Neues Mobilitätskonzept Grüne Landratskandidatin will bessere Fahrradsituation in Bohmte

Die Grünen mit ihrer Landratskandidatin Anna Kebschull (2. von links) sprechen über die Fahrradsituation in Bohmte Wehrendorfer Straße/ Bremer Straße. Von links: Eckhard Eilers, Anna Kebschull, Karl Koopmann, Ingrid Purps, Elke Eilers. Foto: Jana HenschenDie Grünen mit ihrer Landratskandidatin Anna Kebschull (2. von links) sprechen über die Fahrradsituation in Bohmte Wehrendorfer Straße/ Bremer Straße. Von links: Eckhard Eilers, Anna Kebschull, Karl Koopmann, Ingrid Purps, Elke Eilers. Foto: Jana Henschen

Bohmte. Die lokalen Grünen aus Bohmte und Bad Essen sprachen am Donnerstag mit ihrer Landratskandidatin Anna Kebschull über die "Fahrradfalle Bohmte" an der Bremer Straße und den Bahnhof. Kebschull: "Brauchen dringend neues Mobilitätskonzept".

"Die meisten Radfahrer fahren an der Bremer Straße auf dem Bürgersteig, was widerrechtlich ist, aber viele bekommen Angst, wenn sie direkt in den Reifen eines vorbeifahrenden Lastwagen oder Bus schauen", sagt Karl Koopmann, Sprecher der Grünen in Bohmte, und verweist auf die hohe Verkehrsbelastung im Ortszentrum durch Lastwagen.

Lastwagen im Ort

Laut der Verkehrserhebung 2015, die das SHP-Ingenieurbüro aus Hannover im Auftrag der Gemeinde Bohmte erstellt hat, befahren die Bremer Straße täglich rund 12000 Fahrzeuge, von denen 7 Prozent Lkw sind. "Autos und Lkws müssten eigentlich einen Abstand von 1,5 Meter zum Fahrrad einhalten, aber das ist hier bei Gegenverkehr gar nicht möglich", erklärt Koopmann.

Ein paar Schritte weiter an der Kreuzung Bremer Straße/Osnabrücker Straße/Wehrendorfer Straße sei die Situation für Fahrradfahrer und Fußgänger ebenfalls schlimm, da der Radweg Richtung Wehrendorf direkt in der Kurve endet. Als sich die Landratskandidatin Anna Kebschull die Situation anschaut, sagt sie: "Ich würde meine Kinder hier nicht lang schicken, sondern einen anderen Weg nehmen."

Könnte ein Kreisverkehr die Verkehrssituation an der Kreuzung Bremer Straße/Wehrendorfer Straße/ Osnabrücker Straße in Bohmte verbessern? Foto: Jana Henschen

Minikreisverkehr gewünscht

Koopmann hat eine Skizze des SHP-Ingenieurbüros für einen Minikreisverkehr, der die Verkehrssituation verbessere, dabei: "Von der Größe würde der Kreisel dort hinpassen und an jeder Seite gäbe es einen Zebrastreifen". Laut Kebschull werde so ein Kreisel vom Landkreis geplant und letztlich auch bezahlt. Damit er komme, müsse man sich Bedarfsströme ansehen und mit den Geschäftsleuten im Ort sprechen.

Ein Anliegen ist den Bohmter Grünen, dass die Lkw-Belastung im Ort geringer wird. Dafür brauche es aber keine weitere Umgehungsstraße, sondern Verbotsschilder, damit mehr Lkws, insbesondere die aus Levern kommenden, 4 Kilometer weiter nördlich über die B51 fahren und nicht durch den Ort. Das sei ohnehin schneller.

Mobilitätskonzept von Kebschull

Die Landratskandidatin geht weiter und fordert: "Wir brauchen dringend ein neues Mobilitätskonzept." Der Weg gehe dahin, dass nicht nur eine Person in seinem Auto fahre – auch und gerade wegen der CO2-Emissionen. Es brauche Anrufbedarfe für die letzte Meile so wie das Willi-Bus-Konzept, damit Kommunen untereinander vernetzt sind. Den Verkehr müsse man im Ganzen sehen und deshalb gehöre auch ein gutes Fahrradnetz dazu oder dass Güter mehr über die Schienen statt über Lkws transportiert würden.

Bohmter Bahnhof

Die Grünen mit ihrer Landratskandidatin Anna Kebschull (Mitte) vor dem sanierungsbedürftigen Bahnhof in Bohmte. Foto: Jana Henschen


Damit sind die Grünen beim nächsten Thema. Für den Bahnhof in Bohmte wünschen sich die Grünen einen Fahrstuhl. "Es gibt noch nicht einmal eine Rampe oder irgendetwas. Man muss sein schweres Fahrrad hoch und runter tragen", sagt Karl Koopmann. Hinzukomme, dass das Gebäude eines der drei Symbole von Bohmte sei, aber zusehends verfalle. Hier müsse was gemacht werden. Die Fördersumme aus Berlin sei dafür aber nur ein kleiner Schritt.

Wie berichtet, erhält die Gemeinde Bohmte 275000 Euro vom Bund für die Sanierung des 1871/72 errichteten Bahnhofsgebäudes. Als zukünftige Nutzer kommen vor allem die VHS, die Kreismusikschule und die Mobilitätszentrale infrage. Anna Kebschull sagt: "Zur Lebensqualität gehört ein kulturelles Angebot oder schöne Plätze. Am Bahnhof und mit den Einkaufsläden in der Nähe sehe ich viel Potenzial."

Bohmter Hafen

Anders sieht sie das für das Hafenprojekt Leckermühle: "Es existieren bereits einige Schüttguthäfen und da könnten die Container verschifft werden." Dafür müsse nicht ein neuer teurer Hafen gebaut werden, der nicht wirtschaftlich sei.

Die Landratsratskandidatin war unter dem Motto "Ein Tag mit Anna Kebschull im Altkreis Wittlage" von 9 bis 20 Uhr unterwegs. Weitere Stationen waren: der geplante ZOB am Krankenhaus Ostercappeln, Verpackung und Bio-Produkte beim Edeka Lampe in Lintorf, Nutzung von Altbauten in der Alten Apotheke Bad Essen, im Rathaus Bad Essen bei Timo Natemeyer und im Jugendtreff Bad Essen.

Landratswahl am 26. Mai 2019

Die Wahl zum Landratskandidaten findet am Sonntag, 26. Mai, statt. Neben Anna Kebschull (Grüne) fordern Frank Vornholt (parteilos) und Horst Baier (unabhängig) den Landrat Michael Lübbersmann (CDU) heraus.


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