Jugendtreffleiter aus Bohmte Norbert Schulte ist selbst noch Kind genug

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Nicht nur Billard, sondern kreatives Austoben steht bei Jugendtreffleiter Norbert Schulte auf dem Programm. Foto: Sarah EngelNicht nur Billard, sondern kreatives Austoben steht bei Jugendtreffleiter Norbert Schulte auf dem Programm. Foto: Sarah Engel

Bohmte. Als Luxus bezeichnet Norbert Schulte seinen Job. Seit dem vergangenen Sommer ist der gebürtige Emsländer der neue Jugendtreffleiter in Bohmte und genießt die Arbeit mit den Kindern.

„Ich gehe einer Erwachsenentätigkeit nach und darf trotzdem jeden Tag Kind sein“, sagt der Sozialpädagoge und lacht. Bereits früh stand für ihn fest, dass er einmal mit Kindern arbeiten möchte. In Münster studierte er katholische Theologie und schloss daran ein Sozialpädagogikstudium an.

Sein erster Job führte ihn nach Georgsmarienhütte. Hier arbeitete er in der Kinder- und Jugendbildungsstätte Dionysiushaus in Holsten-Mündrup . Danach zog es ihn in den Osnabrücker Kletterwald. Als Erlebnispädagoge turnte er gemeinsam mit Besuchergruppen durch den Hochseilgarten, sorgte für die Sicherheit und bildete Trainer aus. „Das war ein sehr zeitaufwendiger Job“, erinnert er sich. „Aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.“ Doch als sich vor einem Jahr bei seiner Frau und ihm Nachwuchs ankündigt, weiß Norbert Schulte, dass es Zeit für eine Veränderung ist. „70 bis 80 Stunden in der Woche waren oft normal. Zudem war die Arbeit am Wochenende nicht wirklich familienfreundlich“, resümiert der Pädagoge. Ganz naiv, wie er sagt, habe er sich dann auf die Stelle in Bohmte beworben und diese im Sommer 2013 angetreten.

„Und wann wirst du wieder gehen?“, sei die erste Frage der Jugendlichen gewesen, als er im Jugendtreff Bohmte anfing. Denn seine beiden Vorgänger seien nur kurz in der Einrichtung gewesen. „Ich habe gar kein Interesse wegzugehen“, habe Norbert Schulte dann entgegnet. Denn er genießt die Arbeit mit den Kindern aus dem Wittlager Land. So biete die offene Jugendarbeit tolle Möglichkeiten. Während sich alle zunächst langsam kennenlernen und beschnuppern könnten, hätten die Betreuer darauf die Gelegenheit, wesentlich intensiver mit den jungen Menschen zu arbeiten.

Nachmittags und am frühen Abend schauen die Kinder und Jugendlichen im Haus an der Jahnstraße vorbei. Norbert Schultes Arbeitstag beginnt bereits um die Mittagszeit. Bis um 16 Uhr der Kindertreff startet, kümmert sich der Pädagoge um organisatorische Dinge und bereitet das Programm der kommenden Wochen vor, lädt Referenten ein oder befüllt den kleinen Kiosk. Bei dem Angebot für die Jugend beweist der Emsländer Kreativität. „Ich spiele hier nicht nur Billard“, sagt er und lacht. Denn an seinem Job liebe er vor allem, dass er sich „jede Menge Blödsinn ausdenken könne“. So veranstaltet er bald eine Zeitreise für die Kinder. In dem abgedunkelten Jugendtreff schauen sich die Teilnehmer ein Video über vergangene Epochen an, während draußen im Freien ein Spiel aus der jeweiligen Zeit aufgebaut wird. Auch zum Krimi-Dinner für Kinder lud er vergangenen Herbst ein und schrieb die Kriminalgeschichte dafür selbst. „Es macht mir einfach Spaß, kreativ zu sein“, gesteht er. „Außerdem bin ich selbst noch Kind genug, um mich darauf einzulassen.“

Neben all dem Spaß scheut Schulte Konflikte nicht. Auch das gehöre eben zur Jugendarbeit. Als es in einem Treff vermehrt Ärger gab, setzte er sich mit den Streithähnen an den Tisch und ließ diese Regeln miteinander erarbeiten. Seitdem seien die ständigen Reibereien weniger geworden. Für die Zukunft schmiedet der Jugendtreff Bohmte bereits weitere Pläne. Da ein Teil seiner Stelle sich mit der „mobilen Jugendarbeit“ befasse, wird aktuell an einem Bulli mit Musikanlage und Spielgeräten gearbeitet. Mit diesem möchte Norbert Schulte dann durch das Wittlager Land touren. Seine tägliche Tour nach Osnabrück empfindet Schulte übrigens als ideal. „Hier kann ich nach der Arbeit abschalten und mich sortieren, bevor es nach Hause geht.“ Dort warten dann seine Frau und ihr „kleiner Überraschungsknaller“, wie Schulte seine an Silvester geborene Tochter nennt, auf ihn.


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