Volles Haus und glückliche Gäste 625 Jahre Stirpe-Oelingen: Ein gelungener Festakt

Von Cornelia Müller

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Stirpe-Ölingen. Viele Vorbereitungen und noch mehr Helfer waren nötig – aber als jetzt der offizielle Festakt zum 625-jährigen Jubiläum von Stirpe-Oelingen über die Bühne ging, konnte sich Ortsbürgermeister Arnd Sehlmeyer über ein volles Haus und viele gut gelaunte Gäste freuen.

Der Bläserchor Bohmte unter der Leitung von Petra Garbe eröffnete die Feier in der Gemeinschaftshalle mit einem schmissigen „Anker gelichtet“ und gestaltete den weiteren Abend mit flotten Märschen, volkstümlicher Musik und Schlagern von gestern und heute. Dann waren die Festredner an der Reihe. Ortsbürgermeister Sehlmeyer machte nicht viele Worte und stellte in seiner Begrüßung die in den Mittelpunkt, ohne die die Feier nicht möglich gewesen wäre – mit einem besonderen Dankeschön an Marktmeisterin Anette Lange.

Lob für die Dorfgemeinschaft

„Das war schon mal sehr zackig“, kommentierte Landrat Dr. Michael Lübbersmann die knappe Ansprache seines Vorredners und stimmte in dessen Lob für die Dorfgemeinschaft mit ein: „Das ist ganz großartig, was Sie da auf die Beine gestellt haben. Ich weiß, wie viel Arbeit dazugehört“. Gerade das zeichne Orte wie Stirpe-Oelingen aus: „Man kennt sich, kümmert sich umeinander und feiert zusammen.“ Zwar brächen auch Strukturen weg, zum Beispiel in der Nahversorgung. Umso wichtiger sei eine gute Breitband- und Funkverbindung, um die sich der Landkreis bemühe: „Solche Ortschaften sind zukunftsfähig – mit ihrer schönen Landschaft, Arbeitsplätzen und der Verbindung in die Welt.“

Wechselvolle Ortsgeschichte

Beeindruckt von der voll besetzten Gemeinschaftshalle zeigte sich Bürgermeister Klaus Goedejohann, der als nächster Redner die Bühne betrat: „Das ist ein wirklich imposantes Bild von hier oben“, staunte er. Kurz erinnerte er an mehr als 600 Jahre wechselvolle Ortsgeschichte, und nannte ein kleines Beispiel dafür, wie sich das Leben verändert habe. „Auf der Mindener Straße konnte man damals Packen spielen. Heute ist das Verkehrsdreieck Fluch und Segen zugleich“, sagte er.

Bürger nutzen ihre Möglichkeiten

Ihm sei das Ortsschild Stirpe-Oelingen schon lange, bevor er die Gemeinde Arenshorst übernommen habe, bekannt gewesen, gab Pastor Andreas Pöhlmann zu: „Ich kannte die Ortschaft nur vom Vorüberfahren.“ Feste wie dieses jedoch seien eine gute Gelegenheit, nicht vorbeizufahren, sondern anzuhalten. Und die Menschen kennenzulernen, die hier zu Hause sind: „Die Menschen hier nutzen ihre Möglichkeiten. Sie sind herzlich. Und sie sind unglaublich praktisch“, so seine eigenen Erfahrungen.

Comedy

Die letzte längere Ansprache an diesem Abend, bevor der Bläserchor und schließlich DJ Daniel Vogt das Zepter übernahmen und die Tanzfläche freigegeben wurde, war dann eher humoristischer Art: „Ich heiße Heinrich, ich bin Bauer und ich singe nicht das Schäferlied“, begrüßte Bauer Heinrich Schulte-Brömmelkamp aus Kattenvenne die erwartungsvollen Zuhörer. In seinem einstündigen Auftritt nahm er nicht nur Dieselplakette, Fastfood-Restaurants und das Kattenvenner Landleben aufs Korn, sondern auch Themen aus Stirpe-Oelingen und Umgebung, vom Containerhafen („da ankert bald das Traumschiff: Dubai – Miami – Stirpe-Oelingen“) bis zum Ortschaftsnamen „Herringhausen-Stirpe-Oelingen: Arenshorst konntet ihr da nicht mehr unterbringen?“ Auch zu gelungener Integration hatte der Bauer aus dem Tecklenburger Land seine ganz eigene Meinung: „Solange man einen bayrischen Bauern bei ‚Bauer sucht Frau‘ untertiteln muss, damit er im Nachbardorf verstanden wird, solange hat der Seehofer ganz andere Probleme.“


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