Konzert mit dem Trio Anjanis Ein musikalischer Dialog in St. Johannis Arenshorst

Von Christa Bechtel

Mit perlendem Anschlag und viel Seele übernahm Janina Koeppen die Begleitung am Klavier. Foto: Christa BechtelMit perlendem Anschlag und viel Seele übernahm Janina Koeppen die Begleitung am Klavier. Foto: Christa Bechtel

Arenshorst. Mit dem „Trio Anjanis“ – Andrea Pinsker, Querflöte, Isabel Pritsch, Viola, Janina Koeppen, Klavier – eröffnete der Bohmter Kulturring seine Konzerte im Jahr 2020 in der Kirche St. Johannes zu Arenshorst. Übertitelt war das Konzert „Deutschland – Russland - ein musikalischer Dialog“.

Veranstalter war aber nicht nur der Kulturring Bohmte, sondern in diesem Fall wurde der Abend besonders unterstützt durch Karla und Andreas Pöhlmann.

Denn: „Drei Künstlerinnen sind aus unserem früheren Wohnort Gehrden hierhergekommen. Das liegt in der Region Hannover. Menschen, die wir sehr gut kennen“, erklärte Pastor Andreas Pöhlmann, der sich freute, das Trio in Arenshorst begrüßen zu können. Im Namen des Vorstands des Bohmter Kulturrings wünschte Hartwig Ventker den Besuchern ein gutes neues Jahr.

Intensive Zusammenarbeit

Als Kolleginnen an der Calenberger Musikschule in Gehrden kennen sich die drei Frauen seit 2009 und musizieren seither regelmäßig bei Konzerten. Daraus entwickelte sich eine intensive Zusammenarbeit. Im Jahr 2013 gründeten sie das Trio Anjanis. Ihr Repertoire umfasst Werke des Barocks bis hin zur Moderne, aus Russland, aber auch aus Deutschland.

Zum Trio Anjanis gehören Andrea Pinsken, Flöte, und Isabel Pritsch, Viola. Foto: Christa Bechtel

Das Programm eröffnete das Trio Anjanis mit César Cuis „Fünf Stücke Op. 56“, wobei sie zur spielerischen Symbiose verschmolzen und die starke Aura des Komponisten deutlich wurde. Denn César Cuis eigene Tonsprache mutet wie eine andere Welt an. Sie ruht tief in sich selbst und atmet den Geist einer europäischen Romantik, in der deutsche Einflüsse, aber auch Spurenelemente von Chopin ihren Platz finden.

Eine erlesene Klangmischung boten die Musikerinnen mit Mozarts Klarinettentrio Es-Dur, KV 498, das als „Kegelstatt-Trio“ berühmt wurde. Mit heiterer Gelöstheit und im kongruenten Zusammenspiel präsentierten sie dieses Werk, das musikalisch ungeheure Ansprüche stellt und von raschen Emotionswechseln und der stillen Übereinstimmung seiner Interpreten lebt.

Peter Tschaikowskys beliebtester Klavierzyklus sind „Die Jahreszeiten op. 37“. Virtuos, mit perlendem Anschlag und ästhetisch schön ließ Janina Koeppen aus dem Zyklus den Januar „Am Kamin“ erklingen. Schwungvoll ging´s mit dem „Blumenwalzer op. 87“ von Ernesto Köhler in die Pause.

Dimitri Schostakowitschs „Fünf Stücke für zwei Violinen und Klavier sind ursprünglich eine Ballettmusik mit den Sätzen Präludium - voller Wehmut, Gavotte – tänzerisch-heíter, Elegie - vornehme Noblesse, Walzer - etwas volkstümlich, tänzerisch und eine Polka – verspielt-heiter.

Meisterhaft ließ anschließend Andrea Pinsken von Johann Sebastian Bach die „Partita a-moll, BWV 1013“ erklingen. Diese wurde erst 1917 in Leipzig entdeckt und wird als eines der wertvollsten Werke der Flötenliteratur bezeichnet, aus dem die Flötistin die beiden letzten Sätze spielte. Bei der „Vocalise Op. 34, Nr. 14“ für Viola und Klavier von Sergej Rachmaninoff geht es um Ausdruck pur. Es genügen Vokale, um die Emotionen zu transportieren, was sich gerade auf Streichinstrumenten wunderbar nachahmen lässt. 

Das Beethoven-Jahr

Schlusspunkt des Konzertes war das „Konzertstück Nr. 2, Op. 114“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, das mit Seele und voller Spannung von der Pianistin Janina Koeppen zu Gehör gebracht wurde. Sie erwies sich während des gesamten Konzerts auch als eine wunderbar einfühlsame und hochsensible Klavierbegleiterin, wie man sie nur ganz selten im Konzertbetrieb findet. Auf einen langanhaltenden Applaus folgte die Zugabe „Contredanse Nr. 6“ mit Blick auf das Beethoven-Jahr.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN