Solawi startet jetzt durch Gemüse, Eier und Fleisch jeden Freitag in Brockum

Von Heidrun Mühlke

Gärtnermeister Robert Franz freut sich, dass im großen Folientunnel die jungen Pflanzen bereits gut gedeihen. Foto. Heidrun MühlkeGärtnermeister Robert Franz freut sich, dass im großen Folientunnel die jungen Pflanzen bereits gut gedeihen. Foto. Heidrun Mühlke
Heidrun Mühlke

Brockum. Nachhaltig und fair - das haben sich Gernot Jacob und Juliane Völkle auf die Fahne geschrieben. Auf ihrem Bio-Hof Tomte in Brockum betreibt das Paar solidarische Landwirtschaft (Solawi). Das bedeutet, dass die Mitglieder dem landwirtschaftlichen Betrieb einen monatlichen Beitrag zahlen, der ihnen einen Anteil der Produktion sichert. Für den Beitrag erhalten die Mitglieder dann Obst und Gemüse aus ökologischem Anbau, Fleisch und Eier.

Nach dem Infoabend Ende Januar, zu dem rund 100 Interessierte gekommen waren, hatten sich 35 sogleich einen Anteil gesichert. „Für weitere zehn haben wir die Zusage. Mit 60 Anteilsmitgliedern wären wir gut aufgestellt für die Saison“, erklärt Jacob. Bei 60 Personen läge der Richtwert bei 167 Euro monatlich. Der Beitrag verschaffe Planungssicherheit für den Landwirt und für die Mitglieder einen Ernteanteil, der jeden Freitag abgeholt werden kann. Der erst Abholtag ist Freitag, 3. April.

Gut geht’s den Rindern auf dem Hof Tomte. Dafür sorgen Gernot Jacob und Juliane Völkle. Foto: Heidrun Mühlke

Den Vorteil dieses Prinzips, gerade zu Zeiten der Corona-Krise, nennt Jacob den bargeldlosen Verkehr sowie das Abholen ohne enge Kontakte. „Wer Anteile an einer solidarischen Landwirtschaft hat, für den ist der Gang in den Supermarkt nahezu unnötig“, weiß Jacob. Die Mitglieder bekommen Obst und Gemüse sowie Fleisch und Eier.

Im Folientunnel

Für den Gemüseanbau zeichnet sich Gärtnermeister Robert Franz verantwortlich. Im 80 mal 8,6 Meter großen Folientunnel sollen Gurken, Tomaten, Paprika und Co. gedeihen. „Ich habe mich für eine Mischkultur entschieden, um jeden Zentimeter Platz unter der Folie voll auszunutzen“, erklärt Franz.

Im Sommer sollen dann zwei verschiedene Tomatensorten geerntet werden, aber auch Brokkoli, Blumenkohl, Mangold, Auberginen, Spinat, Bohnen, Möhren, Rote Beete, verschiedene Salatsorten, Zwiebeln, Knoblauch, Wild-, Heil-und Gewürzkräuter sowie Kartoffeln.

Fühlen sich sauwohl: die Schweine auf dem Hof Tomte. Foto: Heidrun Mühlke

Gedüngt wird mit dem Mist der hofeigenen Tiere. „So schließt sich der Kreislauf und wir wissen genau, welche Inhaltsstoffe in unseren Produkten sind“, erklärt der Fachmann. Sowieso gelte seiner Vorliebe alten Kultursorten, die auch Samenfest seien. „Die Samen von den Früchten kann ich im nächsten Jahr wieder aussehen.“

Auf Vielfalt setzen

Völkle und Jacob setzen in ihrem Betrieb nicht nur auf Nachhaltigkeit, sondern auch auf Vielfalt. Gerade eingezogen auf dem Hof sind 90 Hühner, die in einem mobilen Hühnerstall leben und so ihren Standort nach Bedarf wechseln können. Sie komplettieren den Viehbestand von Schweinen und Rindern, die hier mit Liebe und Fürsorge behandelt werden.

90 Hühner sind im mobilen Hühnerstall Just auf dem Hof Tomte eingezogen. Foto: Heidrun Mühlke

Wer Interesse hat, sich einen der letzten Ernteanteile zu sichern und Teil der solidarischen Landwirtschaft werden möchte, kann sich auf der Homepage informieren: www.hof-tomte.de .


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