Start in neue Konzertsaison Musik auf höchstem Niveau in Arenshorst

Von Christa Bechtel

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Das Klarinettentrio Schmuck eröffnete die neue Arenhorster Konzertreihe 2018/19. Foto: Christa BechtelDas Klarinettentrio Schmuck eröffnete die neue Arenhorster Konzertreihe 2018/19. Foto: Christa Bechtel

Arenshorst. Trotz des fantastischen Herbstwetters wollten über 100 Kulturfans den Start der neuen Arenshorster Konzertreihe 2018/19 in der Kirche St. Johannis zu Arenshorst nicht verpassen – geradezu ein Besucherrekord. Auf Einladung des Kulturrings Bohmte in Kooperation mit der Kirchengemeinde gastierte dort das Klarinettentrio Schmuck, das ihnen feinste Kammermusik, aber auch Jazz auf höchstem Niveau servierte.

„Drei Klarinetten – in der Form hatten wir das noch nicht“, hob Hartwig Ventker vom Kulturring hervor, der mit Hausherrn Pastor Andreas Pöhlmann das Publikum willkommen hieß. Das Klarinettentrio Schmuck sind Sayaka Schmuck, Klarinette, Til Renner, Soloklarinette NDR Hannover, und Sebastian Pigorsch, Bassklarinette und Bassetthorn. Sayaka Schmuck ist Gründerin des Trios und seit 2015 Klarinettistin in der NDR-Radiophilharmonie Hannover.

Im selben Orchester ist Til Renner Solo-Klarinettist und darüber hinaus mit namhaften Orchestern in aller Welt unterwegs. Sebastian Pigorsch begann 2007 sein Studium an der Hochschule für Musik Dresden und studiert seit 2011 an der Musikhochschule in Hannover. 2012 wurde er sowohl Stipendiat der Region Hannover als auch der Yehudi Menuhin Stiftung. Zurzeit spielt er bei den Göttinger Symphonikern und studiert in der Meisterklasse bei Prof. Johannes Peitz.

Klarinetten und Bassetthorn

Mal getragen, mal lebhaft-spritzig, immer im kongruenten Zusammenspiel eröffnete das Trio sein Programm mit Auszügen aus der bekannten Oper „Die Zauberflöte“ von Mozart in einer Bearbeitung für zwei Klarinetten und Bassetthorn, das sicher einige noch nie zuvor gehört hatten. „Die ersten Instrumente dieser Art wurden um 1760 gebaut. Damals noch in der gebogenen Form eines Halbkreises“, stellte Sayaka Schmuck den Vertreter der Tenorlage in der Klarinettenfamilie näher vor, die auch kompetent die Moderation übernahm. Mozart habe gesagt, „dass die Klarinette der menschlichen Stimme am Nächsten kommt und das ehrt uns sehr.“

Präzise Melodieführung

Einige Zeit später erklang eine ganz andere Tonsprache im Kirchenschiff: zwei Tänze aus Dvoráks berühmten „Slavischen Tänzen“. Mit virtuoser Beherrschung ihrer Instrumente verbunden mit tiefer Liebe zur Kammermusik verzauberten die Musiker das Publikum so sehr, dass vor dem inneren Auge Bilder von Tanzenden entstanden. Präzise Melodieführung und eine offensichtliche Spielfreude bewies das Klarinettentrio auch am Ende des kammermusikalischen Teils mit zwei wunderschönen Stücken aus Mozarts Opern „Die Hochzeit des Figaro“ und „Don Giovanni“.

Feurige Melodien

Mit zeitweise feurigen Melodien startete das Trio in den zweiten Teil. Der argentinische Komponist Astor Piazzolla gilt als der Begründer des Tango nuevo und hatte eine ganz eigene Tonsprache: Jazzelemente in Harmonie und Rhythmik gehen bei ihm eine Symbiose mit der Sinnlichkeit des Tangos ein. Das Klarinettentrio Schmuck begeisterte mit einer federleichten Interpretation seines „Nightclubs 1960“. Auch bei den nun folgenden Stücken wie dem bekannten „Take Five“ im 5/4 Takt, „After You´ve Gone“ oder „Tico Tico“ stimmte jede einzelne Nuance. Den glanzvollen Abschluss des Programms bildete Irving Berlins „Alexander´s Ragtime Band“, sodass frenetischer Applaus die Ausführenden für eine glanzvolle musikalische Reise belohnte.

Über die Zugabe wurde erst einmal abgestimmt: Klezmer oder Bach? Das Auditorium entschied sich für Klezmer – bekam aber auch noch Bach!


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