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Besuch auf Bauernhof Ist die schönste Kuh die glücklichste?

Von Steffen Meyer

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Bohmte. Hierzulande sind sie meistens schwarz-, seltener rot-bunt. Doch eins haben sie alle gemein: Sie sind Milchkühe aus dem Hause Holstein Frisian. Am Sonntag steht die Rinderrasse bei der Kreistierschau in Vennermoor im Fokus. Doch ist die schönste Kuh gleichzeitig auch die glücklichste? Welche gibt die beste Milch? Antworten gab Hermann Asshorn.

Sein Hof in Bohmte blickt bereits auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Der Grundstein für den Familienbetrieb wurde bereits 1705 gelegt. Heute zählt Asshorn zu den führenden Landwirten für Schweinemast sowie Haltung und Zucht von Milchkühen.

Zurzeit hat er 63 milchgebende Rindviecher, weitere 80 weibliche Tiere für die Nachzucht und zusätzlich 40 bis 50 Bullen. Manch ein Tier hat gerade vor zwei Wochen das Licht der Welt erblickt. Die meisten aber sind ausgewachsen und wiegen zwischen 600 und 750 Kilogramm. „In den Schweinestall kann ich niemanden hineinlassen“, so Asshorn. 900 Tiere umfasst seine dort untergebrachte Mast. Die Haltung unterliegt strengsten Hygiene-Maßnahmen. Das einfache Betreten eines Schweinestalls ohne Schutz vorm Einschleppen von Keimen ist nicht möglich. Anders dagegen im Kuhstall. Hier geht es lockerer zu. Ein Betreten ist problemlos möglich. Die Tiere haben viel Bewegungsfreiheit, getrennte Schlaf- sowie Futterplätze und es wird alles getan, damit sie sich wohlfühlen.

„Richtlinien hinsichtlich der Haltung und Pflege müssen aber auch hier strengstens eingehalten werden“, erklärt der Landwirt. Schließlich unterliegt alles, was seinen Hof verlässt, intensiven Kontrollen. Jede Milchlieferung wird genau untersucht. „Und wären Schadstoffe im Futter der Tiere, würden sie sich darin wiederfinden“, fügt der Milchbauer hinzu. Außerdem kommt turnusmäßig alle drei Wochen ein Tierarzt vorbei. Er untersucht, ob die Kühe gesund und welche trächtig sind. Unangemeldete Stippvisiten sind ebenfalls keine Seltenheit, wenn der Osnabrücker Herdbuchverband (OHV) als Dachorganisation es wünscht.

Außerdem ist da der tägliche Zwölf- bis 13-Stunden-Tag, den eine Tierhaltung im größeren Stil mit sich bringt. Er beginnt morgens um 6 Uhr mit dem Melken und anschließenden Füttern der Tiere. Im Anschluss daran wird es etwas ruhiger, und es gibt Zeit fürs eigene Frühstück. Danach müssen Maschinen gewartet, Felder bestellt, gedüngt beziehungsweise abgeerntet werden. Für einen Hof in der Größe von Asshorn sind gut 100 Hektar notwendig, um kein Futter dazukaufen zu müssen. Abends werden die Tiere erneut gemolken und gefüttert. Außerdem sind die Ställe stets sauber zu halten.

Viel Arbeit für ein Familienunternehmen, bei der alle mit anpacken. Der Senior leitet den Betrieb, und seine Frau hat die Aufsicht über die Aufzucht der Kälber. Das Melken fällt in den Aufgabenbereich von Sohn Erik. Der 22-Jährige ist in diesem Jahr in den elterlichen Betrieb eingestiegen, nachdem er zuvor eine Ausbildung zum Landwirt mit anschließender Fachschulqualifikation zum Agrar-Betriebswirt absolviert hatte. Lehrling Thomas Koch will sich bei Asshorn für den landwirtschaftlichen Bereich qualifizieren, und zu seinen Jobs zählt das Füttern der Tiere.

Welche Kriterien werden bei der Kreistierschau in Vennermoor begutachtet? „Langlebigkeit, die Qualität des Euters und das Fundament – Beine und Hufe – der Kühe“, fügt Asshorn abschließend hinzu.

Er selbst hatte einmal eine 100000-Liter-Milchkuh, die 14 Jahre alt geworden ist. Im Durchschnitt werden die Tiere aber circa fünf Jahre alt und geben zwischen 30000 und 35000 Liter Milch. Die tägliche Produktion liegt bei etwa 35 Litern, ist aber Schwankungen unterworfen. Ist eine Kuh trächtig, sinkt die Produktion, da der Nachwuchs im Bauch mit ernährt wird. Hat sie gekalbt, gibt eine Kuh deutlich mehr Milch.


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