Mathias Wübker engagiert sich Zehn Jahre Sanitäter vor Ort in Hunteburg

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Mathias Wübker auf dem heimischen Balkon in Hunteburg mit Nordschwimmer-Urkunde und Teilnehmer-Tasse. Foto: Rainer WestendorfMathias Wübker auf dem heimischen Balkon in Hunteburg mit Nordschwimmer-Urkunde und Teilnehmer-Tasse. Foto: Rainer Westendorf

Hunteburg. Seit zehn Jahren gibt es die Sanitäter vor Ort in Hunteburg. Mathias Wübker hat das Projekt damals im Ort gestartet. Zum heutigen Team gehören sein Bruder Peter, Steffen Ripke, Frank Thater und Olaf Dunkhorst.

Die Sanitäter vor Ort werden parallel zu Notarzt und Rettungswagen alarmiert. „Ausschließlich über die 112“, erläutert Mathias Wübker. Wir ersetzen den Rettungsdienst nicht. Die Sanitäter vor Ort sind ein Zusatzangebot im Notfall“, betont der Hunteburger. In einem Notfall kommt es auf jede Minute an. „Wir können sieben bis acht Minuten vor dem Rettungsdienst da sein“. Rettungswagen und Notarzt kommen aus Ostercappeln. Gelegentlich auch aus Damme oder Stemwede.

Beim Aufbau des Dienstes in Hunteburg haben die Sanitäter vor Ort aus Bad Essen Hilfestellung gegeben. Da die Sanitäter – wie es der Name sagt – vor Ort in Hunteburg wohnen, ist schnelle Hilfe sicher. Bei Herzkammerflimmern schwindet die Überlebenswahrscheinlichkeit pro verlorener Minute um zehn Prozent. Diese Zeit möglichst gering zu halten, darum geht es. Die Sanitäter vor Ort verfügen über einen Notfallkoffer. Zentraler Bestandteil ist der Defibrillator. Dieser sorgt bei Kammerflimmern durch gezielte Stromstöße dafür, dass das Herz wieder in Takt kommt.

Die Hunteburger Teammitglieder sind übrigens alle ausgebildete Rettungssanitäter und haben im Rettungsdienst gearbeitet. Die Mitglieder können auf die dort gemachten Erfahrungen zurückgreifen. Den Notfallrucksack übernimmt im Wechsel jeweils einer der Sanitäter. Die anderen werden über SMS aber auch bei einem Einsatzalarm verständigt. Gut möglich also, das bei einem Notfall mehrere Sanitäter da sind. „Das macht aber gar nichts“, so Wübker. Bei bestimmten Einsätzen ist es sogar gut, wenn zumindest zwei Helfer gleichzeitig tätig sein können.“

Alles läuft ehrenamtlich

Das gesamte Projekt wird ehrenamtlich geführt. „Wir leben von Spenden“, sagt Wübker. „In diesem Jahr hatten wir bislang 21 Einsätze“, berichtet der Augenoptiker- und Hörgeräteakustiker-Meister. Der Spitzenwert lag bei 160 Einsätzen im Jahr. 70 Alarmierungen waren das Minimum seit 2004. Die Notfalleinsätze, das sind zum Glück nicht nur Herzinfarkte. Es kann auch ein „ganz normaler“ Beinbruch sein. Hier leisten die Helfer dann eher psychologische Hilfe. „Gut, dass Sie da sind“, diesen Satz hören Wübker und seine Kollegen immer wieder. Ebenso wie Ärzte und Rettungssanitäter sind übrigens natürlich auch die Sanitäter vor Ort an die Schweigepflicht gebunden. Was sie in den Häusern sehen und erleben, wird nicht öffentlich. Die Sanitäter sind sehr schnell vor Ort. Sie kennen die Adressen und meist auch die Menschen, die Hilfe im jeweiligen Notfall brauchen. Das hat Vorteile – aber auch einen Nachteil. „Es ist mental schwieriger, damit umzugehen“, berichtet Wübker. Die Patienten sind nicht anonym. Die Hunteburger Sanitäter vor Ort erfahren immer, wie es dem Menschen, bei dem sie im Einsatz waren, danach ergangen ist. Und nicht jeder Notfall kann trotz allen Einsatzes ein glückliches Ende nehmen.

Beruf und Ehrenamt fordern Mathias Wübker stark. Und eine Familie hat der Hunteburger auch. Im Laufen und Schwimmen findet er einen Ausgleich. Wobei der Schwimmer Mathias Wübker schon wieder eine eigene Geschichte ist. Wübker zieht nämlich nicht einfach seine Bahnen im Hallen- oder Freibad. Er ist Nordseeschwimmer und trainiert für dieses Hobby unter anderem im Kronensee und in der Hunte. Nordseeschwimmen: Das heißt, zusammen mit „250 anderen Verrückten“, so Wübker, absolviert er die rund zehn Kilometer lange Strecke von Norddeich nach Norderney. Einmal jährlich findet das Event statt, 2014 ist der Termin am 10. August. In den Jahren davor fand das Schwimmen auf der Strecke Bensersiel–Langeoog statt. Auf die Idee kam Wübker ganz zufällig. Er hatte an einem Lauf in Damme teilgenommen, und nach dem Duschen sah er im Gebäude die Urkunde eines Starters, der erfolgreich beim Nordseeschwimmen mitgemacht hatte. Da hat es Klick gemacht, Wübker informiertet sich und war Feuer und Flammen – oder anders formuliert Wasser und Neoprenanzug…

Er trainierte so gut, wie es die knapp bemessene Zeit zuließ, und Ehefrau Jasmin redete am Telefon mit Engelszungen auf den Schwimmveranstalter ein, doch noch einen Startplatz für ihren Mathias frei zu machen. Das hat funktioniert. Der Hunteburger durchschwamm 2007 erstmals die Nordsee und ist seitdem dabei geblieben.

Das Jubiläum „10 Jahre Sanitäter vor Ort“ findet am nächsten Samstag, 17.Mai, von 15.30 bis 17.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Hunteburg statt.


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