Agrarpolitik überdenken Bundesverband Deutscher Milchviehhalter macht Halt in Hunteburg

Von Heidrun Mühlke

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Die BDM-Tour machte Halt auf dem Hof Winter und lud zu regen Diskussionen ein. Foto: Heidrun MühlkeDie BDM-Tour machte Halt auf dem Hof Winter und lud zu regen Diskussionen ein. Foto: Heidrun Mühlke

hmue Hunteburg. „Milchwirtschaft zukunftsfähig machen!“ Das hat sich der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) auf die Fahne geschrieben. Im Rahmen der deutschlandweiten Aktion „BDM on Tour – Für einen Milchmarkt mit Aussicht“ hat der Bus am Freitagabend Stopp beim Hof Winter in Hunteburg eingelegt.

BDM-Sprecher Hans Foldenauer, Bundesvorsitzender Karsten Hansen und der niedersächsische Vorsitzende des BDM Peter Folker Habbena diskutierten auf dem Hof Winter mit dem Milchviehhalter Rainer Winter, einigen weiteren Milchviehaltern aus der Umgebung sowie der Landtagsabgeordneten Karin Logemann. Erörtert wurden neben dringenden Zukunftsfragen im Allgemeinen besonders die Perspektiven für Nachfolger der Betriebe. „Wie sieht die Leistungsfähigkeit im Sinne von Klima-, Umwelt-, Wasser- und Tierschutz langfristig aus?“, war nur eine der Fragen, die unter den Nägeln brannte.

Wunsch nach strukturellen Veränderungen

Es sei doch kein Wunder, wenn Landwirten so wenig Achtung entgegengebracht würde, dass junge Leute nicht gewillt sind, in der Landwirtschaft zu arbeiten, stellte der Bohmter Landwirt Heinz Massmann klar heraus. Der 90-jährige brachte es auf den Punkt: „Landwirte brauchen den Erlös ihrer Arbeit!“ So wie bei Massmann wächst auch in der Bevölkerung der Wunsch nach strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft.

Mit der Tour will der BDM thematisch und bildlich deutlich machen, dass der Blick geweitet und gleichzeitig strukturelle Herausforderungen angegangen werden müssen, um die Land-und insbesondere die Milchwirtschaft zukunftsfähig zu machen. „Die Ausrichtung der Agrarpolitik muss grundsätzlich überdacht werden“, stellte Foldenauer klar, nur so könnten wirtschaftlich nachhaltige Perspektiven für den Nachwuchs geschaffen werden.

Der Milchmarkt und auch die Milchviehhalter müssten krisenfester gemacht werden, damit sie die Risiken von Marktschwankungen und extremen Wettersituationen, wie die lang anhaltende Dürre in diesem Sommer, besser überstehen können.

Drei Ernten

Wirtschaftliche Reserven müssten entsprechend der alten ökonomischen Grundregel des bäuerlichen Risikomanagements gebildet werden können: „Auf drei Ernten sollte man zurückgreifen können: eine auf dem Heim, eine in der Scheune, eine auf dem Konto“, so Foldenauer. Nur so können die Betriebe wirtschaftlich und gesellschaftlich nachhaltig weiter entwickelt werden und die Folgen des Klimawandels schultern. Lösungsstrategien für die Verbesserung der Marktstellung der Milcherzeuger von den Branchenteilnehmern zu erwarten, die von der schwachen Marktposition der Milchviehhalter profitieren oder zumindest kein Problem damit haben, bedeute den sprichwörtlichen Bock zum Gärtner zu machen. Darum fordert der BDM von politischer Seite Verantwortung dafür zu übernehmen, dass auch bei sogenannten Branchenlösung die Interessen der Erzeuger ausreichend bewahrt bleiben.


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