Berufsorientierung Bewerberfachtag in Bohmte: „Chancen sind so gut wie nie zuvor“

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Bohmte. Der Bewerberfachtag ist eine feste Größe im Programm der Berufsorientierung und im Jahreskalender der Oberschule Bohmte. Dieser Tage fand er bereits zum 17. Male statt – unter Beteiligung der 9. Klassen aus Bohmte, Hunteburg und Ostercappeln sowie von Unternehmen, Einrichtungen und Berufsschulen der Region.

Schön warm ist es im „Vario Perfect“, draußen scheint die Sonne – beste Voraussetzungen, um durchzustarten. Doch den Schülern, die das Wohnmobil in Augenschein nehmen, steht keine Reise im eigentlichen Sinne bevor, sie machen sich auf den Weg ins Berufsleben. Bei Jana Michaelis und Nicolas Mix von der Firma Variomobil informieren sie sich über die Ausbildungsmöglichkeiten in dem Bohmter Unternehmen und haben bewundernde Blicke für die Luxusausstattung des Reisemobils. Nicolas Mix, dem Junior des Unternehmens, entgeht dies natürlich nicht und er freut sich: „An so etwas mitzuarbeiten, ist schon eine tolle Sache“, weiß er aus eigener Erfahrung.

Praxisbezug herstellen

Etwas herstellen, etwas mitgestalten, im kaufmännischen Prozess eingebunden zu sein, kurzum die Praxis sieht auch Stefan Mietze, Sozialpädagoge an der Oberschule Bohmte als entscheidenden Vorteil einer beruflichen Ausbildung gegenüber dem Abitur. „Zumal einem ja nach abgeschlossener Ausbildung noch alle Wege der Weiterbildung und Qualifizierung offenstehen – von der innerbetrieblichen Fortbildung, über Meisterschule und Fachoberschule, bis hin zum Studium ohne Abitur“, zählt er auf. Die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten würden immer durchlässiger, der Praxisbezug, den eine Berufsausbildung mit sich bringe, sei aber ein unschätzbarer Trumpf bei der Planung einer Karriere. „Man braucht nicht unbedingt Abitur, um einen guten Beruf zu finden, der den persönlichen Interessen entspricht und obendrein auch noch finanziell interessant ist“, ist er überzeugt. Der Fachkräftemangel wirke sich dabei positiv aus, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bei den Ausbildungsplätzen habe sich im Vergleich zu vor zehn Jahren komplett umgekehrt. „Inzwischen werden Azubis in allen Bereichen gesucht, die Chancen auf eine Lehrstelle sind so gut wie nie zuvor“, sagt Mietze.

Vorbehalte abbauen

Etwa bei der Firma Kesseböhner, für die deren angehende Industriekauffrau Paula Melcher die Ausbildungsgänge des Unternehmens bis hin zum dualen Studium vorstellt. „Während der Ausbildung lernen wir alle Abteilungen kennen. Das lässt einen die Arbeitsabläufe besser verstehen und baut Vorurteile ab“, sagt sie und berichtet, dass sie beispielsweise frühere Vorbehalte gegenüber der Finanzbuchhaltung vollständig revidiert habe, ihr die Tätigkeit dort sogar ausgesprochen großen Spaß gemacht habe. „Es ist der große Vorteil unseres Bewerberfachtages: Die Schüler kommen in Kontakt mit den Unternehmen und deren Auszubildenden. Das hilft ihnen, eventuelle Unsicherheiten abzubauen“, erläutert Schulleiterin Andrea Beyer.

Interessen ermitteln

Der eigentlichen Veranstaltung war eine intensive Vorbereitung vorausgegangen, für die neben Stefan Mietze auch Schulassistent Dirk Lübker und Andre Goda, Fachlehrer Berufsorientierung, verantwortlich zeichneten. Bereits nach den Sommerferien haben sie die Schüler der beteiligten Schulen angeschrieben und nach den für sie interessanten Berufsfeldern befragt. Entsprechend der Schülerwünsche wurden die Firmen und Institute akquiriert und auf diese Weise 20 Berufsfelder abgedeckt. Nach Zusagen der Ausbildungsbetriebe und -einrichtungen waren die Schüler aufgefordert, sich für die jeweiligen Informationsveranstaltungen einzutragen. Auch im Unterricht wurde der Tag vorbereitet und die Schüler aufgefordert, ein Berufsporträt zu erstellen und Fragen an die Referenten zu formulieren. Dies, sowie die Teilnahme am Bewerberfachtag wird im verpflichtenden „Berufswahlpass“ dokumentiert.


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