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Teamwork macht Erstellung des Bohmte-Postkarten-Satzes möglich Was lange währt, wird zum Markt gut...

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kem Bohmte. Man nehme – so beginnen gemeinhin Rezepte. Die Formulierung passt aber ebenso zur Entstehung der neuen Postkartenserie, die höchst unterschiedliche Motive zeigt, die im unmittelbaren Zusammenhang mit Bohmte stehen. Das Ergebnis: höchst gelungen. Passen würde auch das Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut“.

Wie aber ist es dazu gekommen? Tatsache ist, dass es zwar stets Bohmte-Postkarten gab, diese aber (freundlich ausgedrückt) historischen Wert hatten, sprich älteren Datums waren. Überlegungen, Abhilfe zu schaffen, hatte es das eine oder andere Mal gegeben. Dabei war es jedoch geblieben. Bis zur Verwirklichung des Projekts war es nie gekommen. Bislang. Das ist jetzt anderes. Für die Entstehung der Achter-Serie mussten mehrere Zufälle zusammenkommen – und eine Menge Einsatz.

Dass es in Bohmte jede Menge Fotomotive gibt, hatten Jugendliche der Haupt- und Realschule bereits bewiesen, als sie sich daran begaben, einen Kalender zu erstellen. Die Resonanz war beachtlich. Das wiederum, so Lehrerin Anja Otte, die das Kalenderprojekt im Nachmittagsunterricht geleitet hatte, führte zu der Überlegung: „Was können wir Nettes und Wichtiges in Bohmte tun?“ Daraus entwickelte sich das Postkartenprojekt.

So weit die Theorie. Wer aber sollte (und wollte) die Kosten für die Produktion übernehmen? Nun kommen Kontakte, die über den Bohmte-Kalender geknüpft wurden, ins Spiel. Ansprechpartner der Schule in der Ostercappelner Druckerei Niemeyer war der Bohmter Bodo Lübbert. Ihm wiederum war bekannt, dass Elisabeth Reinsch mit dem Gedanken spielte, in ihrem Feinkostgeschäft „Kostbar“ Postkarten ihres Heimatortes anzubieten. Ihr Hauptproblem: Woher Ideen und Fotos nehmen?

Vom Miteinander profitieren nun beide Seiten: Die Jugendlichen übernahmen den Löwenanteil der Gestaltung, die rührige Geschäftsfrau den wirtschaftlichen Teil. Sie unterstreicht: „Es ist klar, dass mit den Postkarten keine großen Umsätze gemacht werden. Aber ein Ort wie Bohmte sollte ortsbezogene Karten anbieten können.“

Das ist sozusagen ab sofort der Fall. Die Vorstellung erfolgt innerhalb der Gewerbeausstellung des Bohmter Marktes, der am Samstag offiziell eröffnet wird und am Montag endet. Die Bohmter wissen, dass ihr Dorf ein Straßendorf ist – im Gegensatz zu den Haufendörfern in der Umgebung. Das findet sich in den Motiven wieder. Stein, Straße und Weg ziehen sich als Themen durch. Eine ganz traditionelle Karte durfte auf keinen Fall fehlen – Shared-Space-Bereich inklusive.

Die jugendlichen Macherinnen zeigen durchaus unterschiedliche Vorlieben bei der Frage nach ihrem Favoriten. Nicht nur einmal heißt es zu einem malerischen (und farblich aufbereiteten) Foto: „Das ist irgendwie cool.“ Ein weiterer Favorit: die „kuhlen“ Grüße – mit echten Bohmter Kühen, wie die Macherinnen versichern.

Damit das Postkartenprojekt Realität werden konnte, waren ganz, ganz viele Fotos erforderlich. Und das gemeinsame Begutachten und Auswählen. Jedes Objekt wurde aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln abgelichtet. War ein Favorit gefunden, wurde daran intensiv weitergearbeitet. Dazu gehörte jede Menge Zeit im Computerraum. Sprüche mussten eingearbeitet, Ausschnitte und Farben gefunden werden. Technisches Wissen (und Geduld) waren beispielsweise gefragt, als es um Teilkolorierungen ging.

„Es war eine schöne Zeit“, sind sich Schülerinnen und Lehrerin einig. Und für zwei der Teilnehmerinnen steht fest: „Wir wollen nach der Schule eine Ausbildung zum Fotografen machen.“

Übrigens: Im Zeitalter von Handy und Internet wird leicht vergessen, dass Postkarten einmal etwas völlig Neues waren – nämlich im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, als die Fotografie noch in den Kinderschuhen steckte. Post bekommt nach wie vor jeder gern. Karten wecken Erinnerungen, werden sie später zur Hand genommen. Und „ihre“ Karten werden die jungen Macherinnen garantiert aufbewahren. Wer kann schließlich von sich behaupten, eigene Postkarten zu besitzen?


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