zuletzt aktualisiert vor

Comeback 28-Jährige übernimmt Disco Pleasuredome in Oppenwehe

Meine Nachrichten

Um das Thema Bohmte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Mit ihrem Mittelalter-Shop finanzierte sich Daniela Mügebeer das Startkapital zur Übernahme der Diskothek „Pleasuredome“ in Stemwede-Oppenwehe (Kreis Minden-Lübbecke). Foto: Egmont SeilerMit ihrem Mittelalter-Shop finanzierte sich Daniela Mügebeer das Startkapital zur Übernahme der Diskothek „Pleasuredome“ in Stemwede-Oppenwehe (Kreis Minden-Lübbecke). Foto: Egmont Seiler

hpet Stemwede/Bohmte. Wie kommt eine 28-jährige gelernte Bürokauffrau aus GMHütte an eine Diskothek im Spargeldorf Oppenwehe? Es ist eine längere Geschichte. Die Geschichte von Daniela Mügebeer.

Alles begann mit dem Mittelalter. Vor fünf Jahren lernte Mügebeer über Freunde das LARP kennen. LARP steht für das Englische „Live Action Role Play“, ein Rollenspiel, das im Freien stattfindet. Die Gruppe kleidet sich in mittelalterliche Kluft.

Schnell erkannte Mügebeer, dass es in diesem Segment eine Marktlücke gab: Kleidung in Größen außerhalb der Norm war schwer zu bekommen. Also stellte sie den Kontakt zu Schneiderinnen und Fabrikanten her, besuchte Szene-Messen wie die „London Edge“ und machte die Idee zum Geschäft. Zur Kleidung kamen noch Schmuck, Schreibwerk, Räucherwerk und Getränke.

Zunächst tourte Mügebeer, die auch Normalgrößen anbietet, ausschließlich auf Mittelalter-Märkten. Seit 2010 hat sie auf dem Gelände einer Kfz-Werkstatt in Georgsmarienhütte das „Heiden-Reich“ eröffnet. „Der Laden läuft“, sagt Mügebeer. So gut, dass sie gerade expandiert und das nötige Kleingeld für den Kauf des „Pleasuredomes“ hat.

Der Diskothek in Bohmtes Nachbargemeinde Stemwede will die 28-Jährige neues Leben einhauchen. „Seit fünf Jahren suche ich schon“, sagt Mügebeer. Sie hat sich schon mehrere Discos in Osnabrück und Georgsmarienhütte angesehen, aber es passte nie. Nun glaubt sie, die perfekten Räume gefunden zu haben. Zwei Tanzflächen, Bistro, Cocktailbar, Biergarten, Küche. Aber wie kommt sie auf Oppenwehe im Kreis Minden-Lübbecke?

Freundin Tanja Bendkowski ist schuld. Sie hat hier ihre Jugend verbracht. Das auf bis zu 700 Gäste ausgelegte „Pleasure“ war bis zu seiner Schließung im Jahr 2006 Anlaufpunkt für die alternative und Gothic-Szene. Und genau das soll es auch wieder werden.

Das, was die freie Wirtschaft Business-Plan nennt, haben die Freundinnen bereits genauestens im Kopf. Jeden Monat soll die auch aus Locations in Osnabrück und Umgebung bekannte „Dark Night“ stattfinden, dazu regelmäßig das „Trollfest“ mit einem angegliederten mittelalterlichen Markt. Praktisch hierbei: Bendkowski ist eine erprobte DJane. Doch das „Pleasure“ soll weit mehr sein als ein Anziehungspunkt für die dunkle Szene. Auch der Mainstream findet hier statt. Es soll 80er-Partys geben, eine Oldie-Fete und – wenn gewünscht – sogar ein Tanzcafé für die Älteren.

Auch Konzerte sind geplant, Kontakte zu der bekannten Irish-Folk-Truppe „Rapalje“ und einer Scorpions-Tribute-Band bereits geknüpft. Nur Techno werde es im neuen „Pleasure“ nicht geben, stellt Mügebeer klar.

Vorsichtig prognostiziert Mügebeer die Eröffnung für Oktober. Noch sind die Formalitäten nicht erledigt. Vor allem der Brandschutz erfordere einige Veränderungen im Gebäude.

Sorgen, dass der große Schritt nicht klappen könnte, hat Mügebeer nicht. Eine ins Leben gerufene Facebook-Gruppe hat bereits mehr als 300 Freunde und zeige, dass das „Pleasure“ Freunde bis nach Bremen hat. Spontan-Führungen mit Zaungästen behindern fast schon die Reparaturen. „Wenn wir da arbeiten, fahren die Leute vorbei, hupen und heben den Daumen.“ Die Sehnsucht scheint groß, auch bei Daniela Mügebeer.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN