Den Vertrag unterzeichnet Zusätzliches Grabangebot auf dem Friedhof Leckermühle


Leckermühle. Während der Visitation der Kirchengemeinde Arenshorst im vergangenen Oktober wurde noch von Plänen berichtet, eine neue Friedhofsordnung zu erarbeiten. Jetzt ist Januar. Am Dienstnachmittag wurde auf dem Friedhof Leckermühle ein Vertrag mit der Norddeutschen Treuhandstelle für Dauergrabpflege unterzeichnet.

Der Friedhof in Leckermühle ist zweigeteilt, eine Hälfte ist kommunal, die andere kirchlich. Zum Bereich der Kirchengemeinde Arenshorst gehören rund 200 Grabstellen. Entstanden, so Reinhard Kuhr, ist der Friedhof Mitte der 1930er-Jahre. Eigentümerin war von Anfang an die Kirchengemeinde Arenshorst, für die Betreuung bildete sich eine Interessengemeinschaft. Der Friedhof wurde damals in Eigenleistung erstellt. Kuhr: „Wer dort begraben werden wollte, musste einen Obolus entrichten.“ Diese Regelung galt bis zu den 1980er-Jahren. Bäume, die ebenso wie Hecken zu groß geworden waren, und Bruchsteinmauern, die einzufallen drohten, führten dazu, dass der Kirchenvorstand sagte: „Wir müssen etwas tun.“

Lob für große Treue

Pastor Andreas Pöhlmann sagte beim Ortstermin auf dem Friedhof: „1984 hat Reinhard Kuhr die Betreuung übernommen und tut das bis heute in großer Treue.“ Innerhalb mehrerer Jahre erfolgte die Herrichtung des Geländes. Hecken wurden entfernt, Wege angelegt – wieder in Eigenleistung.

Neuer Friedhofsausschuss

Auf dem Friedhof befinden sich Wahlgräber, das heißt, die Gräber können nach Ablauf der Ruhefrist erneut gekauft werden. Pöhlmann verweist darauf: „Das wird jetzt anders, wir betreten Neuland.“ Claudia Fenger-Köster, die im neugebildeten Friedhofsausschuss die Aufgabe übernahm, sich mit alternativen Bestattungsformen, die pflegeleicht sind, zu befassen. Sie sagte: „Ich habe viele Friedhöfe abgefahren, um die nötigen Informationen zu erhalten. Sie setzte sich zudem mit Christian Beckers, der auf dem Ostercappelner Friedhofs die Grabanlage „Himmelsblick“ gestaltet hat und Joachim Meyer-Rehberg, Geschäftsführer der Norddeutschen Treuhandstelle für Dauergrabpflege, in Verbindung. Er meinte am Dienstag: „Bei mir haben Sie offene Türen eingelaufen.“ Er fügte hinzu: „Ich fahre überall dorthin, von wo Anfragen kommen, um zu informieren. Diesen Schritt haben Sie in Arenshorst übersprungen.“ Er zeigte sich überzeugt: „Das wird schön.“

Zweigeteilte Fläche

Die Anlage auf dem Friedhof Ostercappeln ist bekannt, ebenso Christian Beckers, der die Gestaltung und die Pflege übernimmt. Meyer-Rehberg stellte fest: „Für einen kleinen Friedhof wie den in Leckermühle, steht eine große Fläche zur Verfügung.“ Sie ist zweigeteilt und befindet sich im unteren Bereich hinter dem Rondell. Dieter Klenke, Mitglied des Friedhofsausschusses: „Die Flächen waren vom Taxus überwuchert, der abgängig war.“

Geändertes Verhalten

Pastor Pöhlmann betonte: „Ich finde es gut, dass der Friedhof für die Zukunft geöffnet wird. Das Nutzungsverhalten ändert sich. Das Stichwort „pflegefrei“ fällt bei Anfragen immer wieder.“ Christian Beckers verweist darauf, dass das Bestattungsangebot auf dem Friedhof Leckermühle erweitert werden soll. Die Gestaltung der Fläche soll ein Blütenmeer ergeben, das ein Schmetterlings- und Bienenparadies darstellt. Das sei in Ostercappeln so geschehen, wo es beim „Himmelsblick“ von März bis Oktober blühe. Statt der konventionellen Bepflanzung würden Blühstauden gewählt.

Wichtiger Anlaufpunkt

Zukünftig sollen in Leckermühle Partnergrab, Einzelgrab (jeweils Urnen) und auch Sargbestattung (wenige) möglich sei. Beckers: „Es soll ein Anlaufpunkt entstehen für Angehörige, die nicht mehr vor Ort leben.“

Keine Nachforderungen

Wer das neue Bestattungsangebot in der gemeinschaftlichen Grabanlage nutzen will, schließt einen Vertrag für Dauergrabpflege mit dem ausführenden Unternehmen (Gartengestaltung Beckers) und der Nordwestdeutschen Treuhandstelle für Dauergrabpflege mit Sitz in Bremen für die gesamte Ruhezeit ab. Die Treuhandstelle stellt die Vertragssumme in Rechnung und bezahlt daraus alle Leistungen, die vertraglich vereinbart wurden. Das eingezahlte Geld wird angelegt, die Zinsen gleichen die Inflation aus. Die Treuhandstelle, so Meyer-Rehberg, garantiere, dass keine Nachforderungen für vereinbarte Leistungen erfolgten.

Mit Fertigstellung der Grabanlage auf dem Friedhof Leckermühle können dort Beisetzungen vorgenommen werden. Beckers sagt: „Wenn alles gut läuft, ist Ostern alles fertig.“


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