Investition im Wittlager Land Hafen Leckermühle: Suche nach Flächen

<em>Bis der Containerterminal</em> in Leckermühle gebaut ist, dauert es noch. Das Projekt ist aber auf den Weg gebracht. Foto: Oliver KratoBis der Containerterminal in Leckermühle gebaut ist, dauert es noch. Das Projekt ist aber auf den Weg gebracht. Foto: Oliver Krato

Leckermühle. Knapp zehn Millionen Euro sollen in Leckermühle investiert werden, um den Hafenstandort auszubauen. Aufbau, Entwicklung und Betrieb eines Gütercontainerhafens sind geplant. Wie ist der Stand der Dinge? Wann legen die ersten Schiffe im künftigen Containerterminal am Mittellandkanal in Leckermühle an?

Die zweite Frage lässt sich heute noch nicht genau beantworten. Das Projekt ist aber wie berichtet auf den Weg gebracht worden. Derzeit steht ein anderer Aspekt im Mittelpunkt: nämlich der Flächenerwerb für Hafenareal, Gewerbegebiet und Ausgleichsflächen.

„Im Moment werden viele Gespräche im Hintergrund geführt“, erläutert Sabine de Buhr-Deichsel, Erste Gemeinderätin in Bohmte. Gefordert sind hier in erster Linie Bürgermeister Klaus Godejohann und Siegfried Averhage, die beiden Geschäftsführer der Hafengesellschaft, die die drei Wittlager Altkreisgemeinden sowie der Landkreis Osnabrück gegründet haben.

Hafengesellschaft

Bad Essen und Ostercappeln beteiligen sich an der „Hafen Wittlager Land GmbH“ mit je 6,25 Prozent, Bohmte trägt einen Anteil von 37,5 Prozent. Den Rest hat der Kreis übernommen; und zwar in Form seiner Beteiligungsholding Bevos.

Bei der Flächenakquise sind allerdings auch die anderen Gesellschafter in der Pflicht. „Die aktive Suche läuft“, so Ostercappelns Bürgermeister Rainer Ellermann. Hier geht es um landwirtschaftliche Ausgleichsmaßnahmen. Was bedeutet das? Werden Landwirtschaft oder Natur durch Bauvorhaben Flächen entzogen, müssen diese an anderer Stelle ersetzt werden, das regelt das Bundesnaturschutzgesetz. Es geht also um die Kompensation von verbrauchten Flächen. Größtes Problem ist das Finden der entsprechenden (Ersatz-)Grundstücke.

Der Hafenstandort Leckermühle ist einschließlich des anliegenden Gewerbe- und Industriegebiets rund 60 Hektar groß.

Zwei Standorte

Ein Hafen, zwei Standorte – auf diesen Kompromiss hatten sich Stadt und Landkreis geeinigt. Zunächst war im Gespräch, dass der Standort Bohmte-Leckermühle den (zu klein gewordenen) Hafen Osnabrück komplett ersetzen sollte. Da es sich bei dem künftigen Containerterminal in Leckermühle nun also um einen Teil des Gesamthafens handeln wird, wird sich die gemeinsame Eisenbahn- und Hafengesellschaft von VLO und Stadtwerken Osnabrück um den Betrieb der Hafenanlage kümmern.

Das heißt, die Gemeinden Bohmte, Bad Essen und Ostercappeln sind als Mitglieder der Hafengesellschaft an der Standortentwicklung und dem Aufbau des Projektes beteiligt. Sie werden aber nicht zu „Hafenunternehmern“. „Das wäre wohl auch eine Nummer zu groß“, merkte Sabine de Buhr-Deichsel dazu an.

Für den Ausbau des Hafens in Leckermühle bürgt der Landkreis Osnabrück übrigens mit insgesamt 17,5 Millionen Euro. Das hatte der Kreistag beschlossen – und zudem nochmals klargestellt, dass es sich bei den beiden Häfen Osnabrück und Leckermühle nicht um Konkurrenten handelt. Das Bundesverkehrsministerium als Entscheidungsträger hat die Einrichtung eines Containerhafens in Leckermühle mit der Priorität „hoch“ eingestuft. Auch eine Wettbewerbsanalyse hatte großen Bedarf ergeben. Der Güterverkehr wird nämlich in den kommenden Jahren weiter stark anwachsen, Prognosen zufolge möglicherweise sogar um bis zu 50 Prozent.

Fördergelder

Für das Vorhaben in der Gemeinde Bohmte gibt es Fördergelder. Hierfür ist wiederum die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hannover Ansprechpartner. Die Förderanträge sind bereits gestellt.


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