Herbstversammlung der Jägerschaft Nutria breitet sich im Altkreis Wittlage aus

PM

Geehrt wurden die erfolgreichen Jagdschützen und Mannschaften der Jägerschaft Wittlage durch Schießobmann Günther Enax (6. von links). Foto: Jägerschaft WittlageGeehrt wurden die erfolgreichen Jagdschützen und Mannschaften der Jägerschaft Wittlage durch Schießobmann Günther Enax (6. von links). Foto: Jägerschaft Wittlage

Leckermühle. Aktuelle Änderungen im Niedersächsischen Jagdgesetz, das Artenschutzprojekt „Lebensraum Feldflur“ und die Ehrung der erfolgreichen Teilnehmer an jagdllichen Schießwettbewerben standen im Mittelpunkt einer Versammlung der Jägerschaft Wittlage in Leckermühle.

Ein weitgehend neues Thema war die Jagd auf Nutria, eine aus Südamerika stammende große Nagetierart, die sich auch im Altkreis Wittlage immer mehr ausbreitet. Diese Tiere unterhöhlen Dämme und gefährden damit den Hochwasserschutz durch Deiche.

Auftakt des Abends war die Begrüßung durch das entsprechende Signal, geblasen von den Jagdhornbläsern der Jägerschaft Wittlage. Christopher Mönter, Vertreter des Kreisjägermeisters, eröffnete in Vertretung für den erkrankten Vorsitzenden der Jägerschaft, Jürgen Gösling. Er berichtete von einigen Änderungen im niedersächsischen Jagdgesetz. 

Christopher Mönter moderierte die Veranstaltung. Foto: Jägerschaft Wittlage

So dürften, beispielsweise bei Erntejagden auf Schwarzwild, auch auf Fahrzeugen und Anhängern montierte Hochsitze verwendet werden. Voraussetzung sei, dass während der Nutzung das Fahrzeug weder bewegt noch besetzt sein dürfe. Zur Klarstellung des Begriffs „führende Bache“ sei jetzt geregelt, dass der mit noch gestreiften Frischlingen definiert werde. Der seitens der Jägerschaft geforderte Elterntierschutz als Grundsatz der Waidgerechtigkeit bleibe damit erhalten. Aufgrund der Populatuionszunahme sei die Jagdzeit auf Dachse verlängert worden.

In Zusammenarbeit der Jagdpächter mit Landwirten habe man im Altkreis Wittlage 6,8 Hektar einjährige und zwei Hektar mehrjährige Blühstreifen anlegen können. Ein wichtiges Thema der Hege von Bodenbrütern und Niederwild bleibe die Regulierung von deren Fressfeinden. Mit dem Projekt „Lebensraum Feldflur“ förderten der Landkreis Osnabrück und die Landesjägerschaft die Anschaffung von modernen Betonrohrfallen. In diesem Jahr habe man zwölf weitere Fallen im Altkreis Wittlage aufgebaut, die durch ihre Bauart und die elektronischen Meldungen besonders tierschutzgerecht seien.

Günther Enax, Obmann für das Schießwesen, wies auf die Bedeutung des regelmäßigen Schießtrainings für den sicheren Jagdbetrieb hin. Er überreichte Urkunden und Ehrenpreise für die verschiedenen Disziplinen an die erfolgreichsten Einzelschützen und Gruppen. Der Preis für das beste Schießergebnis ging in diesem Jahr an den Hegering Hunteburg. Bei der höhsten Beteiligung lag der Hegering Venne vorn. Besonders geehrt wurde Horst Schlüter, der im Alter von 81 Jahren Bezirksmeister in der Seniorenklasse geworden sei.

Nutrias sind gute Schwimmer. Foto: Kerstin Balks

Björn Matthies, bei der Landwirtschaftskammer angestellter Nutriajäger, stellte sich vor. Er stehe für eine Unterstützung und Beratung der Jagdpächter zur Verfügung, die Landwirtschaftskammer schicke aber keine fremden Personen in die Reviere, um dort zu jagen. Wenn an Gewässern das Schilf abgefressen werde, sei das ein Hinweis auf Nutrias. Einige Wasserverbände, auch der Wasserverband Wittlage, würden leihweise und kostenfrei Nutriafallen zur Verfügung stellen, die flächendeckend eingesetzt werden könnten. Christopher Mönter berichtete, die Jäger im Altkreis Wittlage hätten in 2019 bereits 50 Nutrias erlegt.

Björn Matthies, bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen angestellter Nutriajäger, stellte sich und sein Aufgabengebiet den heimischen Jägern vor. Foto: Jägerschaft Wittlage


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN