Museum an der Bremer Straße Bohmter Igelvater empfängt gern Besucher

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Bohmte. Mit leuchtenden Augen widmen sich Anika und Mathilda, Carolin und Angelina (und wie die älteren Mädchen und Jungen der Ganztagsgruppen des Kindergartens St. Johann alle heißen) den Schätzen, die das Igelmuseum an der Bremer Straße in Bohmte zu bieten hat.

Und das ist eine Menge. Die Entdeckungen im Untergeschoss nehmen kein Ende. „Guck mal da“, heißt es immer wieder. Besondere Faszination übt eine Igel-Lampe aus. Die Erzieherinnen haben genauso ihren Spaß wie der Nachwuchs und Museumsleiter, Igelvater Bernhard Wetzig. Der wiederum zieht alle mit seinen Igelgeschichten in den Bann. Jedes der Exponate ist mit einer kleinen Geschichte verbunden. Der quietschende Igelball lädt zum Anfassen und Ausprobieren ein. Der Hinweis des Experten: „Kleine Igel quietschen auch, wenn sie nach der Mama rufen.“ Und auch das wusste vorher wohl noch keiner der Besucher: Mutter Igel packt die Kleinen mit der Schnauze und schleppt sie bei Gefahr in Sicherheit.

Und das Märchen vom Hasen und dem Igel, wo die Schlauheit des Igelpärchens sich den schnellen Pfoten des Hasen überlegen zeigt, darf selbstverständlich nicht fehlen. Aber auch Wetzig erfährt Neues. Die kleinen Gäste singen extra für ihn ein lustiges Igel-Lied.

Ob Seifenablage in Igelform, Igelschokolade, Schlüsselanhänger, Schmuckstück, Stofftier, Bücherheld oder Igelfiguren aus den unterschiedlichsten Materialien – derzeit rund 10000 Einzelstücke sorgen dafür, dass für jeden Geschmack des jungen und durchaus auch älteren Igelfans etwas dabei ist. Igel-Tasche gibt es genauso wie Porzellan, Briefbeschwerer oder sogar Schlipse mit Igel-Motiv.

Den Kindergartenkindern bereitet das einfache Igelspielzeug Freude. Klar, dass jeder einmal mit dem Schiebe-Igel eine kleine Runde drehen möchte. Als einer der kleinen Besucher noch nicht zum Zuge gekommen war, heißt es schüchtern: „Ich war noch nicht.“ Selbstverständlich folgt umgehend eine weitere Runde.

Aber nicht nur Darstellungen und Abbildungen rund um das allgemein als Sympathieträger geltende Stacheltier hat das kleinste Igelmuseum Deutschlands, wie es Wetzig bezeichnet, zu bieten. Jede Menge Informationen über die Welt der Igel und ihre Geschichte (älteste Igelabbildungen sind immerhin 4000 Jahre alt) gibt es obendrein – immer passend zu den jeweiligen Besuchern. Und wer hat schon einmal einem Igel über die vielen Stachel gestreichelt? Die Kindergartenkinder von St. Johann können das von sich behaupten. Und voller Stolz nehmen sie den „Riesenigel“ aus Stoff auf den Schoß, während im Fernseher ein Film über das heimliche Leben der Stacheltiere läuft.

Der Museumsbesuch gehört zum Igel-Projekt im Kindergarten. Die Frage einer Erzieherin: „Was habt ihr auf dem Spielplatz gemacht?“, wissen die Kinder im Handumdrehen zu beantworten. „Wir haben Blätter zusammengeharkt, damit die Igel schlafen können.“ Denn bekanntlich schläft der Igel den ganzen Winter über. Damit er das übersteht, muss er ganz viel fressen, bevor er seinen Schlafplatz einnimmt.

Auf die Frage „Möchtet ihr den ganzen Winter schlafen?“ reagieren die Mädchen und Jungen sofort. Im Chor erklingt ein eindeutiges „Nein!“

Igel bekommt Wetzig gelegentlich sogar zugeschickt – mit der dazugehörigen Geschichte. So zählt inzwischen ein Holzigel zur Bohmter Sammlung, den Karl Thiel im Jahr 1942 als Fünfjähriger in der Notzeit als Weihnachtsgeschenk von seiner Mutter erhalten hatte. Der Absender hatte einen Radiobericht über und mit Bernhard Wetzig gehört – und weiß seinen Igel nun in guten Händen.

Geöffnet ist das Igelmuseum montags von 19 bis 20 Uhr oder nach Terminvereinbarung unter Telefon 05473/ 8019871.


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