Meisterschaft für Fährtenhunde Sagenhaften Geruchssinn unter Beweis gestellt

Von Heidrun Mühlke

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Stemwede-Westrup. Hunde faszinieren, auch weil sie außergewöhnliche Fähigkeiten haben. „Gebbi“ ist der Name der gelehrigen Schäferhündin. Und obwohl „Gebbi“ schon zehn Jahre alt ist, hat sie an der Deutschen Meisterschaft der Fährtenhunde des DVG (Deutscher Verband der Gebrauchshundsportvereine) in Westrup teilgenommen.

Hunde nehmen die gesamte Umwelt in der Hauptsache über die Nase wahr. Die Hundenase dient zur Aufnahme aller Geruchsstoffe aus der Luft sowie der Erwärmung, Reinigung und Befeuchtung. Der Geruchssinn hilft ihm bei der Nahrungsfindung, warnt vor Feinden oder Feuer. Zusätzlich sorgt der Geruchssinn noch dafür, dass der Hund alle Informationen über seine Umwelt erfährt, die er für das Überleben braucht, deshalb ist er auch permanent damit beschäftigt, an allem und jedem herumzuschnüffeln.

Ausrichter der Meisterschaft war der Hundesportverband (HSV) Stemwede-Westrup. Aber nicht nur die Schäferhündin ist im hohen Alter aktiv - ihr Herrchen Günter Schwenker aus Minden-Todtenhausen ist bereits 84 Jahre alt und war damit der älteste Teilnehmer an der Meisterschaft. „Gebbi ist eine adelige Hundedame, sie kommt aus dem Fürstentum Lippe“, erzählt der Hundeführer. Er habe sie derzeit „gebraucht“ bekommen, das bedeute, dass sie bereits sieben Monate alt war, als sie zu ihm kam. Die freundliche Hündin war von ihrem früheren Besitzer überfordert worden und daran fast zerbrochen, erinnert sich Schwenker. Mit viel Liebe und einer guten Portion Geduld habe er mit „Gebbi“ begonnen, Fährten zu lesen.

Die Fährtenarbeit fordert dem Hund als auch dem Hundeführer viel Geduld, Ausdauer und vor allem Disziplin ab. Die Aufgabe für den teilnehmenden Hund bestand darin, einer etwa 1900 Schritt langen (circa eineinhalb Kilometer) und drei Stunden zuvor gelegten Fährte zu folgen - und das nur mit der Nase. „Dabei muss der Hund die Fährte nicht nur auf dem Boden erschnüffeln, sondern auch sieben Gegenstände finden“, erklärte der HSV-Vorsitzende, Vito Kübeck.

Insgesamt haben die Hundeführer und ihre Vierbeiner dafür 45 Minuten Zeit. Um die Prüfung zu bestehen, muss der Hund zwei Fährten an zwei aufeinander folgenden Tagen folgen. „Für die Hunde bedeutet die Fährtensuche Höchstleistung“, erklärte Kübeck. Um mit dem Hund bei einer solchen Meisterschaft antreten zu können, bedarf es meistens jahrelanger Übung, die bereits im Welpenalter beginne.

Rund zwei Jahre dauert es, einen Hund für die Fährtensuche auszubilden. Zunächst trainiere man die Fährtensuche mit Leckerlies, nach vielen Trainingseinheiten könne der Hund irgendwann die Fährte finden, weil der Schuhabdruck Bakterien freisetze, die der Hund riechen kann.

Für die Teilnehmer ist die Fährtensuche ein lieb gewonnenes Hobby. Insgesamt kamen diesmal 30 Hundeführer mit ihren Hunden, vom jüngsten Rüden, dem knapp dreieinhalb jährigen Cocker Spaniel „Peter Maffay“ von Martin Rodzoch aus Plettenberg bis zur Deutschen Dogge. Aber auch die elfjährige Mischlingshündin „Paula“ war mit Hundeführerinnen Manuela Brockbals aus Holte Stukenbrock als ältester Vierbeiner dabei.

Übrigens finden nicht nur die Hundeführer großes Gefallen daran, bei der Fährtensuche gefordert zu werden. Mit freudigem Schwanzwedeln machen sich die Hunde auf den Weg, um die Gegenstände zu finden. Wenn Herrchen oder Frauchen nach erfolgreicher Arbeit noch mit einem „Gut gemacht“ in Verbindung mit einem Leckerli lobt, ist Partner Hund richtig glücklich.

Dank sagten alle Verantwortlichen den Landwirten und Jagdpächtern, die das Gelände in Stemwede für die Deutsche Meisterschaft zur Verfügung gestellt hatten.


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