„Ein buntes ökumenisches Miteinander“ Hunteburgs Pastor Wallis über seine neue Gemeinde und den Schlaganfall

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Gesucht und gefunden: Pastor Stephan Wallis ist froh, sich in Hunteburg neuen Aufgaben widmen zu können. Seinen Optimismus hat er durch seinen Schlaganfall nicht eingebüst. Foto: Bastian RabeneckGesucht und gefunden: Pastor Stephan Wallis ist froh, sich in Hunteburg neuen Aufgaben widmen zu können. Seinen Optimismus hat er durch seinen Schlaganfall nicht eingebüst. Foto: Bastian Rabeneck

Hunteburg. Verheiratet, drei Kinder und im Alter von 46 Jahren der Schock: ein Schlaganfall. Anfang Oktober wagte Pastor Stephan Wallis in der Hunteburger Kirchengemeinde St. Matthäus den Neuanfang – und ist zufrieden, wie er jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion verriet.

„Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Das war nicht nur ein Schlag für mich, sondern für die ganze Gemeinde“, sagt Wallis und bezieht sich damit auf seine vormalige Arbeit in der St. Petri Kirchengemeinde Melle-Neuenkirchen. Rund acht Jahre liegt sein Schlaganfall jetzt bereits zurück: „Ich habe aber über ein Jahr gebraucht, um mir überhaupt einzugestehen, dass es doch recht lange brauchen wird, um mich davon zu erholen“, sagt der heute 55-Jährige. Kurz vor dem Vorfall habe er noch eine große Pfingstpredigt in Melle gehalten. Inzwischen treibe er viel Sport, um wieder beweglicher zu werden. Jeden Morgen zwischen sieben und neun Uhr macht er seine 1000 Züge auf dem Rudergerät. „Ich bin fester Hoffnung, dass es wieder besser wird. Wenn ich nicht daran glaub, wer dann?“, schmunzelt der Pastor.

Vollzeitstelle als Ziel

Seit dem Schlaganfall sucht Wallis öfter nach den passenden Worten. Das hindere ihn aber nicht daran seinen Pflichten nachzugehen. Die Arbeit mit den Konfirmanden, die Predigen oder Besuche bei Gemeindemitgliedern – das alles könne er heute genauso erledigen wie vorher. Deswegen ist eine Vollzeitstelle auch weiterhin sein oberstes Ziel. Derzeit hat Wallis in Hunteburg eine Dreiviertel-Stelle inne. In der Meller Petrigemeinde arbeitete er zur Hälfte als Pastor, zur anderen Hälfte unterstützte er den Superintendenten Hans Hentschel.

Als sich die Chance auf einen Neuanfang in einer anderen Gemeinde mit einem größeren Stellenanteil als Pastor bot, ergriff er sie. „Ich suchte eine neue Gemeinde und die Hunteburger einen neuen Pastor. Wir haben uns gefunden“, sagt Wallis. Dabei stand lange Zeit gar nicht fest, ob Hunteburg nach der Verabschiedung von Wallis Vorgänger Hans Jürgen Milchner überhaupt einen neuen Pastor bekommen sollte.

Zugewandt und verständnisvoll

Seine neue Gemeinde erlebt Wallis als „buntes ökumenisches Miteinander“. Ohnehin seien die Hunteburger sehr zugewandt und verständnisvoll. Jetzt müsse er sich nur noch mit den einzelnen Ortsteilen vertraut machen. „Schwege, Welplage, Meyerhöfen – als Pastor sollte ich schon wissen, wo ich mich gerade befinde“, stellt Wallis fest. Um die Gemeinde voranzubringen, möchte er in Zukunft gerne neue Begegnungskreise für die Mitglieder schaffen. Dazu gehört für ihn ein Chor sowie Frauen- und Männekreise, die auch von jüngeren Gemeindemitgliedern besucht werden. Als ehemaliger Kreisjugendpastor sei er zudem vertraut mit der Jugendarbeit. Sein Wunsch ist es, in Hunteburg auch eine ökumenische Jugendgruppe zu etablieren.

Derzeit ist Wallis aber natürlich vorerst in die Vorbereitungen für Weihnachten vertieft. Das Krippenspiel muss geprobt, Lieder für die Gottesdienste bestimmt und an den Chor gegeben werden und vieles mehr. „Das ist zu dieser Zeit des Jahres auf der ganzen Welt in allen Gemeinden so“, sagt Wallis. Das Krippenspiel haben die Vorkonfirmanden während ihres Ausfluges ins Kloster Frenswegen bei Nordhorn erarbeitet. Die Konfirmanden dagegen werden vor den Festtagen den Senioren im Hunteburger Pflegezentrum St. Agnes mit einigen gesungenen Weihnachtsliedern eine Freude machen.


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