Benefizkonzert in St. Johannes Chor „Grenzenlos“ sang in Bohmte

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Bohmte. Stehende Ovationen waren der verdiente Lohn für die Sängerinnen und Sänger, ihre Zugabe der Dank für die Begeisterung des Publikums. Die Rede ist vom Chor „Grenzenlos“ aus Spenge (Kreis Herford), der unter der Leitung von Lola Skwarczynski und auf Einladung des Arbeitskreises „Der Sämann“ ein Benefizkonzert in der Kirche St. Johannes der Täufer in Bohmte gab.

„Wir freuen uns, dass Sie sich trotz der vielen Angebote rundherum für dieses Konzert entschieden haben“, sagte Waltraud Wagner, die im Namen des Arbeitskreises die Besucher mit „Bem vindo“ willkommen hieß. Mit ein paar Müttern von singenden Chorkindern habe „Grenzenlos“ vor 15 Jahren begonnen. „Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf etwa 40 angewachsen, und der Einzugsbereich reicht vom niedersächsischen Melle bis ins Bielefelder und Herforder Umland. Gospel, hergeleitet von ‚God spel‘, die gute Nachricht, das ist es, was sie ausdrücken und uns heute weitergeben möchten. Und dies ganz besonders für die Kinder der Tagesstätte „O Semeador“, klärte Wagner die Besucher auf. Mit „Muito Obrigado“ sagte sie: „Danke, dass Sie uns dieses Geschenk machen, für unsere Kinder in Brasilien zu singen, über die Grenzen hinweg.“

Fünfzehn Jahre „Grenzenlos ... und kein bisschen leise!“ lautet denn auch das Motto des Ensembles, das Auszüge aus seinem Jubiläumskonzert nach Bohmte mitgebracht hatte. Instrumental wurden die Sängerinnen und Sänger von Andreas Schmidt am Keyboard sowie vom Gitarristen Peter Fuchs begleitet. Fuchs übernahm abwechselnd mit der Chorleiterin die Moderation. Lola Skwarczynski arrangiert nicht nur speziell die Stücke, sondern bringt auch vermehrt choreografische Elemente in deren Präsentation ein.

Mit „Inspired“ versprühte „Grenzenlos“ sogleich überschäumende Emotionen, Lebensfreude, die so ansteckend wirkte, dass die Konzertbesucher gerne bei den folgenden beiden Stücken mitsangen. Das waren „Let us stand“, das 2011 zum „Tag des Gospels“ geschrieben wurde, und das bekannte traditionelle Spiritual „Amazing Grace“. Präzise und diszipliniert in der Stimmführung und exakt im Volumen sangen die Choristen „Feel the Spirit“, „Open the Eyes of my Heart“ oder „J-E-S-U-S“. Dabei folgten sie dem engagierten Dirigat von Lola Skwarczynski, die zu den englischsprachigen (Gospel)-Songs immer wieder emotionale Worte zur Überleitung fand. Gefühlsbetont leitete der Klangkörper auch mit „Nobody knows“ zu Helmut Wöbekings Ausführungen in der Pause über.

„Sie machen alles nach, was diese Frau Ihnen vormacht“, forderte Lola Skwarczynski die Zuhörer zu Beginn des zweiten Teils auf, Sängerin Kirsten zu „Rhythm of Life“ zu folgen. Mit „Blue Moon“, einem Liebeslied aus den 1920er-Jahren, wurde es schräg und jazzig. Voller Inbrunst und mit Schnipsen, Stampfen und Klatschen folgte „Rivers of Joy“, rockig „Blessed be your name“ und etwas ruhiger „May the Lord send Angels“. Musik, die von innen heraus strahlte und so zu einem nachhaltigen Erlebnis wurde. Es war ein Konzert, das unter die Haut ging.

„In Brasilien leben aktuell etwa 194 Millionen Menschen, davon 32 Millionen in absoluter Armut. In São Paulo leben über 20 Millionen und etwa drei Millionen in einem der zahlreichen Elendsvierteln, den Favélas“, verdeutlichte Wöbeking. Kind sein in einer Favéla sei ein Teufelskreis, betonte der Mitarbeiter im Arbeitskreis „ Sämann “. Deshalb sorgen die Bohmter seit fast 20 Jahren dank zahlreicher Spenden für Hilfe, indem die Kita „O Semeador – Der Sämann“ aufgebaut wurde. Geleitet wird sie von Fátima und Wilson Alves. Fátima sei eine Frau mit großem Herzen und Charisma, wie Wöbeking sagte. Am Beispiel von Aninha zeige sich, wie sich der Kreis schließen kann. Sie kam mit fünf Jahren in die Kita in São Paulo. Heute absolviert sie in der Abendschule eine Fortbildung, um als Erzieherin in „O Semeador“ zu arbeiten. Aktuelles Projekt sei ein Dach, das erneuert werden müsse. „Deshalb werden dringend Spenden benötigt“, bat Helmut Wöbeling.


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