Jubelstürme in St. Thomas "Draufsänger" in Bohmte mit A-Cappella vom Feinsten

Von Christa Bechtel

Die Hände zum Himmel: Begeisterung pur herrschte beim Konzertabend in St. Thomas, Bohmte. Foto: Christa BechtelDie Hände zum Himmel: Begeisterung pur herrschte beim Konzertabend in St. Thomas, Bohmte. Foto: Christa Bechtel

Bohmte. Kaum dass die letzte Note von „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen…“ im Bohmter Gemeindehaus verklungen war – den einschlagenden Song brachten 1977 Henry Valentino & Uschi heraus, erklang frenetischer, stakkatoartiger Applaus eines rundum begeisterten Publikums, sodass Pfeifen und Zugaberufe laut wurden.

 Auslöser für diese überschäumenden Emotionen war das Osnabrücker Ensemble „Draufsänger“, das seit 27 Jahren frischen A-Cappella vom Feinsten bietet. Klar, dass sie ohne zwei Zugaben die Bühne in Bohmte nicht verlassen durften… 

Die „Draufsänger“ das sind Achim Bodde, Tenor und Lehrer im richtigen Leben, Benedikt Steinfeld, Tenor, Ingenieur und kurz ‚Bene‘ genannt, Christoph Bookmeyer, Bariton, Beats, Kontratenor und Chemiker, Heiko Brune, Bariton, Beats, Lehrer, Roland Scholz, Bass und Kaufmann von Beruf, sowie Uwe Winninghoff, Tenor, seines Zeichens Arzt. In Bohmte gastierten sie auf Einladung der Thomas-Kirchengemeinde und im Rahmen der Bohmter Reformationswoche. 1992 formierte sich die Band unter dem Namen „Bon Timbre“ aus Mitgliedern des Jugendchores am Osnabrücker Dom. Inzwischen sind sie Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Ihr Programm besteht aus A-Cappella-Pop, Comedian Harmonists, Jazz, Schlager, Volksliedersätzen, Madrigalen und geistlichen Kompositionen. Ihre stimmliche Ausbildung bekamen die „Draufsänger“ in Kinder- und Jugendchören.

Die "Draufsänger" überzeugten mit ihrem Konzert in der Reformationswoche. Foto: Christa Bechtel

Fetzig mitgehend eröffnete die sechsköpfige Vokalband ihr Programm mit ihrer Eigenkomposition „DS Start“ aus der Feder von Heiko Brune, um anschließend zu betonen: „Wir sind gerne zu Ihnen nach Bohmte gekommen, um anlässlich ihrer Festwoche zur Reformation zu singen. Wir haben einen bunten Blumenstrauß an Gesängen mitgebracht, zeitlose, aber auch etwas ältere.“ Thematisch würden sie eigentlich nur von dem einen, nämlich der Liebe singen. Schon besangen sie eine bestimmte Dame: „Barbara Ann“, das 1966 die Beach Boys zum Millionenseller machte. Ein Song, bei dem das Publikum gleich begeistert mitklatschte.

Wortwitz und Fairtrade-Flatrate

In den nun folgenden gut zwei Stunden begeisterten die „Draufsänger“ mit einer Mischung aus Comedy und exzellentem A-Cappella wie dem unvergessenen „Wochenend und Sonnenschein“ und „Wenn die Sonja russisch tanzt“ – sogar á la Kasatschok - der Comedian Harmonists, philosophierten über Körpergröße mit „Short people“ oder unterstrichen die Regel Nummer Eins im Vokalensemble: „Stell dich hin und sing“. Mit viel Wortwitz präsentierten sie aber auch ihre selbstgeschriebenen Lieder beispielsweise „Meine Neue“, „Oktober“ – Heiko Brune favorisiert die Winterzeit und möchte das Winterwetter ganzjährig einführen – „Fish“ mit intensivem Wunschcharakter, „Fairtrade, Flatrate“, damit rettet man die ganze Welt… und alle klatschten zum pulsierenden Rhythmus mit. Der absolute Höhepunkt wurde „Es war Sommer“ von Peter Maffay, im Arrangement der Draufsänger. Hier mimte Chris (Christoph Bookmeyer) den jungen Mann und sang „Ich war 17 und sie 81…“ so genial und intensiv, dass die Lachtränen im Auditorium nur so rollten. Immer wieder nutzte das Sextett alle Töne der Tonleiter und imitierte perfekt die verschiedenen Instrumente. Zudem glänzten alle auch als Solisten.

Projekt in Mosambik

In der Pause erklärte Sandra Korndorf: „Wir haben uns von der St. Thomas Gemeinde überlegt, dass wir ‚Brot für die Welt‘ unterstützen möchten. Ein Projekt in Mosambik für die Müllkinder, um sie alle von der Müllkippe herunterzuholen. Es wurde dort ein Bildungszentrum gebaut, wo Kinder ihre warmen Mahlzeiten bekommen, wo sie ausgebildet werden, wo sie Schule erleben dürfen und wo sie einfach nur Kind sein dürfen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis Sonntag 3000 Euro zu sammeln. Pastor Weinbrenner wird außerdem zum Nikolausmarkt am 7. und 8. Dezember 30 Brote für uns backen.“ Mit einer Spendendose begann sie gleich zu sammeln. Aber auch die „Draufsänger“ signalisierten: „Von jeder verkauften CD spenden wir heute Abend zwei Euro für dieses Projekt.“ Alles in allem ließen die sechs Vokalsänger durch ihre brillanten Stimmen, Mimik, Gestik, aber auch ihren ganz speziellen Geschichten das Konzert zum kurzweiligen Event werden


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