Projekte einzeln umsetzen SPD Bohmte: Stoppt das Bewegungsband-Projekt

Im Vordergrund befindet sich die Fläche des geplanten Mehrgenerationenplatzes. Von dort erstreckt sich das geplante Bohmter Bewegungsband über den Schulhof der Oberschule bis zu Hallenbad und Sporthalle. Foto: Friedrich LükeIm Vordergrund befindet sich die Fläche des geplanten Mehrgenerationenplatzes. Von dort erstreckt sich das geplante Bohmter Bewegungsband über den Schulhof der Oberschule bis zu Hallenbad und Sporthalle. Foto: Friedrich Lüke

Bohmte. Die Bohmter SPD beantragt einen Stopp des Bewegungsband-Projekts. Stattdessen plädiert Thomas Rehme dafür, die Projekte einzeln umzusetzen und für die Einzelprojekte Förderanträge zu stellen.

Diese Forderung und Erklärungen dazu gab Thomas Rehme während der öffentlichen Sitzung der SPD Bohmte am Montagabend im Gasthaus Riemann ab, zu der neben Parteimitgliedern auch zahlreiche Bürger und engagierte Eltern vor Ort waren und mit den Kommunalpolitikern diskutierten.

Was war passiert?

Der Artikel in dieser Zeitung vom 21. Februar 2019 hatte in Bohmte die Bürger und besonders Eltern aufgebracht. Am Montagabend stellte Thomas Rehme klar: "Das Bewegungsband soll gestoppt werden, aber die Teilprojekte wie der Sportplatz sollen fortgeführt werden." Die derzeitigen Kosten könne die SPD nicht zulassen.

Das ist das Bewegungsband

Das Bewegungsband (deshalb der Name des Projektes) verbindet als behindertengerechter Weg den geplanten Mehrgenerationenspielplatz und das Schulgelände mit dem Sportzentrum. In der Planung befinden sich derzeit das Lern- und Kommunikationsfeld der Oberschule und die Mehrgenerationenfläche "Feldpark Bohmte" zwischen der Straße Am Schwaken Hofe und der Straße Am Bahnwinkel.

Plan der SPD

Die Bohmter SPD möchte nun dort anfangen, wo der Sanierungsbedarf am größten sei und das sei zuerst beim Freibad der Fall, dann folgen Hallenbad und Sportplatz. Der Mehrgenerationenspielplatz wird von der SPD nicht abgelehnt, wenn er denn auch seinem Namen gerecht werde, erklärte Helmut Buß, Vorsitzender SPD Bohmte.

Hauptkritikpunkt: Der Spielplatz sei bisher so geplant, dass Spielgeräte für Kinder von 0 bis 14 Jahren dort hingestellt werden. Dieses sei dann aber kein Platz für Generation. "Wenn ein Platz geplant wird, dann auch für die Senioren. Sonst ist es nicht Mehrgenerationen, sondern ein Luxusplatz für Kinder."

Die SPD kritisiert, dass die geplanten Spielgeräte aus Holz wesentlich teurer in der Unterhaltung als Spielgeräte aus Kunststoff oder Edelstahl, wie sie "von der Stange" für andere Spielplätze gekauft würden, seien. Dieses sei unverhältnismäßig.

Hohe Kosten

In Bohmte liege die Pro-Kopf-Verschuldung laut Buß über dem Durchschnitt des Landes Niedersachsen. Mit den geplanten Ausgaben im Bewegungsband werde die Verschuldung sogar in den nächsten Jahren verdoppelt. "Da muss man jede Maßnahme gründlich überdenken", so Buß. Die SPD sieht sich in der Pflicht, das Projekt zu stoppen, da die Kosten zu hoch geworden seien.

Warum nicht eher interveniert?

Mehrere Bürger fragten die Lokalpolitiker, weshalb sie denn nicht eher eingeschritten seien, statt zwei Jahre die Bürger an dem Mehrgenerationenspielplatz planen zu lassen. Darauf erwiderte Helmut Buß, dass sie in der vorletzten Sitzung erst von den hohen Kosten erfahren hätten: "Wichtige Informationen wurden uns von der Verwaltung vorenthalten."

Nach einer Kalkulation von 4 Millionen Euro des Planungsbüros Gudrun Lang aus Hamburg im Juli 2018 wurden die Gesamtkosten verringert. Das Fachbüro pro-t-in erstellt Förderanträge, um Gelder des Landes Niedersachsen oder EU-Gelder über ZILE (Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung), zu dem das Dorfentwicklungsprogramm zählt, zu erhalten. Die Antragsfrist ist der 15. September 2019. Die SPD ist optimistisch, dass auch die Einzelprojekte gefördert werden und dafür nicht das Bewegungsband in Gänze notwendig sei.


Projekt Bewegungsband

Mit dem Bewegungsband befasst sich die Kommunalpolitik seit fast zwei Jahren. Im Sommer 2017 sind in mehreren Workshops zur Dorfentwicklung verschiedene Ideen entwickelt worden und der Mehrgenerationenspielplatz wurde mit der höchsten Priorität versehen. In einer Online-Umfrage konnten Bohmter bis zum 10. Dezember 2017 eigene Ideen rund um das geplante Bewegungsband zwischen Schulhof und Hallenbad vorschlagen. Hier wurde besonders der Wunsch nach einer Schulhofsanierung deutlich.

In der Sitzung des Arbeitskreises Dorfentwicklung am 11. Februar 2019 im Bohmter Kotten hatten die Landschaftsarchitektin Gudrun Lang und ihre Kollegin Irina Dechow die überarbeiteten Pläne vorgestellt. In der Juli-Sitzung 2018 des Arbeitskreises hatte eine Kalkulation mit vier Millionen Euro die Teilnehmer erschreckt. Darin enthalten war auch die Anlage eines Kunstrasenplatzes. In der neuen, überarbeiteten Variante umfasst der Kostenrahmen eine Höhe von 1,2 Millionen Euro netto – ohne Kunstrasen.

Einen Tag vor der jüngsten Ortsratssitzung am 20. Februar 2019 hat die SPD den Antrag dann auf Ablehnung des Bewegungsbandes gestellt. Die Ablehnung des Bewegungsbandes im Ortsrat bedeutet allerdings nicht das Aus für das Vorhaben. Entscheidend ist der Haushaltsplan 2019, über den der Gemeinderat kurz vor den Osterferien beschließen wird.

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