Luca Schleibaum und sein FSJ „Schnuppern“ in Hunteburg vor der Theorie


Hunteburg. Es war auf Anhieb ein witziges Gefühl, zu seiner früheren Schule zurückzukehren. Erst recht, wenn ebendort noch Lehrer von damals aus seiner Zeit als Schüler tätig sind. Denen begegnet er nun nicht auf Augenhöhe, aber an deren Seite erlebt er Schule anders als FSJ-ler und dabei „jeden Tag was Neues“, wie Luca Schleibaum, der sein FSJ an Hunteburger Wilhelm-Busch-Schule absolviert, bekennt.

„Die Kinder sind ganz toll motiviert. Man kann mit ihnen viel Spaß haben, sie sind gierig zu lernen. Es sind alle Individuen – jedes Kind ist anders, das ist cool“, beschreibt der 18-Jährige sichtlich begeistert im Telegrammstil, was ihn an dem Berufsziel fasziniert, das im Lehramt liegt. Das stand und steht für ihn unabhängig von den ersten drei Monaten im „Freiwilligen Sozialen Jahr“ fest an der Wilhelm-Busch-Schule in Hunteburg. Dabei hat er sich ganz bewusst für ein Jahr Schule (und Verein) entschieden. „Zum Schnuppern“, sagt er vor der Theorie im Studium, um noch mehr von dem an sich heranlassen zu wollen, was sein Leben später prägen soll.

Sport und Freizeit

Und deshalb gibt er allen Interessenten den Tipp, unbedingt ein FSJ zu absolvieren, was nicht nur, aber vor allem auch im Bereich Sport und Freizeit neben dem Schulalltag einschließlich Betreuung und Hilfe bei Schularbeiten nach dem Unterricht in seinen Augen so eindrucksvoll und richtungweisend ist.

Gerade im Sport erlebt Luca die Kids und ihre Art hautnah, wenn es gilt, sich zu bewegen, sich auf Übungen und Geräte zu konzentrieren und letztendlich etwas zu schaffen. Zum Beispiel den Tischtennis-Ball auf dem Schläger liegend beim Gehen zu balancieren, dann im Wechsel den Ball auf Vor- und Rückseite zu treffen sowie auch beim Drehen, Bücken oder bei anderer Bewegung auf dem Schläger zu halten. „Mein Ball ist nicht runtergefallen“, frohlockt ein Mädchen mit strahlenden Augen beim „Run“ auf Luca, der sich mitfreut, um dem Pechvogel („Gibt es immer wieder“) mit dem traurigen Blick positiv zuzureden: „Beim nächsten Mal klappt es besser.“

I-Männchen auf dem Schoß

Zu nah, etwa von i-Männchen auf dem Schoß sitzend, gibt es für ihn nicht, vielmehr klare Ansage aus der stattlichen Figur von 1,89 Metern bei der Einführung von Tischtennis nach munterem Seilspringen auf Zeit und Anzahl zur Auflockerung hier wie auch sonst. Auch dann sagt er etwas deutlich, wenn manche besonders lange brauchen, sich im Kreis zur nächsten Absprache zu sammeln.

Gefragt ist nicht nur Tischtennis als Sport von Luca neben Kicken in einer Fußball-Hobbytruppe in „seinem“ HSV, sondern zum Beispiel auch das mehr von Mädchen als von Jungen favorisierte Seilspringen zum Trimmen nach Zeit und für die Note. Auf der anderen Seite gibt es Punktabzug, wenn jemand zum wiederholten Mal sein Sportzeug nicht mitgebracht hat bei der Erkenntnis: Oft wird erst probiert, ob es wirklich Abzug gibt, wenn ein FSJ-ler in Aktion ist.

Der hat durchaus auch Durchsetzen auf dem Lehrplan in der Schule stehen im Gegensatz zum Nachmittag, wenn Luca in seinem HSV engagiert ist als Teil zwei in der 39-Stunden-Woche, zu der auch freitags vier Stunden mit verschiedenen Gruppen im Bohmter Schwimmbad gehören.

Junger Pädagoge

Welchen Wert und damit welche Wertschätzung das soziale Jahr zudem haben kann, weiß Thomas Geers als junger Pädagoge der Busch-Schule zu schätzen und zu schildern, wenn sich Eltern von FSJ-lern melden und sich sichtlich angetan bedanken „für die positive Entwicklung“ des jungen Menschen, was auch Michael Ellermann prägt sowie erlebt als Mentor und Bindeglied des jungen Menschen zwischen Schule/Verein sowie FSJ-lern.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN