Klöppeln hat Tradition Bohmter Handwerk, das die Herzen der Menschen berührt

Von Martin Nobbe

Filigrane Arbeiten erschafft Christel Kühn aus  Bohmte. Foto: Martin NobbeFiligrane Arbeiten erschafft Christel Kühn aus Bohmte. Foto: Martin Nobbe
MARTiN KEMPER

Bohmte. Christel Kühn aus Bohmte klöppelt aus Überzeugung und weil sie Freude am alten Handwerk hat.

Den Kalauer, wonach doch Weihnachten alle Jahre wieder ganz plötzlich kommt, findet Christel Kühn nicht wirklich gut. Denn erstens kann sie das Klöppeln nach Lust, Laune und Motivation das ganze Jahr über betreiben, und zweitens sind ihre Handwerke besonders gefragt, wenn die Adventstage nahen. 

Seit vielen Jahren frönt die gelernte Weberin Christel Kühn aus Bohmte einem nicht alltäglichen Hobby. Durch die Volkshochschule war die Mutter von zwei Kindern (eine Tochter und ein Sohn, der in diesem Jahr plötzlich an den Folgen eines Herzinfarktes verstorben ist) vor über 30 Jahren auf das alte Handwerk Klöppeln aufmerksam geworden.

Weihnachten naht, auch für Klöppel-Expertinnen. Foto: Martin Nobbe

Im 15. Jahrhundert soll das Klöppeln in Italien und Belgien entstanden und die ersten Klöppelspitzen erschaffen worden sein. In deutschen Landen wurde Spitze im 16. Jahrhundert erstmals geklöppelt. Die Spitze erlebte seither Höhen und Tiefen. Wurde früher vor allem zum Broterwerb geklöppelt, so haben im 21. Jahrhundert viele diese faszinierende Kunst als Hobby entdeckt. „Klöppeln nur für den Hausgebrauch“, schmunzelt Christel Kühn, die vor 10 Jahren ihren Ehemann verloren hat, bescheiden. Mit Freundinnen, die sie durch das Handwerk kennengelernt hat, klöppelt sie auch heute noch. „Es geht dann immer reihum“, so die Witwe in einem Gespräch mit unserer Redaktion. 

Mit sicherer Hand und Freude bei der Sache: Christel Kühn. Foto: Martin Nobbe

Im Wittlager Land und darüber hinaus ist Christel Kühn weithin bekannt. So präsentierte die Bohmterin das Handwerk auch schon auf einem Kunstmarkt in Wagenfeld. Erst kürzlich konnte man die Künstlerin der Fäden auf dem Venner Dorfmarkt sehen. Nebenbei bemalt Christel Kühn auch Enteneier und verziert diese mit Klöppelspitze, ebenso wie Christbaumkugeln. „Alles Unikate aus WTL“, lacht Christel Kühn.

Und Ende Oktober steht Weihnachten quasi vor der Tür. Und aus dem Fest der Liebe ist inzwischen auch ein Fest des Schenkens geworden. Christel Kühn hat für ihre Freunde und Bekannten auch in diesem Jahr immer wieder ein schönes Weihnachtsgeschenk in Form von Christbaumschmuck mit Klöppelspitze parat. Die Kunst des Klöppelns wurde von Generation zu Generation weitergegeben, getreu der Formel „Zeit, Liebe und Freude“.


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