Feierstunde mit vielen Wegbegleitern Bundesverdienstkreuz für Hunteburger Peter Gausmann

Von Karin Kemper


Hunteburg. „Schön, dass Sie da sind“, stand auf einer Tafel. In ganz besonderer Weise galt das für Peter Gausmann, der am Mittwoch im Rahmen einer Feierstunde im Gasthaus Trentmann mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Der Geehrte wandte sich abschließend an seine Familie: „Danke, dass ihr es mit mir ausgehalten habt. Ihr musstet oft zurückstecken.“

Als Erster ergriff Bürgermeister Klaus Goedejohann das Wort. Er machte deutlich: „Es ist eine außerordentlich große Ehre, Sie zu einem wahrlich schönen Anlass begrüßen zu dürfen.“ Im Mittelpunkt stand die Ehrung eines Mannes, der viel erreicht hat – als langgedienter Ehrenamtlicher in der Kommunalpolitik und als Vorsitzender des Heimatvereins. Die große Schar der Ehrengäste belegte die Wertschätzung, die Gausmann genießt. Zahlreiche Weggefährten waren der Einladung gefolgt – vom früheren Landrat Manfred Hugo über Lehrer-Kollege Herbert Telscher bis zu Friedel Trentmann, der mit Gausmann etwas gemeinsam hat – das Bundesverdienstkreuz. Goedejohann ergänzte in Richtung des zu Ehrenden: „Du hast es noch nicht, aber bald.“ Ohne der Laudatio des Landrats vorgreifen zu wollen, hieß es: „Peter Gausmann hat über Jahrzehnte Verantwortung übernommen, dem Ehrenamt und dem Gemeinwesen gedient.“

Die Kurzzusammenfassung der Laudatio lieferte Landrat Michael Lübbersmann selbst. In Richtung des frischgebackenen Bundesverdienstkreuzträgers sagte er: „Menschen wie Sie gestalten das Leben liebenswert.“ Beifall begleitete diese Worte. „Das Bundesverdienstkreuz ist die höchste Anerkennung, die unser Land vergibt. Sie verdienen sie in besonderem Maße.“ Lübbersmann fügte eine kurze Erklärung hinzu: „Bürgersinn kann der Staat nicht verordnen, er kann ihn nur fördern.“

Zwei Feldern hat sich Peter Gausmann neben seinem beruflichen Engagement als Lehrer in besonderem Maße gewidmet: der Heimatpflege und der Politik. Dem Ortsrat Hunteburg gehörte er mit Unterbrechungen von 1972 bis 2011 an, dem Gemeinderat Bohmte von 1972 bis 1981. Von 1976 bis 2009 stand er an der Spitze des Heimatvereins Hunteburg und brachte bedeutende Projekte auf den Weg – von der Freizeitwiese an der Römerbrücke (die er bis heute mit seiner Frau betreut) über die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb 1978 „Unser Dorf soll schöner werden“ bis zur Gestaltung des Ortes mit Rotdornbäumen und zur Heimatforschung (auch als Ko-Autor von Büchern und der Sicherung des Tierarzt-Herbariums).

Und auch der Hinweis auf das, was Gausmann in Hunteburg seinen Schülern vermittelte, durfte nicht fehlen. Generationen von Mädchen und Jungen hat er das Schwimmen beigebracht, legendäre Abschlussfahrten der 9. Klasse begleitet, Jugendlichen die Geschichte der Heimat nähergebracht und für das Ehrenamt begeistert. Nicht vergessen werden darf der jahrzehntelange Einsatz auf der Nikolaustour des Heimatvereins durch Hunteburg. Lübbermanns Fazit: „Wer sich wie Sie aktiv in die Gemeinde einbringt, gibt dem Gemeinwesen ein Gesicht.“

Gemeinsam mit Ratsvorsitzendem Helmut Buß und Klaus Goedejohann überreichte der Hunteburger Ortsbürgermeister Norbert Kroboth ein Präsent. Er sagte: „Peter, du hast dich um unseren Ort verdient gemacht.“ Und weiter: „Wir haben viel für Hunteburg erreicht, unabhängig von der Partei. Früher galt, dass nach einem Telefonat zügig gemeinsam für Hunteburg abgestimmt wurde...“ Kroboth bat abschießend: „Setzte dich weiter für unseren Ort ein und hebe den Finger, wenn etwas nicht so läuft, wie es soll.“

Markus Helling, Gausmanns Nachfolger an der Spitze des Heimatvereins, aus dessen Reihen der Vorschlag für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes gekommen war, verwies auf eine besondere Tatsache: „Peters Einsatz für die Heimat und seinen Ort ist umso bemerkenswerter, weil er kein gebürtiger Hunteburger ist.“

Als letzter Redner war der Geehrte, 1941 in Eschwege geboren, an der Reihe: „Nach so viel Lob hat man rote Ohren.“ Er unterstrich, dass „man so etwas nicht alleine macht, sondern Mitarbeiter und Unterstützer braucht“. Er gelangte 1968 nach Hunteburg – als erster evangelischer Lehrer an der katholischen Konfessionsschule. Zu seinem eigenen Erstaunen sei er 1972 als SPD-Kandidat aufgestellt und gewählt worden. Als er Jahre später als ältestes Ortsratsmitglied die Wahl des Ortsbürgermeisters leiten musste, habe er gewusst: „Es ist Zeit für den Rückzug.“ Rückzug aus offiziellen Ämtern heißt aber für Gausmann nur: „Es ist jetzt weniger geworden, es bleibt mehr Zeit für die Familie.“ Allemal gilt: Hunteburg ohne Peter Gausmann und seinen Einsatz – das geht gar nicht.