Leidenschaft für Geschichten Bohmter bringt Kindern Bücher näher

Von Michael Pohl

Der Blick verrät: Yogi Eick, der seit 2007 in Bohmte lebt, hat es faustdick hinter den Ohren. Foto: Michael PohlDer Blick verrät: Yogi Eick, der seit 2007 in Bohmte lebt, hat es faustdick hinter den Ohren. Foto: Michael Pohl

Bohmte. Jürgen Eick kommt bei seiner Hauptrolle in der Musik-Show für Kinder „Fabulara“ seine Leidenschaft für Geschichten und Bücher zugute. Gemeinsam mit Baba Book und Laila Musica geht Eick, alias „Yogi“, auf Entdeckungsreise. Die schauspielerische Entwicklung von Eick nahm bereits in der Orientierungsstufe Hasbergen seinen Anfang.

Der am Valentinstag 1971 geborene Eick verbrachte die ersten Jahre seiner Jugend in den Gemeinden am Hüggel. Mit dem elterlichen Haus in Hasbergen an der Straße „im Wiesengrund“ verbindet der Schauspieler noch heute viele Kindheitserinnerungen. Besonders spannend fanden es seine Freunde damals, gemeinsam mit ihm durch den „Geheimgang“ zu stöbern, verrät Eick. Bei diesem Gang habe es sich um einen Hohlraum hinter dem Kniestock des Dachstuhls gehandelt, welcher das elterliche Schlaf- mit dem Kinderzimmer verband.

„Oft haben wir uns darin versteckt“, erinnert sich Eick weiter. Als besonderes Highlight seiner Hasberger Jugend hebt der inzwischen 43-Jährige Besuche im ehemaligen Kino der Wirtschaft Schierke hervor. „Ich war immer voll in den Geschichten drin und konnte dabei herrlich abschalten.“

Seine ersten künstlerischen Erfolge erzielte Eick ebenfalls in Hasbergen. Bei einem Schulauftritt anlässlich einer Abschlussfeier der Haupt- und Realschule führte er eine kleine, von ihm kreierte Show am Klavier auf und wurde dabei gefilmt. Dieses Band erreichte später den Sender RTL.

Unter Carrells Augen

Weil Eick den damaligen Produktionsleiter von seinen Qualitäten überzeugen konnte, wurde ihm 1985 die Übernahme der Moderation einer Kindersendung angeboten. Unter den wachsamen Augen des Entertainers Rudi Carrell gelangen seine ersten medialen Schritte.

Schnell musste der junge Künstler jedoch feststellen, dass das Showgeschäft nicht nur Spaß, sondern auch harte Arbeit bedeutet. Als der Sender bemerkte, dass seine schulische Motivation unter seinen Aktivitäten litt, sorgten die Verantwortlichen gemeinsam mit Eltern für eine adäquate Ausbildung. In einem Internat konnte sich Eick in Ruhe auf seine Sendungen vorbereiten und trotzdem den Anschluss an seine Mitschüler halten. Aber auch Enttäuschungen musste er anfänglich hinnehmen. „Ich dachte immer, Fernsehen sollte Spaß sein“, erklärt Eick. Als dieser Spaß beim Umgang mit schwierigen Menschen verloren ging, zog er die Reißleine und brach die Zusammenarbeit ab.

Der Wunsch, im Showgeschäft zu bleiben, war trotzdem präsent. Seine Eltern hätten ihm jedoch zu einer kaufmännischen Ausbildung neben der schauspielerischen Entwicklung geraten. So kam es, dass Eick zunächst nur nebenberuflich tätig wurde. Einem breiteren Publikum wurde er durch die Darstellung von Figuren, etwa als Balu der Bär im Dschungelbuch aus dem Programm der Tecklenburger Freilichtbühne, bekannt.

Angesprochen auf die beeindruckendste Erfahrung aus seiner Zeit an der Freilichtbühne antwortete Eick spontan: „Peter Pan“. Zwar habe er dabei nicht mitgewirkt, aber der Grund für diese Faszination sei, dass er wie Pan den Wunsch verspüre, nicht erwachsen werden zu wollen. So ist seine schauspielerische Ausrichtung durchaus vergleichbar mit der jugendlich und spontanen Art der Hauptfigur aus der Geschichte von James Matthew Barrie. Dabei bemüht sich Eick nach eigenen Angaben, diese natürliche Spontaneität zu bewahren. Spricht man mit dem Umfeld des Schauspielers, so wird unisono berichtet, dass es immer wieder dessen Lebensfreude ist, die die Menschen begeistert.

Während Eick mit seinem aktuellen Projekt „Fabulara“ im fiktiven Genre beheimatet ist, so hat er mit seiner Familie nach Stationen in Hagen, Osnabrück und Bissendorf schließlich 2007 Bohmte erreicht. „Meine Eltern haben mir immer den Rücken gestärkt. Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.“

Dabei habe sich die elterliche Empfehlung zu einer Ausbildung bezahlt gemacht. Hauptberuflich arbeitete Eick bei einem großen deutschen Anbieter für Mobiltelefone. Trotz des Verständnisses seines Arbeitgebers für die schauspielerische Leidenschaft des Mitarbeiters, beschloss der Künstler mit der Annahme der Hauptrolle für Fabulara, wieder voll ins Showgeschäft einzusteigen. Fabulara (und somit Yogi Eick) nimmt große und kleine Besucher mit auf eine musikalische Reise in die Welt der wunderbaren Bücher und Geschichten. Tagträumer Yogi arbeitet in einer Bücherei und lernt dort zwei bezaubernde Fabelwesen kennen – Laila Musica und Baba Book.

Obwohl Eick mit beiden Beinen im Leben steht, gibt es eine Sache, die ihn aus dem Gleichgewicht bringen kann. Wie viele Mitmenschen fürchtet sich Eick vor Gewitter. Dann flüchtet er sich in die Welt der Bücher. „Dabei kann ich den Donner gut vergessen“, gibt er freimütig zu. Dabei geht Eick, wie die Figur seiner Hauptrolle „Yogi“ in der Show Fabulara, auf Entdeckungsreise in fantastische Welten.

Seit diesem Jahr tourt das Ensemble durch Deutschland und begeistert Zuschauer aller Altersklassen für die bunte Welt der Bücher.