Kandidaten beim Ortslandvolk Flächenverbrauch in Bohmte bereitet Landwirten Sorgen

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Immer mehr Flächen werden bebaut. So ist in Stirpe-Oelingen ein großes Wohnbaugebiet geplant. Diese Entwicklung bereitet vielen Landwirten Sorgen. Archivfoto: Karin KemperImmer mehr Flächen werden bebaut. So ist in Stirpe-Oelingen ein großes Wohnbaugebiet geplant. Diese Entwicklung bereitet vielen Landwirten Sorgen. Archivfoto: Karin Kemper

Bohmte. Am 26.Mai finden in der Gemeinde Bohmte Bürgermeisterwahlen statt. Die beiden Kandidaten, Tanja Strotmann und Thomas Rehme, stellten sich am Mittwochabend beim Ortslandvolk Bohmte vor. "Ich bin neugierig auf das, was die Gäste zu sagen haben", so Landvolkvorsitzender Hermann Asshorn.

Klaus Goedejohann, hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde, hatte vor einem Jahr erklärt, dass er nicht wieder kandidieren wird. Am 26. Mai, das ist auch der Tag der Europawahlen sowie der Wahl des Osnabrücker Landrats, fällt also die Entscheidung, wer Goedejohann nachfolgt.

Tanja Strotmann, seit drei Jahren Erste Gemeinderätin in Bohmte, tritt als unabhängige Bewerberin an. Sie wird von CDU, Grünen und Linke unterstützt. Wie kam es zur Kandidatur? "Ich wurde von mehreren Seiten angesprochen, ob ich mir das vorstellen könnte", sagte Strotmann.  Sie konnte – und entschloss sich zur Kandidatur. Dass sie von gleich drei Parteien unterstützt werde, bedeute allerdings nicht, dass diese immer in allen Fragen auf einer Linie liegen. Vor ihrer Tätigkeit in Bohmte war die Erste Gemeinderätin 20 Jahre beim Landkreis Vechta tätig.

Am Sonntag, 26.Mai, wird in der Gemeinde Bohmte gewählt. Foto: Michael Gründel


Thomas Rehme hatte sich bereits 2001 um das Bürgermeisteramt beworben. Er verlor damals gegen Klaus Goedejohann. Dieser erhielt damals 52,9 Prozent; Rehme 47,1 Prozent. Nach dem knappen Wahlausgang stand für ihn fest, es noch einmal zu versuchen, so der 48-jährige Rechtsanwalt aus Bohmte. Er tritt 2019 ebenfalls als unabhängiger Einzelbewerber und wird von der SPD unterstützt.  Rehme, Ortsbürgermeister in Bohmte, ist unter anderem auch Vorsitzender der SPD-Fraktion im Osnabrücker Kreistag.

Entwicklung der Gemeinde

Wie stellen sich die Kandidaten die weitere Entwicklung der Gemeinde vor? Welche Perspektiven hat die Landwirtschaftt? Das waren Themen der Veranstaltung im Landgasthaus Gieseke-Asshorn. Ein zentraler Punkt, der die Landwirte beschäftigt, ist der Flächenverbrauch.  Immer mehr Flächen werden bebaut. "Im Wittlager Land gehen auf diese Weise in zwei Jahre rund 200 Hektar verloren", sagte Hermann Asshorn.

Muss eine Gemeinde also immer wieder Wohnbau- und Gewerbegebiete ausweisen? Die Kommune müsse einen Kompromiss finden zwischen der Landwirtschaft und der  Nachfrage nah Wohnungsbau und Gewerbe, waren sich die Kandidaten einig. Das Interesse an Grundstücken sei ungebrochen groß. Übrigens wollten auch viele Bohmte und Hunteburger bauen, nicht nur Auswärtige, sagte Strotmann. Es sei auch wichtig, Bauland für junge Familien anzubieten, sonst werden die Bevölkerung immer älter und die Struktur passe nicht mehr.

Die Gemeinde bemühe sich, auch Baulücken zu schließen und Flächen im Ort zur Verfügung zu stellen Aber das reiche derzeit nicht. So laufen derzeit die Planungen für ein großes Wohnbaugebiet in Stirpe-Oelingen mit mehr als 100 Bauplätzen. 

Verdichten und Aufstocken?

Verdichten und Aufstocken von bestehenden Siedlungen: "Ist es möglich, in die Höhe statt in die Breite zu bauen?", fragte Friedrich Steffen, Vorsitzender des Wittlager Kreislandvolks. Das könne über die jeweiligen Bebauungspläne geregelt werden. Das geschehe bereits, so die beiden Bewerber. "Es gibt in Bohmte dreigeschossige Gebäude", merkte Rehme. Das Aufstocken müsse aber in die Struktur der Siedlung passen und für die Anwohner akzeptabel seien.

Die Bewerber Thomas Rehme und Tanja Strotmann. Rechts im Bild der Ortslandvolkvorsitzende Hermann Asshorn. Foto: Rainer Westendorf


Thomas Rehme wies darauf hin, dass es in der Gemeinde auch Gewerbebetriebe gebe, die erweitern möchten, aber dafür keine Flächen erwerben könnten. Auch hier bestehe also Bedarf. Landkreis, Gemeinden und auch die Bürger profitierten schließlich auch von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung.

Ein Dauerthema in Bohmte ist die Verkehrsbelastung, insbesondere auf der Bremer Straße. Ist eine Ortsumgehung die Lösung? Beide Kandidaten wiesen daraufhin, dass durch eine solche Umgehung natürlich auch viele landwirtschaftlichen Flächen verloren gehen würden. Wer will diese Flächen abgeben? Wer bezahlt das? Diese Fragen stellten sich zudem. Derzeit prüft ein Gutachter, ob es möglich ist, zumindest den Lkw-Verkehr an der Einmündung Wehrendorfer Straße/Bremer Straße nach links auf die Umgehungsstraße zu leiten.


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