Jeden Dienstag Sprechstunde Hilfe in Damme für chronische Schmerzpatienten

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Dr. Helmut Voß verstärkt ab sofort das Team der Neurochirurgie im Medizinischen Versorgungszentrum am Dammer Krankenhaus St. Elisabeth.  Foto: Krankenhaus DammeDr. Helmut Voß verstärkt ab sofort das Team der Neurochirurgie im Medizinischen Versorgungszentrum am Dammer Krankenhaus St. Elisabeth. Foto: Krankenhaus Damme

Damme. Wenn sonst nichts mehr geht, dann komme er ins Spiel, sagt Dr. Helmut Voß, der ab sofort das Team der Neurochirurgie im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Dammer Krankenhaus St. Elisabeth verstärkt.

Wenn alle herkömmlichen konservativen und operativen Therapien ausgeschöpft sind, die chronischen Wirbelsäulen- und Nervenschmerzen aber bleiben, bietet der Facharzt für Neurochirurgie eine Behandlung der chronischen Schmerzsyndrome durch die Implantation von Schmerzpumpen und Rückenmarksstimulatoren an. Und das mit großem Erfolg, wie der langjährige Einsatz dieser Methoden am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück zeigt.

Wohnortnahe Betreuung

Im Dammer Krankenhaus hält Dr. Voß nun jeden Dienstag Sprechstunden für Betroffene aus der Region und betreut chronische Schmerzpatienten damit wohnortnah. Für die Therapie infrage kommen Patienten mit chronischen Rücken- oder Beinschmerzen sowie Tumor- und Spastik-Patienten, die selbst unter höchster Medikamentendosis keine ausreichende Schmerzlinderung verspüren oder diese wegen erheblicher Nebenwirkungen nicht mehr tolerieren können. Über die Schmerzpumpen werden in der Regel starke, zentral wirksame Opiate oder Medikamente gegen Spastik abgegeben.

Schmerzpumpe

„Der Vorteil der Schmerzpumpe ist eine kontinuierliche, allerdings jederzeit veränderbare Medikamentendosis, die meist aber nur etwa zehn Prozent der sonst üblichen oralen Dosis beträgt“, erläutert Dr. Voß. Dementsprechend seien auch die Nebenwirkungen geringer. Die Schmerzpumpe werde unter die Bauchhaut sowie ein Schmerzkatheter in den Wirbelkanal implantiert. So könne die Medikamentenlösung direkt in das Hirnwasser abgegeben und über dieses im gesamten Nervensystem verteilt und wirksam werden.

Eine andere wirkungsvolle Methode zur Behandlung insbesondere chronischer Nervenschmerzen ist die Implantation von nur etwa einen Millimeter dicken Rückenmarkselektroden, die über eine Punktionsnadel in den Wirbelkanal eingeführt und auf dem Rückenmarksack vorgeschoben werden. Angewendet wird die sogenannte Rückenmarksstimulation zum Beispiel bei chronischen Rücken- oder Nervenschmerzen.

Phantomschmerzen

Neuralgien nach Nervenverletzungen können inzwischen auch durch die Implantation sehr feiner Elektroden direkt in die betroffenen Nerven erfolgreich behandelt werde. Die Methode wird aber auch bei nicht mehr operativ behandelbaren Ischiasschmerzen, Amputationsschmerzen (Phantomschmerzen) sowie peripheren Durchblutungsstörungen eingesetzt. Sehr erfolgreich ist sie zudem bei behandlungsresistenten kardialen Durchblutungsstörungen (Angina pectoris-Anfälle), bei denen die Elektrode dann in die obere Brustwirbelsäule vorgeschoben wird.

Die Elektrodenimplantation wird in Lokalanästhesie durchgeführt. Es erfolgt dann eine mindestens einwöchige Probesimulation über eine durch die Haut nach außen geleitete Testelektrode. Bei guter Wirksamkeit wird dann später das Aggregat (wie ein Herzschrittmacher) in Kurznarkose unter die Bauchhaut implantiert.

Welches Therapieverfahren zum Einsatz kommt, hängt von den Symptomen, der Vorbehandlung und auch von den Wünschen und Vorstellungen der Patienten ab. Das wird im persönlichen Gespräch und nach Untersuchung im MVZ abgeklärt. Erreichbar ist das Medizinische Versorgungszentrum unter Telefon 05491 / 60-888.


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