Neue Konzertreihe gestartet „Sehnsucht Süden" in St. Johannis Arenshorst

Von Christa Bechtel

Maximilian Mangold (links) und Clemens Löschmann entführten das Publikum in der Arenshorster Kirche nach Italien, Spanien und Südamerika. Foto: Christa BechtelMaximilian Mangold (links) und Clemens Löschmann entführten das Publikum in der Arenshorster Kirche nach Italien, Spanien und Südamerika. Foto: Christa Bechtel

Arenshorst. Zum ersten Arenshorster Konzert der Saison 2019/20 verband sich in der Kirche St. Johannis leidenschaftliche Musik mit Spielfreude und Melancholie, sinnlicher Belcanto mit warmem Timbre, Folklore mit klassischer Virtuosität.

Unter der Überschrift „Sehnsucht Süden – Italien, Spanien, Südamerika“ gastierten auf Einladung des Kulturrings Bohmte in der wunderschönen Kirche Clemens Löschmann, Tenor und Maximilian Mangold, Gitarre, der mit seinem brillanten Spiel begeisterte, aber auch ein sensibler Begleiter war.

Für Pastor Andreas Pöhlmann war das Konzert ein schöner Abschluss zum am Tag stattgefundenen Gemeindefest. Hartwig Ventker als Vertreter des Kulturrings dankte ihm in seiner Begrüßung und der Kirchengemeinde Arenshorst für die über Jahrzehnte andauernde Kooperation. „Wir sind dankbar, dass wir hier zu Gast sein dürfen.“ Und dann wurden die Konzertbesucher in südliche Gefilde entführt….

Pastor Andreas Pöhlmann (links) und Hartwig Ventker vom Kulturring Bohmte eröffneten die neue Arenshorster Konzertreihe 2019/20. Foto: Christa Bechtel

„Wenn wir etwas mit dem Süden verbinden, ist es Urlaub, Freizeit, Wärme, Entspannung“, meinte Clemens Löschmann, der überwiegend die Moderation übernahm. In den nun folgenden Stücken gehe es um Melancholie, aber auch um die Liebe – in vielen Schattierungen wie Hoffnung, Leid, Sehnsucht, Freude, Schmerz, Erinnerung. Das alles mit mediterranen Mitteln. Die „Sette Canzoni Veneziane del XVIII Secolo“, mit der das Duo sein Programm eröffnete, beinhaltet methaphorische Texte. Im zweiten Lied geht es beispielsweise um den vagen Frühling, der sich ankündigt und der Erde die Liebe schenkt und Früchte bringt. „Es ist venezianisch, nicht italienisch“, erläuterte der Sänger zu diesem Zyklus.

Frenetischer Applaus

Augustin Barrios galt als der ‚Paganini der Gitarre‘. Von ihm brachte Maximilian Mangold die „Vals op. 8 – Cancion de la Hilandera“ Nr. 3 und Nr. 4 zu Gehör. Zwei Stücke, während denen das Auditorium die Seele so richtig baumeln lassen konnte. In zweiten Teil interpretierte der Gitarrist „Sevillana“ von Joaquin Turina so virtuos, dass es nur noch frenetischen Applaus gab.

Das nun folgende „Sei Ariette op.95“ von Mauro Giuliani basiert auf Texten von Pietro Metastasio, der ein italienischer Dichter und Librettist war. Als kleine Arien, aber durchaus für die Oper gedacht. Giuliani, der wiederum ein international bekannter Gitarrenvirtuose war und als Mozart der Gitarre bezeichnet wurde, war es auch, der Rossini entscheidend zu seinem Durchbruch verholfen hat. So hörten die Zuhörer im Verlauf des sechsteiligen Zyklus‘ immer wieder Anklänge an Rossini.

Nach der Pause ging die musikalische Reise weiter nach Spanien zu Fernando Sor und „Seguidillas“. Sors spanische Lieder in der Form seguidillas boleras sind ein ganz besonderer Beitrag zur spanischen Musikkultur. Sie entstanden im Zeitalter kreativer Kunst, Musik, Tanz und populärer Literatur, das in Spanien am Ende des achtzehnten und Anfang des neunzehnten Jahrhunderts stattfand. Spanisch in ihren Worten, ihrem Witz, ihrer lebendigen musikalischen Ausdrucksweise und ihrem einheimischen Tanz prägt dieser Zyklus den bekannten Bolero. 

Mezzosopran und Klavier

Schlusspunkt des Konzertes bildete die „Suite populaire espagnole“ von Manuel de Falla, die auf spanische Volkslieder basiert, die man in Fassungen für Violine oder Violoncello und Klavier kennt. Es handelt sich um Arrangements der Siete canciones populares espagnoles, sieben spanische Volkslieder, die de Falla 1914 für Mezzosopran und Klavier herausgab. Darunter das bekannte Wiegenlied „Nana“, das maurische Eröffnungsstück und die Tänze Polo und Jota.

Doch kaum war die letzte Note verklungen, folgte langanhaltender Applaus, sodass das Publikum als Zugabe das wundervolle „Ständchen“ von Franz Schubert serviert bekam. Alles in allem sind Clemens Löschmann und Maximilian Mangold ein in dynamischer Hinsicht perfekt aufeinander eingestelltes Duo, das auf höchstem künstlerischem Niveau agiert.


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