Partnerschaft Bolbec - Wittlage Echte Freundschaft lebt auch in unruhigen Zeiten

Von Christa Bechtel

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Bohmte. Vor 49 Jahren wurde die Partnerschaft Bolbec – Wittlage offiziell mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde besiegelt. Seitdem haben sich die Bolbecer und Wittlager immer wieder getroffen, um diese deutsch-französische Freundschaft zu pflegen und lebendig zu halten.

Bis Montag weilten mehr als 120 Gäste aus Bolbec im Wittlager Land. Am Sonntag fand im Rahmen dieses Partnerschaftstreffens ein offizieller Empfang im Landgasthaus Gieseke-Asshorn in Bohmte statt. „Es ist ein besonderes Jahr in der Geschichte unserer Partnerschaft. Die Bolbecer- Delegation zählt dieses Jahr mehr als 120 Gäste. Diese Zahl wurde bislang nur bei einem großen Jubiläum erreicht“, freute sich Stéphanie Jeanne-Djekic, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Bolbec-Wittlage, in ihrer Begrüßung.

Erfreulich sei, dass sehr viele junge Menschen dabei seien, nämlich drei Basketballmannschaften, eine Handballmannschaft sowie 28 Schüler und zwölf Musiker. Jeanne-Djekiv: „Dass so viele junge Leute in unserer heutigen Zeit, wo man mühelos bei den sozialen Netzwerken 100, 1000, 10 000 oder noch mehr Freunde haben kann, Interesse an Kontakten, an echten Freundschaften haben. Denn unsere Partnerschaft hat nur eine Zukunft, wenn junge Menschen mitmachen wollen.“

Freundschaft mit Zukunft

„Der Ursprung der Partnerschaft zwischen Wittlage und Bolbec fing in kleinem Rahmen an. Und zwar durch eine Idee des Wittlagers Gregor Popp und seiner Schwester, die zu der Zeit bereits in Frankreich lebte“, blickte stellvertretende Landrätin Christiane Rottmann auf die Anfänge. Gerade in Zeiten eines unruhigen Europas, in Zeiten von nationalistischen Gedanken und Ideen, würden internationale und kulturelle Partner- und Freundschaften immer mehr an Bedeutung gewinnen. „Starke Partnerschaften und intensive Austauschprogramme sind wichtige Bausteine, um die europäische Idee wieder stärker zu unterstreichen und ein starkes Europa zu garantieren“, akzentuierte Rottmann, die weiter herausstellte: „Diese Partnerschaft zwischen ihren Kommunen und Gemeinden weiß auch der Landkreis Osnabrück sehr zu schätzen. Ihre Partnerschaft, die nun beinahe ein halbes Jahrhundert besteht, ist bemerkenswert und unschätzbar wertvoll für die Verbindung unserer Länder. So ist zu hoffen, dass sie auch in Zukunft lange fortbesteht.“

„Wir drei Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln freuen uns riesig, Sie alle, die Sie aus Bolbec zu uns ins Wittlager Land gereist sind, auch im Rahmen dieses offiziellen Empfangs noch einmal herzlich willkommen zu heißen“, hob Bohmtes Bürgermeister Klaus Goedejohann hervor, der kurz auf das Rahmenprogramm mit dem Besuch des Landtages in Hannover sowie der Besichtigung der drei Gemeinden blickte.

Im nächsten Jahr in Bolbec und 2020 im Wittlager Land werde der 50. Geburtstag der Partnerschaft gefeiert. Im Hinblick darauf habe man am Vortag festgelegt: „Dass der offizielle Partnerschaftsbesuch in Bolbec nicht, wie sonst üblich, im Herbst stattfindet, sondern so wie vor 50 Jahren im späten Frühjahr, genauer gesagt über Pfingsten vom 7. bis 11. Juni 2019“, kündigte Goedejohann an, der weiter den Aktiven in den Partnerschaftscomitees auf französischer und auf deutscher Seite dankte, aber auch den zahlreichen Gastfamilien. Einem galt sein besonderer Dank: „Dieter Spanger, der unsere Partnerschaft von Anfang an lebt und verkörpert – und heute 84 Jahre alt wird.“ Weiterhin wünschte der Bürgermeister ihm „so viel Tatkraft, wie Du sie bis heute an den Tag gelegt hast.“

Für den Frieden in Europa

Seine Glückwünsche überbrachte auch Bolbecs Bürgermeister Dominique Metot dem „Geburtstagskind“: „Dieter ist ein sehr warmherziger, sehr effizienter und engagierter Mensch. Dass wir heute hier versammelt sind liegt daran, dass er sehr viel Arbeit in unsere Partnerschaft reingesteckt hat.“ Besonders freute sich Metot, „dass seine Tochter Britta (Bauder) auch das Gen geerbt hat.“ Und: „Zwischen 1969 und 2018 liegen 49 Jahre. Könnte man nicht sagen, dass man mit 49 Jahren ein Vernunftalter erreicht hat? Das wäre doch ganz toll für unsere Partnerschaft. Zwar müssen wir nach vorne schauen, das Ganze entwickeln, aber wir müssen auch die Zügel zähmen. Wir dürfen nicht zu schnell galoppieren, damit unsere Freundschaft und die guten Verhältnisse zwischen unseren verschiedenen Staaten weiter bestehen. Es lebe unsere Freundschaft – es lebe der Frieden Europas“, sagte Metot.

Florine Malo verlas schließlich die Rede von Martiné Gilles, Vorsitzende des „Comités d‘Echanges Inter-Nations“. Bevor alle ein leckeres 4-Gänge-Menü genossen, verteilten die drei Bürgermeister – Timo Natemeyer, Klaus Goedejohann, Rainer Ellermann – Geschenke an diejenigen, die sich aktiv für die Partnerschaft engagieren. Sei es, ein Programm zu übersetzen, ein Büchlein zusammenzustellen, in dem die Telefonnummern von allen Ansprechpartnern enthalten sind oder wenn „Not am Mann“ ist, dass sie bereit sind, Gäste aufzunehmen. Geschirrtücher, „damit sie den Weg nach Bolbec finden“, verteilte Dominique Metot an Christiane Rottmann und an die drei Bürgermeister.


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