Einstimmiger Beschluss Bohmte bewirbt sich als Fairtrade-Gemeinde

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Bohmte. Bohmte wird sich als Fairtrade-Gemeinde beim Verein „TransFair“ bewerben. Dafür hat sich der Gemeinderat einstimmig ausgesprochen. Ziel ist es, das Wittlager Land als Fairtrade-Region zu etablieren.

„Fairtrade verbindet Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien, sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern“, so die Organisation „Fairtrade Deutschland“. Mithilfe der örtlichen Steuerungsgruppen Steuerungsgruppe soll der Gedanke des fairen Handels in den Gemeinden fest verankert und bekannter gemacht werden. Vor wenigen Woche ist in Bohmte eine solche Steuerungsgruppe ins Leben gerufen worden.

Voraussetzungen geschaffen

Der Gemeinderat hatte in seiner Märzsitzung beschlossen, sich gemeinsam mit den Gemeinden Bad Essen und Ostercappeln als Fairtrade-Region Wittlager Land zu bewerben. Die Voraussetzungen für eine Auszeichnung wurden vor Ort geschaffen. Teilnehmende Geschäfte, Betriebe und Einrichtungen wurden gefunden, eine Steuerungsgruppe mit Vertretern aus allen drei Gemeinden eingerichtet.

Die Ilek-Steuerungsgruppe

Warum der erneute Ratsbeschluss? „Entgegen ersten Äußerungen des Vereins TransFair ist eine Auszeichnung des Wittlager Landes als Fairtrade-Region aktuell nicht möglich“, so die Gemeinde Bohmte. Um als Region ausgezeichnet zu werden, müssen mindestens zwei Drittel der Einwohner in einer Fairtrade-Gemeinde leben. Bad Essen ist bereits Fairtrade-Gemeinde. Die Ilek-Steuerungsgruppe, die das Vorhaben initiiert, empfiehlt daher, auch für die Gemeinde Bohmte einen separaten Antrag zu stellen. Ilek, das ist das integrierte ländliche Entwicklungskonzept für das Wittlager Land. Die Auszeichnungsfeier könnte dann zeitgleich für Bohmte und die Region Wittlager Land erfolgen.

Die geforderten Kriterien

Welche Kriterien muss eine Fairtrade-Gemeinde erfüllen? Örtliche Geschäfte, die Fairtrade-Produkte im Sortiment haben, müssen mit ins Boot. Eine Schule, ein Verein und eine Kirchengemeinde müssen dabei sein und mindestens eine Aktion pro Jahr zum Thema fairen Handel durchführen. Gastronomiebetriebe aus dem Ort müssen sich ebenso engagieren. Und Pflicht der Steuerungsgruppe selbst ist es, vier Berichte pro Jahr zu veröffentlichen. Mehr zu Thema auf www.fairtrade-deutschland.de


Wie funktioniert Fairtrade?

Das Prinzip fairer Handel funktioniert so: Für die Produkte werden Mindestpreise festgelegt – plus Prämien für Projekte wie den Bau von Brunnen oder Schulen. Die Handelsorganisationen vereinbaren mit den Erzeugern Mindestabgabemengen, sodass die Produzenten sicher kalkulieren können.

Laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gibt es mittlerweile fair gehandelte Produkte im Sortiment von mehr als 42 000 deutschen Supermärkten, Drogerien, anderen Läden und Cafés. Zudem sind mehr als 800 Weltläden verzeichnet.

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