Die Versorgung klappt Bürgerwärme Bohmte investiert in die Netzerweiterung

Umwälzpumpen sind nötig, um die Wärme zu den verschiedenen Abnehmern zu transportieren – im Vordergrund die kleinen wie sie in vielen Privathäusern zu finden sind, und daneben die großen, die entsprechend leistungsfähiger sind. Foto: Karin KemperUmwälzpumpen sind nötig, um die Wärme zu den verschiedenen Abnehmern zu transportieren – im Vordergrund die kleinen wie sie in vielen Privathäusern zu finden sind, und daneben die großen, die entsprechend leistungsfähiger sind. Foto: Karin Kemper
Karin Kemper

Bohmte. Bislang galt für den Bereich der Genossenschaft Bürgerwärme Bohmte-Nord: Wenn in der Heizperiode viel Wärme benötigt wurde, reichte die regenerative Energie nicht aus – es musste mit Gas zugeheizt werden. Das ist jetzt anders, seit ein zweites Blockheizkraftwerk den Verteilbehälter speist.

Reinhard Buhl, Vorsitzender der Bürgerwärme Bohmte eG, sagt: "Die Versorgung klappt". Bei einem Ortstermin am Dienstag ergänzt Andreas Witte, Leiter des Referats "Strategische Planung Klimainitiative" beim Landkreis Osnabrück: "Im Normalbetrieb sind es 100 Prozent." Ausnahmen können das Fegen des Schornsteinfegers (dann muss kurz ausgeschaltet werden) oder ein technisches Problem in einer der Biogasanlagen sein. Der Wert liegt auf jeden Fall deutlich über 95 Prozent, so die Experten vor Ort.

Gute Planung

So oder so galt: Das Projekt Netzerweiterung musste gut geplant werden. Zuständig dafür das Ingenieurbüro Ringkamp. Die Ausführungsplanung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Hans-Jürgen Keil, dem 2. Vorsitzender der Bürgerwärme Bohmte. Über das Blockheizkraftwerk am Sportzentrum Bohmte sorgt seit geraumer Zeit regenerative Energie dafür, dass Schul- und Sportzentrum mit den beiden öffentlichen Bädern und der Bohmter Kotten beheizt werden. 

Landkreis unterstützt

Die Umbau- und Erweiterungsmaßnahme wurde vom Landkreis Osnabrück begleitet. Buhl: "Rechtliche Betrachtung und Manpower helfen uns bei der Planung zur Optimierung der Anlage. Das ist schon gut." Witte weist darauf hin: "Manche Dinge benötigen nur noch den entscheidenden Anstoß." Ziel seines Referates sei, den Masterplan Reduzierung der Treibhausgase voranzubringen. Dafür seien regenerative Energien mit einer flächendeckenden Nahwärmeversorgung wichtig.

Der Speicher am Hallenbad Bohmte (im Hintergrund) übernimmt bei der Versorgung mit Nahwärme eine wichtige Aufgabe. Angeschlossen sind jetzt zwei Blockheizkraftwerke. Im Bild von Reinhard Buhl, Julian Isken, Andreas Witte (beide Landkreis), Hans-Jürgen Keil, Jens Ringkamp, Thomas Natemeyer (Ingenieurbüro Ringkamp) und Klaus Goedejohann. Foto: Karin Kemper

Bürgermeister Klaus Goedejohann ergänzte, dass durch die zusätzliche Energieeinspeisung auch private Grundstücke im Umfeld des Sportzentrums angeschlossen werden können. Rund um den großen Speicher, der rund 35 Kubikmeter Wasser enthält, erfolgten Investitionen von mehr als einer halben Million Euro. Dazu gehören auch 670 Meter neu verlegte Leitungen (zu den bestehenden rund zwei Kilometern im Bereich Bohmte-Nord). Weitere 2,6 Kilometer Leitungen umfasst der Bereich Bohmte-Süd, der die Verbrauchermärkte an der Osnabrücker Straße und die Siedlung Tappenwiese umfasst. Die Gemeinde Bohmte, so Goedejohann, unterstütze die Genossenschaft bei der Kreditaufnahme mit Bürgschaften.

Solides Fundament

Inzwischen liege der Jahresumsatz bei 130.000 Euro bei einer Menge von 4,3 Millionen Kilowattstunden. Der Bürgermeister: "Die Genossenschaft steht auf einem soliden Fundament." Buhl fügt hinzu: "Die Geschäftsführung wird komplett ehrenamtlich gemanagt." Zur Technik der Anlage gehört auch, dass beim Auftreten eines Fehlers per E-Mail eine Warnung verschickt wird.












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