brockhausen, haben Ulrich Roski ein spezielles Programm gewidmet. Am Mittwochabend stellte das Duo auf Einladung des Kultur-Bunts Lemförde ihr persönliches Roski-Programm im Hüder Dorfhaus vor.

„Ich könnte mir vorstellen, dass sie das genauso perfekt machen, wie das damals der Ulrich Roski gemacht hat“, meinte Juliane Theinert vom Kultur-Bunt in ihrer Begrüßung. „Sie werden sicher oft schmunzeln und fröhlich gelaunt hinterher wieder nach Hause gehen“, versprach Theinert dem Publikum.

„Wir wollen Ihnen ein bisschen Ulrich Roski nahebringen, der nach seinem Tod etwas in der Versenkung verschwunden ist. Dabei sind seine Lieder, seine Texte, Gedichte und Geschichten es wert, dass man sich weiter daran erinnert“, erklärte Konrad Lohrmann, der mit Hartwig Ventker – beide begleiteten sich auf ihren Gitarren – den Abend mit dem Lied „Komisch ist es doch“ eröffnet hatte. Schon hier wurde deutlich: Ulrich Roskis Lieder zwingen zum Zuhören, da die selbst komponierten Texte des bekannten Liedermachers äußerst plastisch sind.

Hartwig Ventker erzählte einiges aus Ulrich Roskis Leben, dessen Klassenkamerad Reinhard Mey war. „Er hat immer versucht, in kleinen Alltagssituationen den Witz zu erkennen. Daraus hat er seine Lieder gemacht getreu seinem Motto: „Man darf das alles nicht so verkniffen sehen“, verdeutlichte Lohrmann, der kurze Zeit später sarkastisch-lakonisch „Der langsamste Cowboy der Welt“ zu Gehör brachte.

Roski schrieb aber auch Gedichte, beispielsweise seine „Schwoche“-Reihe. Einige, wie der „Nachmittag an der Havel“, „Concerto Grosso“ oder die „Reise an die Fruntz“ zogen sich wie ein roter Faden durch das Programm der Bad Essener, und die Lachmuskeln der Besucher kamen in Bewegung. Songs mit jeder Menge schwarzem Humor, beispielsweise „Das Gummitier kann nichts dafür“, zur Pause „Das kommt alles vom Saufen“ oder im zweiten Teil „Lutz from the woods“ und das Schlaflied „Schlaf“, das Roski seiner Tochter Sandra widmete, ließen die Lachtränen nur so rollen.

Wie Ulrich Roski mit seiner Krankheit umgegangen ist, hat er in seiner Kurzgeschichte „Fernsehen ist gesund“ beschrieben, die Hartwig Ventker vorlas. Bis zuletzt „verschoss“‘ der Berliner Liedermacher seinen lakonischen Wortwitz satt, der an diesem Abend dem Publikum sehr nah war. Denn hervorragend sorgen Hartwig Ventker und Konrad Lohrmann dafür, dass er nicht vergessen wird.


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