Landwirte informieren über Pflanzenschutz Bodenerosion ist eine große Gefahr für Hunteburger Ackerflächen

Alles grün ohne Pflanzenschutz: Mais, Melde und weitere Ackerbegleitflora. Von links: Jens Helling (Landwirt), Andre Tönsing (Raiffeisen Lübbecker Land), Stefan John (Landwirt) und Thomas Husemann (Pflanzenbauberater Agravis). Foto: Karin KemperAlles grün ohne Pflanzenschutz: Mais, Melde und weitere Ackerbegleitflora. Von links: Jens Helling (Landwirt), Andre Tönsing (Raiffeisen Lübbecker Land), Stefan John (Landwirt) und Thomas Husemann (Pflanzenbauberater Agravis). Foto: Karin Kemper
Karin Kemper

Meyerhöfen. So kann's gehen. Landwirt Stefan John hatte auf einem Acker einen Teil der Fläche bei der Unkrautbekämpfung ausgelassen, um im Rahmen eines landesweiten Aktionstages zu demostrieren, dass "es ganz ohne Chemie auch nicht richtig wächst". Der Roggen und das Wetter machten ihm einen Strich durch die Rechnung.

Bei einem Ortstermin berichtete John, dass das Unkraut, überwiegend Vogelmiere, wegen fehlender Niederschläge auf dem eher mageren Boden schlichtweg vertrocknet sei. Er ergänzte: "Das kommt wieder, sobald es regnet." Thomas Husemann, Pflanzenbauberater der Agravis, sagte: "Entscheidend ist, dass Roggen die stärkste unkrautverdrängende Fähigkeit unter den Getreiden hat.

Konkurrenzpflanzen

Anders stellte sich die Situation auf dem nahen Maisfeld dar. In einer Spur, die nicht behandelt worden war, war alles grün. Die Konkurrenzpflanzen, in der Regel als Unkraut bezeichnet, erreichten teilweise eine ähnliche Höhe wie der junge Mais. Am stärksten vertreten: die Melde. Probleme, so hieß es, könnten aber auch Kamille, Klette oder Kornblume bereiten. Unternehme der Landwirt nichts, könne es zu beträchtlichen Ertragseinbußen kommen.

Ertragssicherheit

Im Landvolkpressedienst heißt es zum Aktionstag rund um den Pflanzenschutz: "Landwirte haben sogenannte Nullparzellen ohne den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln angelegt. Sie wollen über das Für und Wieder des Produktionsmittels Pflanzenschutzmittel ins Gespräch kommen." Dazu gehört weiter der Hinweis, dass die Ertragssicherheit beim chemischen Pflanzenschutz eine wichtige Rolle spielt.

Mechanische Bearbeitung

Husemann erläuterte, dass landwirtschaftliche Flächen mit Pflug oder ohne vorbereitet werden könnten. Wer mechanisch für das Verschwinden der Unkräuter sorge, müsse ein Mehr an Winderosion in Kauf nehmen. Besonders gefährdet für Erosion seien Sandböden wie sie im Bereich Hunteburg häufig vorkommen, John: "Je feiner der Boden geackert wird, desto mehr fliegt weg." Das wirke sich zusätzlich negativ auf die ohnehin schon nicht hohe Bodenqualität aus, für die der Feinanteil wichtig ist.

Die Melde, so John, erreiche stattliche Höhe und entziehe dem Boden das Wasser, das der Mais zum Wachsen dringend brauche. Nehme die Melde Überhand, könne das zu Ertragseinbußen von bis zu 40 Prozent führen. Sehr drastisch könne sich auch der Windenknöterisch entwickeln.

Mais hat einen schlechten Ruf

Fest stehe, so die Aussage in Meyerhöfen, dass die mechanische Unkrautbekämpfung immer wieder an ihre Grenzen stoße. Was technisch denkbar sei, sei für den normalen Landwirt kaum praktikabel. Husemann sprach den schlechten Ruf an, den der Mais in Sachen Umwelt habe. Er betonte: "Mais ist das Getreide, dass mit wenig Pflanzenschutz auskommt." Wer die Ausbreitung des Maiszünslers, eines Käfers, minimieren wolle, müsse die Maisstoppeln aufbrechen, damit die Zünsler im Winter kein gemütliches Quartier haben. Der Zünsler könne auch biologisch mit Schlupfwespen bekämpft werden.

Boden- und wasserschonend zu arbeiten sei besonders für Böden mit geringer Wasserhaltekraft entscheidend, um die Winderosion so gering wie möglich zu halten. Dass die Maispflänzchen noch nicht so groß sind wie es ende Mai zu erwarten sei, so John, sei auch die extrem niedrigen Temperaturen Anfang des Monates zurückzuführen.


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