Polizei präsentiert neue Kriminalstatistik Zahl der Straftaten im Altkreis Wittlage hat sich leicht erhöht

Ein Arbeitsschwerpunkt bleibt für die Polizei die Prävention wie auch die Aufklärung von Einbrüchen, wobei die Wohnungseinbrüche zurückgegangen sind – dafür waren verstärkt Fahrzeuge und Büros das Ziel von Einbrechern. Symbolfoto: dpaEin Arbeitsschwerpunkt bleibt für die Polizei die Prävention wie auch die Aufklärung von Einbrüchen, wobei die Wohnungseinbrüche zurückgegangen sind – dafür waren verstärkt Fahrzeuge und Büros das Ziel von Einbrechern. Symbolfoto: dpa

Bohmte. „Ich habe da insgesamt ein sehr gutes Bauchgefühl“ – so beurteilt die Polizeioberrätin Ann Oldiges die Situation im Altkreis Wittlage, was die Straftaten und die Polizeiarbeit vor Ort angeht. So sagte es die Leiterin des Polizeikommissariates Bramsche, zu dem auch der Altkreis Wittlage und Wallenhorst gehören, jetzt bei der offiziellen Vorstellung der Kriminalstatistik für das Jahr 2018.

In Bohmte präsentierte Oldiges gemeinsam mit Frank Kintscher, dem Leiter der dortigen Polizeistation, sowie dem stellvertretenden Stationsleiter Dieter Klenke die Zahlen für das vergangene Jahr. Zwar sind überall leichte Steigerungen zu verzeichnen – gegenüber der Statistik des Jahres 2017, die in allen Belangen ein Tief aufwies –, doch fallen die Erhöhungen moderat aus. 

In der Gesamtübersicht sind die Straftaten im Raum Wittlage gestiegen von 1275 im Jahr 2017 auf 1397 im Jahr 2018. Nimmt man als Vergleichswert jedoch das Jahr 2009 hinzu, das ein Rekordhoch aufweisen konnte (1974 Straftaten), sowie die folgenden Jahre, zeigt die Kurve weiterhin eine Tendenz: Sie geht nach unten bzw bleibt auf einem niedrigeren Niveau. Zudem könnten manche gestiegenen Zahlen auf Entwicklungen hindeuten, die die Polizisten eher als positiv bewerten.

In der Statistik nur das Hellfeld

Zwar sind die so genannten Rohheitsdelikte – also Körperverletzungen und ähnliches – insgesamt gestiegen von 192 Fällen im Vorjahr auf jetzt 237. Doch dazu werden auch die Fälle von häuslicher Gewalt hinzugerechnet. Und so gehen die Experten davon aus, dass bei den betroffenen Opfern, zumeist Frauen, die Bereitschaft gestiegen ist, dies zu melden und sich den Gang zur Polizei zuzutrauen. Dass sich also das so genannte Dunkelfeld ein wenig mehr erhellt.

Denn das betont Ann Oldiges beim Blick auf die Zahlen: „Wir können natürlich nur das Hellfeld in der Statistik abbilden“ – also die tatsächlich bekannten und aktenkundigen Taten.

Stellten die Statistik vor (v.l.): Polizeihauptkommissar Dieter Klenke, Polizeioberrätin Ann Oldiges und der Erste Polizeihauptkommisar Frank Kintscher, Leiter der Polizeistation Bohmte. Foto: Thomas Achenbach

Gesunken ist demzufolge der Bereich der Sachbeschädigungen von 177 im Jahr 2017 auf 159 in 2018. Und das, obwohl sich mit dem sehr langen Sommer auch die Aufenthaltszeiten im Freien stark erhöht haben – was sich in der Regel auch in der Kriminalstatistik niederschlägt, wie Frank Kintscher als Erster Polizeihauptkommissar betont. So dürfte manche Körperverletzung und manch ein PKW-Einbruch auch eine Folge von sich draußen treffenden Jugendgruppen sein, betonen die Polizisten.  

Mehr Diebstähle aus Fahrzeugen

Tatsächlich sind die Diebstahlsdelikte insgesamt gestiegen um 99 Fälle von 464 im Jahr 2017 auf jetzt 563 im Jahr 2018. Ebenfalls gestiegen: Die Diebstähle aus Fahrzeugen (von 54 auf 99), wobei Fahrraddiebstähle, Ladendiebstähle und Taschendiebstähle leicht zurückgegangen sind. Ebenso wie die Einbrüche in Wohnungen. Dafür habe es verstärkt Einbrüche in Roh- und Neubauten oder Büro-, Werkstatt- oder Lagerräume gegeben.

Ebenfalls leicht gestiegen sind die so genannten Vermögens- und Fälschungsdelikte (von 183 in 2017 auf 207 in 2018). Hierzu gehören beispielsweise der bekannte Enkeltrick, aber auch das Abgreifen von Kreditkartendaten aus dem Internet oder Online-Betrügereien wie beispielsweise die Nichtlieferung eigentlich bezahlter Waren, die über das Portal E-Bay verkauft wurden.

"Das Klima wird deutlich rauher"

Worauf Oldiges und ihre Mitarbeiter stolz sind, ist die gestiegene Aufklärungsquote von 64,64 Prozent (zuvor: 59 Prozent). Das spräche für die gute Arbeit vor Ort, betont Oldiges. Wobei berücksichtigt werden müsste, dass die Ermittlung eines Serientäters die Aufklärungsquote nach oben reißt, weil sich damit gleich die ganze Reihe an Vorfällen aufklärt. Was Ann Oldiges hingegen mit Sorge beobachtet: Auch wenn die Fälle von Widerstand gegen die Polizei gesunken sind von 23 auf 19, werde es für die Beamten insgesamt immer schwieriger: „Das Klima da draußen wird deutlich rauher“, betont Oldiges.


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